Masterarbeit, 2016
71 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Darstellung des Forschungsstands
1.2 Annäherung an die Begrifflichkeiten
2 Omnes disciplinae rationes – Vitruvs De architectura
2.1 Selbstdarstellung
2.2 Panegyrik
3 Rerum natura, hoc est vita, narratur – Plinius’ des Älteren Naturalis historia
3.1 Selbstdarstellung
3.1.1 Eigenlob
3.1.2 Profilierung über andere Autoren
3.2 Panegyrik
4 Quae ad universam rem pertinentia contrahere – Frontins De aquis
4.1 Selbstdarstellung
4.2 Panegyrik
5 Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den praefationes
6 Ergebnisse
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Vorworte (praefationes) dreier bedeutender Fachschriftsteller der römischen Kaiserzeit – Vitruv, Plinius der Ältere und Frontin – hinsichtlich ihrer Funktionen für die Selbstinszenierung der Autoren und ihre Strategien des Kaiserlobs (Panegyrik).
2.1 Selbstdarstellung
Cum divina tua mens et numen, imperator Caesar, imperio potiretur orbis terrarum invictaque virtute cunctis hostibus stratis triumpho victoriaque tua cives gloriarentur et gentes omnes subactae tuum spectarent nutum populusque Romanus et senatus liberatus timore amplissimis tuis cogitationibus consiliisque gubernaretur, non audebam, tantis occupationibus, de architectura scripta et magnis cogitationibus explicata edere, me tuens, ne non apto tempore interpellans subirem tui animi offensionem.
Als sich dein göttlicher Geist und Wille, kaiserlicher Herrscher, der Herrschaft über die Welt bemächtigte und sich die Bürger, nachdem alle Feinde durch deine unbesiegte Tapferkeit zu Boden gegangen waren, deines Triumphes und deines Sieges rühmten und alle Völker als Unterworfene dann deinen Wink betrachteten und als das römische Volk und der Senat, von Furcht befreit, nach deinen ambitionierten Plänen und Ansichten geleitet wurden, wagte ich es nicht, herauszugeben, was ich über die Architektur geschrieben und mit vielen Gedanken erörtert habe, während du von solchen Geschäften belagert wurdest, weil ich fürchtete, dass ich dadurch, dass ich dich zu einem ungeeigneten Zeitpunkt unterbreche, den Unmut deines Geistes auf mich lenke.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung der Arbeit ein und umreißt das Ziel, Panegyrik und Selbstdarstellung in den Vorworten von Vitruv, Plinius und Frontin zu vergleichen.
2 Omnes disciplinae rationes – Vitruvs De architectura: Dieses Kapitel analysiert Vitruvs Vorrede, wobei sein Anspruch auf Universalbildung und sein vertrautes Verhältnis zu Augustus im Vordergrund stehen.
3 Rerum natura, hoc est vita, narratur – Plinius’ des Älteren Naturalis historia: Die Untersuchung befasst sich mit Plinius’ ausgefeilter Selbstinszenierung als gelehrter, bescheidener Autor sowie seiner Kritik an anderen Schriftstellern.
4 Quae ad universam rem pertinentia contrahere – Frontins De aquis: Dieses Kapitel beleuchtet Frontins Vorgehen, seine eigene gewissenhafte Amtsführung mit der Notwendigkeit für das Kaiserhaus zu verknüpfen.
5 Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den praefationes: Hier werden die Ergebnisse der Einzelanalysen zusammengeführt und Gemeinsamkeiten im Umgang mit den Kaisern sowie in der Selbstprofilierung herausgearbeitet.
6 Ergebnisse: Dieses abschließende Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse über das Zusammenspiel von Panegyrik und Selbstdarstellung im Verlauf der römischen Kaiserzeit zusammen.
Panegyrik, Selbstdarstellung, Kaiserlob, Vitruv, Plinius der Ältere, Frontin, praefatio, Römische Kaiserzeit, Fachliteratur, Augustus, Nerva, Titus, rhetorische Strategien, captatio benevolentiae, Nachruhm.
Die Arbeit analysiert die Vorworte (praefationes) römischer Fachtexte, um zu verstehen, wie Autoren wie Vitruv, Plinius der Ältere und Frontin ihren Nutzen und ihre Bedeutung gegenüber dem Kaiser und dem Publikum inszenieren.
Die zentralen Themen sind das Lob des Kaisers (Panegyrik), die Methoden der persönlichen Selbstinszenierung (eigene Kompetenz, Bescheidenheitstopoi) und die soziale Einbettung von Fachschriftstellern.
Das Ziel ist ein systematischer Vergleich der Vorworte, um aufzuzeigen, wie sich das Verhältnis von Selbstdarstellung und Herrscherlob im Laufe der frühen Kaiserzeit entwickelt hat.
Es erfolgt eine textnahe philologische Analyse (Übersetzung, stilistische Mittel wie Alliterationen oder Hendiadyoin), kombiniert mit einer historischen Kontextualisierung der Autoren und ihrer Werke.
Der Hauptteil widmet sich nacheinander den Werken von Vitruv (Architektur), Plinius dem Älteren (Naturgeschichte) und Frontin (Wasserversorgung), unterteilt in deren jeweilige Selbstinszenierung und ihr Herrscherlob.
Wichtige Begriffe sind Praefatio, Panegyrik, Captatio benevolentiae, Autorenbewusstsein, Herrscherbild und soziale Positionierung.
Plinius nutzt eine Strategie der Abgrenzung, indem er einerseits Vorbilder wie Cicero zitiert, aber gleichzeitig griechische Fachschriftsteller als negative Beispiele anführt, um seinen eigenen Anspruch auf Sorgfalt und Nützlichkeit zu betonen.
Vitruv stellt dar, dass er dank der Unterstützung durch den Kaiser frei von finanziellen Sorgen an seinem Werk arbeiten konnte, was ihm ermöglichte, sich ganz seinem Wunsch nach Nachruhm zu widmen.
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