Masterarbeit, 2015
150 Seiten, Note: 1
1. Aufbau der Arbeit und Zielsetzung
II. Theoretischer Hintergrund
1. Begriffsklärungen
1.1. Information, Informationsbelastung und Informationsüberlastung
1.2. Informationsverarbeitung
1.3. Informations- und Kommunikationstechnologien
1.4. Technostress
1.5. Stress, Belastung, Beanspruchung
2. Überblick über bisherige Forschungsergebnisse
2.1. Zusammenhänge mit Soziodemografischen Daten
2.2. Zusammenhänge mit psychologischen konstrukten
3. Fragestellungen
III. Methode
4. Qualitative Vorstudie
4.1. Gründe für die qualitative Herangehensweise
4.2. Auswahl der Stichprobe
4.3. Interviewleitfaden
4.4. Auswertung der Interviews mit Kategorien
4.5. ExpertInnenbefragung zur Optimierung der Kategorien
4.6. Bildung einer Arbeitsdefinition
5. Erstellung des Fragebogens
5.1. Herleitung der Items
5.2. Details des Fragebogens
6. Vorgabe weiterer Fragebögen
7. Stichprobe
7.1. Stichprobengewinnung & Rücklaufstatistiken
7.2. Datenbereinigung
7.3. Stichprobenbeschreibung
IV. Ergebnisse
8. Deskriptive Statistiken
9. Itemanalyse und Skalenkonstruktion
9.1. Itemschwierigkeiten
9.2. Faktorenanalyse
9.3. Bewertung der Faktorenanalysen und Benennung der Faktoren
9.4. Trennschärfe und Reliabilität
10. Voraussetzungsüberprüfungen
11. Validierung
11.1. Validierung anhand des AVEM-44
11.2. Validierung anhand des BFI-K
11.3. Validierung anhand der harten Kriterien
12. Inferenzstatistische Ergebnisse
12.1. Beanspruchung durch die Situationen
12.2. Beanspruchung durch die Ursachen
12.3. Belastung durch die Symptome
12.4. Mediationseffekt zwischen den Skalen
V. Diskussion
13. Diskussion der Ergebnisse
13.1. Ergebnisse im Gesamtzusammenhang
13.2. Ergebnisse im Detail und Klärung der Fragestellungen
14. Ausblick
Die Arbeit zielt darauf ab, einen Fragebogen zur Erhebung von Informationsbelastung und Informationsüberlastung im Arbeitskontext zu entwickeln, um eine wissenschaftliche Grundlage für weitere Forschungen zu schaffen. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, das Konstrukt der Informationsüberlastung auf den drei Ebenen von Situationen, Ursachen sowie Symptomen/Beanspruchung messbar zu machen.
1.2. INFORMATIONSVERARBEITUNG
Das menschliche Arbeitserleben und – verhalten ist nur auf Basis von Annahmen über kognitive Strukturen und Prozesse erklärbar. Genauer gesagt, wie Informationen aufgenommen, weitergeleitet und verarbeitet werden und wie diese in das Verhalten und Handeln im Arbeitskontext einfließen. Das bedeutendste Modell zur Informationsverarbeitung kommt von Rasmussen (1986) und beschäftigt sich damit, welche Prozesse und Komponenten beim Arbeitshandeln im Mensch-Maschine-System eine Rolle spielen (vgl. auch Nerdinger et al., 2008, S. 351).
Die wichtigsten Bestandteile nach Rasmussen (1986) sind für die Informationsverarbeitung das „primäre Verarbeitungssystem, das dynamische interne Weltmodell mit Inkongruenzentdecker und das sekundäre Verarbeitungssystem mit Kurzzeit- und Langzeitspeicher“ (Nerdinger et al., 2008, S. 335). Die Zusammenhänge dieser Komponenten sind in Abbildung 2 zu sehen.
