Bachelorarbeit, 2020
40 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
2. Kontextualisierung - historischer und zeitgeschichtlicher Kontext
2.1 Kontextualisierung von Literatur - theoretische Vorüberlegungen
2.2 Der historische Kontext - Leviathan
2.2.1 Der Leviathan in der Mythologie und im Alten Testament
2.2.2 Der Leviathan in der politischen Theorie
2.3 Der zeitgeschichtliche Kontext - der Wendepunkt vom Nationalsozialismus in die Nachkriegszeit
3. Die Endlichkeit und Unendlichkeit des Leviathan als Metapher des Nationalsozialismus in Arno Schmidts Erzählung ‚Leviathan oder Die Beste der Welten‘
3.1 Einführung in die Handlung
3.2 Die Bedeutung des Schmidt’schen Leviathan
3.3 Die Endlichkeit oder Unendlichkeit des Leviathan als Nationalsozialismus
4. Gegenwartskritik
5. Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht die Bedeutung des Leviathan-Begriffs in Arno Schmidts Erzählung „Leviathan oder Die Beste der Welten“ vor dem Hintergrund ihrer zeitgeschichtlichen und biografischen Entstehung. Im Zentrum steht die Analyse des Theorems der Endlichkeit und Unendlichkeit des Leviathan als Metapher für den Nationalsozialismus und dessen Ideologie.
3.1 Einführung in die Handlung
In Arno Schmidts Erzählung Leviathan oder Die Beste der Welten fließt viel persönliches Erleben ein. Die Erzählung schildert das Schicksal einer bunt zusammengewürfelten Menschengruppe, welche versucht, eine Lokomotive der Reichsbahn in Gang zu bringen, um vor der Front zu fliehen.
Der Ich-Erzähler, ein Unteroffizier, ist eine Spiegelung „eines einzigen Typus des Intellektuellen, der die Kategorien seines Denkens der neuesten Philosophie, Mathematik und Physik einer Epoche entlehnt.“ Als Intellektueller ist er dem Unheil ebenso ausgeliefert wie die einfacheren Mitspielern der Erzählung. Der Protagonist gehört zu jenen literarischen Figuren Schmidts, die als intellektuelle Einzelne im beständigen Konflikt mit einer unvernünftigen Umwelt stehen, die das Individuum bedroht. Diesem Individuum bleibt nichts außer Flucht oder Konfrontation. Er fungiert als Sprachrohr Schmidts, wodurch Parallelen zu Schmidts Biographie offenkundig werden. Die Erzählung stellt ein Tagebuch mit dem Unteroffizier als Diarist dar, welcher im letzten Wagon mit Soldaten, Hitlerjungen, einem Pfarrer, einem Postbeamten und weiteren ZivilistInnen in bitterer Kälte aus Schlesien nach Görlitz zu fliehen versucht. Die Route stellt ein autobiographisches Moment dar, da Schmidt von 1928-1938 im schlesischen Lauban lebte.
1. Einleitung: Einführung in das Thema, die Forschungsfrage zur Bedeutung des Leviathan und die Einbettung der Erzählung in den historisch-biografischen Kontext.
2. Kontextualisierung - historischer und zeitgeschichtlicher Kontext: Definition der methodischen Herangehensweise (wide reading) sowie historische Einordnung des Leviathan-Begriffs in Mythologie, Bibel, politischer Theorie und die Situation des Jahres 1945.
3. Die Endlichkeit und Unendlichkeit des Leviathan als Metapher des Nationalsozialismus in Arno Schmidts Erzählung ‚Leviathan oder Die Beste der Welten‘: Analyse der Handlung und der philosophischen Grundlagen, insbesondere der Verknüpfung von Schopenhauers Philosophie mit der Darstellung des Leviathan als destruktive Kraft.
4. Gegenwartskritik: Untersuchung der Schlusssequenz der Erzählung und die Reflexion über die Aussichtslosigkeit der Flucht sowie die moralische Verantwortung des Intellektuellen.
5. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Fragestellung und Bestätigung der These, dass der Leviathan als Verkörperung des Nationalsozialismus und der Inhumanität in Schmidts Werk dient.
Arno Schmidt, Leviathan, Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg, Arthur Schopenhauer, Intertextualität, Buch Hiob, Atheismus, Philosophie, Nachkriegszeit, Metapher, Dämonologie, Weltbild, Identität, Literaturwissenschaft
Die Arbeit analysiert Arno Schmidts Erzählung „Leviathan oder Die Beste der Welten“ und dessen spezifische Verwendung des Leviathan-Begriffs als Metapher für den Nationalsozialismus.
Zentrale Themen sind die Verarbeitung von Kriegserlebnissen, religionskritische Auseinandersetzungen, die Philosophie Arthur Schopenhauers sowie die Auseinandersetzung mit christlichen und staatsphilosophischen Vorlagen.
Das primäre Ziel ist es, die Bedeutung des Schmidt’schen Leviathan-Begriffs sowie das Theorem der Endlichkeit und Unendlichkeit dieses Symbols innerhalb der Erzählung zu klären.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Textanalyse angewendet, die den Ansatz des „wide reading“ nutzt, um intertextuelle Bezüge und historische Kontexte einzubeziehen.
Der Hauptteil befasst sich mit der Handlungseinführung, der Bedeutung des Leviathan im Kontext von Schopenhauers Willensmetaphysik sowie der atheistischen Haltung des Ich-Erzählers gegenüber der Kirche.
Arno Schmidt, Leviathan, Nationalsozialismus, Intertextualität, Atheismus und Schopenhauers Philosophie sind die tragenden Begriffe der Analyse.
Der Ich-Erzähler übt scharfe Kritik an der Kirche, die er als passiv und blind gegenüber der nationalsozialistischen Diktatur wahrnimmt, und stellt sie dem Intellektuellen gegenüber.
Der Sprung in den Tod symbolisiert die Unausweichlichkeit der Vernichtung durch den „Leviathan“ und verdeutlicht die Hoffnungslosigkeit einer Flucht aus einer als dämonisch wahrgenommenen Welt.
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