Bachelorarbeit, 2020
41 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Finanzmarktblasen erklärt am Beispiel der Dotcom-Blase
2.1 Was ist eine Finanzmarktblase?
2.2 Verlauf einer Finanzmarktblase am Beispiel der Dotcom-Blase
3 Herdenverhalten: Definition, Auslöser und Auswirkungen
3.1 Rationales Herdenverhalten
3.1.1 Informationskaskaden
3.1.2 Reputationsbasiertes Herdenverhalten
3.2 Irrationales Herdenverhalten
3.3 Einfluss von Herdenverhalten auf Finanzmarktblasen
4 Einfluss von Herdenverhalten auf die Dotcom-Blase
5 LATW – eine Politik zur Verhinderung von Finanzmarktblasen?
5.1 Wie könnte LATW zur Verhinderung von Finanzmarktblasen beitragen?
5.2 Streitpunkte von LATW
6 Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht den Einfluss des Herdenverhaltens auf die Entstehung und den Verlauf der Dotcom-Blase in den 1990er Jahren, um daraus Perspektiven für eine präventive geldpolitische Steuerung durch "Leaning against the wind" (LATW) abzuleiten.
3.1.2 Reputationsbasiertes Herdenverhalten
Während des Oktober Bullenmarktes 1987 waren sich die professionellen Investoren einig, dass der Markt überbewertet war und das Potential nach oben geringer war als das Risiko nach unten. Nichtsdestotrotz waren nur wenige Investoren bereit, ihre Anteile zu verkaufen. Schließlich wären sie im Falle eines weiteren Anstiegs die „Narren“. Darüber hinaus wäre auch ein Scheitern vertretbar, da die anderen Investoren in diesem Fall nicht besser abgeschnitten hätten (Scharfstein und Stein, 1990).
Durch dieses Beispiel wird deutlich, wie entscheidend der Vergleich unter den Investoren ist. Besonders "Management Performance" ist abhängig von relativer und nicht absoluter Performanz (Devenow und Welch, 1996).
Devenow und Welch (1996) illustrieren wie das Konkurrenzverhalten und die Reputation unter den Investoren, Einfluss auf deren Entscheidungen nehmen. Demnach sind in Scharfstein und Steins (1990) Modell informative Signale, die von guten Investmentmanagern wahrgenommen werden, korreliert. Demgegenüber sind nicht informative Signale der schlechten Manager unkorreliert. Folglich kann eine schlechte Investition eines Managers von außen lediglich wahrgenommen werden, wenn kein anderer Investor diese schlechte Investition getätigt hat. Demnach folgen vor allem risikoaverse Investoren – selbst wenn sie informative Signale erhalten – der Menge anderer Investoren und ignorieren damit ihre eigenen Signale. Dieses Problem resultiert aus der Angst der Manager, Misserfolge zu realisieren, die auf ihre eigenen Fähigkeiten zurückzuführen sind. In der Herde unterliegen sie keinem Risiko. Schließlich haben im Falle einer zukünftigen Fehlinvestition viele andere Investoren den gleichen Fehler begangen. Nach außen legt dieser Sachverhalt den Schluss nahe, dass eine nachvollziehbare, informative Grundlage für die Investition bestand.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik von Finanzmarktblasen ein und stellt das Herdenverhalten als zentralen Bestandteil der Behavioral Finance zur Erklärung solcher Phänomene vor.
2 Finanzmarktblasen erklärt am Beispiel der Dotcom-Blase: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Finanzmarktblase und erläutert den typischen Lebenszyklus einer Blase anhand der historischen Ereignisse der Dotcom-Ära.
3 Herdenverhalten: Definition, Auslöser und Auswirkungen: Hier wird der wissenschaftliche Kenntnisstand über rationales und irrationales Herdenverhalten sowie deren Ursachen und psychologische Hintergründe detailliert dargestellt.
4 Einfluss von Herdenverhalten auf die Dotcom-Blase: Dieses Kapitel verknüpft die theoretischen Herdenverhaltensmodelle mit der spezifischen Dynamik der Dotcom-Blase und identifiziert Faktoren wie VC-Investitionen und mediale Einflüsse.
5 LATW – eine Politik zur Verhinderung von Finanzmarktblasen?: Die Arbeit analysiert hier, ob eine "Leaning against the wind"-Politik durch gezielte Zinsschritte Blasenbildungen verhindern kann und diskutiert die kritischen Gegenpositionen.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Herdenverhalten die Dotcom-Blase maßgeblich prägte, während die Eignung von LATW als präventives Instrument weiterhin umstritten bleibt.
Finanzmarktblasen, Dotcom-Blase, Herdenverhalten, Behavioral Finance, Informationskaskaden, Reputationsrisiko, Leaning against the wind, Zentralbank, Geldpolitik, Anlegerpsychologie, Marktüberhitzung, Venture Capital, rationale Erwartungen, Finanzmarktstabilität, Narrative Economics
Die Arbeit befasst sich mit den psychologischen und ökonomischen Ursachen von Finanzmarktblasen, wobei das Herdenverhalten von Investoren im Zentrum der Analyse steht.
Die zentralen Themen sind Behavioral Finance, das Herdenverhalten an Finanzmärkten, die Analyse der Dotcom-Blase und die Möglichkeiten der Zentralbanken, durch eine LATW-Politik präventiv einzugreifen.
Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit Herdenverhalten zur Entstehung der Dotcom-Blase beitrug und ob eine restriktivere geldpolitische Ausrichtung (LATW) solche Exzesse in Zukunft verhindern könnte.
Es handelt sich um eine theoretische Bachelorarbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse sowie der Anwendung bekannter ökonomischer Modelle (z.B. Informationskaskaden-Modell) auf den historischen Fall der Dotcom-Blase basiert.
Der Hauptteil analysiert theoretische Herdenverhaltenskonzepte, überträgt diese auf die Dotcom-Blase unter Einbeziehung der VC-Branche und diskutiert die Kontroverse um die LATW-Politik.
Die wichtigsten Begriffe umfassen Finanzmarktblasen, Herdenverhalten, Dotcom-Blase, Behavioral Finance, Leaning against the wind und Zentralbankpolitik.
Die VC-Branche wird als Katalysator identifiziert, da Investoren dort unter hoher Unsicherheit einen starken Anreiz haben, der Herde zu folgen, um ihre Reputation zu wahren.
Die Kritik basiert primär auf der Schwierigkeit, eine Blase frühzeitig zu identifizieren, sowie auf der Sorge, dass allgemeine Leitzinsänderungen zu "stumpfe" Instrumente für den gezielten Eingriff in spezifische Sektoren seien.
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