Die Informationsverarbeitung als Konstrukt ist in diesem Zusammenhang wichtig, da dies auch individuelle Auswirkungen hat. Im sekundären Verarbeitungssystem mit dem sequentiellen Prozessor gibt es eine individuelle Leistungskomponente. So bestimmt das Arbeitsgedächtnis über die Menge an Informationen mit, welche ein Mensch verarbeiten kann, ohne dass es zu einer IÜ kommt (Nerdinger et al., 2008, S. 337). Das Arbeitsgedächtnis nimmt dabei eine zentrale Rolle ein, da es einerseits die Informationen kurzzeitig speichert und andererseits weiterverarbeitet. Dadurch wird das Arbeitsgedächtnis beim Eintreffen vieler Informationen an eine große Speicheranforderung gestellt und dies kann die Verarbeitungsqualität negativ beeinflussen.
Qualitative Vorstudie: Auf Basis von Experteninterviews wurde ein Kategoriensystem entwickelt und eine Arbeitsdefinition erstellt, um das komplexe Konstrukt der Informationsüberlastung operationalisierbar zu machen.
Erstellung des Fragebogens: Dieser Abschnitt beschreibt die Itemgenerierung, die auf den Erkenntnissen der qualitativen Vorstudie und Literaturanalysen basiert, sowie das Antwortformat der Skalen.
Deskriptive Statistiken: Hier werden die soziodemografischen Daten der Stichprobe sowie Rücklaufstatistiken und Datenbereinigungsmethoden aufgeführt.
Itemanalyse und Skalenkonstruktion: Dieses Kapitel behandelt die statistische Prüfung der Items, die Faktorenanalyse zur Identifikation der Skalenstrukturen sowie die Reliabilitäts- und Trennschärfeprüfung.
Validierung: Die Validierung des neu entwickelten Fragebogens erfolgte anhand bewährter Instrumente wie dem AVEM-44 und dem BFI-K sowie durch harte, quantitativ messbare Kriterien.
Inferenzstatistische Ergebnisse: Es werden multiple Regressionen dargestellt, um die Zusammenhänge zwischen den Situationen, Ursachen und Symptomen sowie deren Moderations- und Mediationseffekte zu belegen.
Informationsbelastung, Informationsüberlastung, Persönlichkeit, Big Five, BFI-K, AVEM-44, Belastung, Beanspruchung, Mediation, Moderation, Arbeitspsychologie, Fragebogenkonstruktion.
Die Arbeit widmet sich der Entwicklung eines wissenschaftlich fundierten Fragebogens, der erstmals die Informationsbelastung und Informationsüberlastung im Arbeitskontext quantitativ erfassbar macht.
Der Fokus liegt auf den Situationen, in denen Informationsbelastung auftritt, den Ursachen, die diese begünstigen, sowie den resultierenden Symptomen und Beanspruchungsreaktionen der Individuen.
Das Vorgehen kombiniert einen qualitativen Ansatz (Experteninterviews) zur Kategorienbildung mit einem quantitativen Ansatz (Online-Fragebogenstudie mit 357 Personen) zur Skalenkonstruktion und Validierung.
Durch Trends wie Digitalisierung, ständige Erreichbarkeit und Informationsflut ist die menschliche Informationsverarbeitungskapazität häufig überfordert, was zu psychischen und physischen Beanspruchungen führt.
Neben dem AVEM-44 für arbeitsbezogenes Erleben und Verhalten wird das BFI-K für die Erhebung der Big Five Persönlichkeitsfaktoren verwendet.
Wichtige Grundlagen bilden das Modell der Informationsverarbeitung nach Rasmussen sowie die Metaanalyse von Eppler und Mengis zum Thema Informationsüberlastung.
Die Ergebnisse bieten Anhaltspunkte für gezielte Interventionen in Unternehmen, um die Arbeitsgestaltung zu optimieren und die Resilienz der Beschäftigten gegenüber Informationsüberflutung zu stärken.
Es wurde nachgewiesen, dass die Belastung durch die Ursachen den Zusammenhang zwischen der Belastung durch Situationen und den Symptomen vollständig mediiert, was die Ursachen zum entscheidenden Ansatzpunkt für Präventionsmaßnahmen macht.
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