Bachelorarbeit, 2017
54 Seiten, Note: 1,3
1. Eine Frage der Gerechtigkeit
2. Das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg historisch-kritisch gelesen
2.1 Was ist Gerechtigkeit?
2.2 Einordnung des Gleichnisses von den Arbeitern im Weinberg im Evangelium nach Matthäus
2.3 Sprachlich-narrative Analyse (Bildlichkeit)
2.4 Sozialgeschichtliche Analyse (Bildspendender Bereich)
2.5 Analyse des Bedeutungshintergrunds (Bildfeldtradition)
2.6 Zusammenfassende Auslegung (Deutungshorizonte)
2.7 Aspekte der Parallelüberlieferung und Wirkungsgeschichte
3. Das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg kinderexegetisch gelesen
3.1 Werteentwicklung von Kindern
3.1.1 Das Gerechtigkeitsverständnis von Kindern und Jugendlichen im Licht der Theorie von Lawerence Kohlberg
1. Gerechtigkeit auf dem präkonventionellen Niveau
2. Gerechtigkeit auf dem konventionellen Niveau
3. Gerechtigkeit auf dem postkonventionellen Niveau
3.1.2 Gottes Gerechtigkeit aus der Sicht von Kindern und Jugendlichen
3.2. Mit Kindern theologisieren
3.2.1 Warum gibt es die Kindertheologie?
3.2.2. Was ist Kindertheologie?
3.2.3. Kinder als Exegeten – Kinder als Interpreten biblischer Texte
3.3. Dimensionen der Elementarisierung am Beispiel von Mt 20,1-16
3.3.1. Elementare Strukturen
3.3.2. Elementare Zugänge
3.3.3 Elementare Erfahrungen
3.3.4 Elementare Wahrheiten
3.5 Die Auffassung des Gleichnisses von den Arbeitern im Weinberg eines Neunjährigen
3.5.1 Voraussetzungen
3.5.2 Verlauf des Gesprächs
3.5.3 Fazit des Gesprächs
3.6. Praktische Erfahrungen: ein Bibelgespräch über das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg in einer Kommuniongruppe
3.6.1. Voraussetzungen
3.6.2. Verlauf des Gesprächs
3.6.3. Fazit des Gesprächs
4. Gemeinsamkeiten und Unterschiede der historisch-kritischen Exegese und der Kinderexegese
4.1. Die Rolle des Gutsherrn
4.2. Die Rolle der Arbeiter im Weinberg
5. Eine Frage der Gerechtigkeit – Fazit und Ausblick
Diese Bachelorarbeit untersucht das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg (Mt 20,1-16) sowohl aus einer historisch-kritischen als auch aus einer kindertheologischen Perspektive, um zu analysieren, ob Kinder in der Lage sind, komplexe theologische Fragen zur Gerechtigkeit zu erfassen.
2.3 Sprachlich-narrative Analyse (Bildlichkeit)
Das Gleichnis ist gegliedert in drei Akte. Der erste Akt beschäftigt sich mit der Situation, in welcher Arbeiter im Weinberg angestellt werden, der zweite Akt mit der Krise der Auszahlung der Arbeiter und der dritte Akt mit der Lösung der Krise im Sinne eines Gesprächs mit den Arbeitern und dem Gutsherrn. Die Szenen unterscheiden sich in den verschiedenen Handlungsschauplätzen, in welcher die Akte spielt.
Die erste Szene findet auf dem Marktplatz statt. Sie handelt von Vers 2 bis Vers 7. Der Gutsherr wirbt in einem Drei-Stunden-Rhythmus Arbeiter an. Mit den Angeworbenen der ersten Stunde verhandelt er den Lohn von einem Denar zum Tagesende. Dies ist die einzige Abmachung, welche der Gutsherr mit seinen Arbeitnehmern über die Höhe des Lohns trifft. Den Arbeitern der dritten Stunde verspricht er, was gerecht ist (V. 4). Bei den Arbeitern der sechsten und neunten Stunde verliert der Gutsherr nur wenige Worte (V. 5). Im Gegensatz dazu stehen die Arbeitern der elften Stunde, mit welchen der Gutsherr einen Dialog führt. Matthäus will damit zum Ausdruck bringen, dass die Arbeiter der elften Stunde eine wichtigere Rolle in der Parabel spielen. Sie werden durch den hohen Redeanteil hervorgehoben. Durch die Arbeiter der sechsten und neunten Stunde wird die Spannung aufrechterhalten. Der Leser soll ein Schema erkennen, in welchem der Gutsherr die Arbeiter einstellt. Dieses Drei-Stunden-Schema wird mit den letzten Arbeitern unterbrochen, da diese zur elften Stunde angestellt werden.
1. Eine Frage der Gerechtigkeit: Einführung in die Thematik der Gerechtigkeit im Alltag und die Bedeutung des Gleichnisses für Kinder.
2. Das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg historisch-kritisch gelesen: Wissenschaftliche Analyse des Textes unter Berücksichtigung des Gerechtigkeitsbegriffs, der Sozialgeschichte und des matthäischen Kontexts.
3. Das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg kinderexegetisch gelesen: Untersuchung des kindlichen Gerechtigkeitsempfindens und theoretische Fundierung der Kindertheologie sowie Durchführung von Bibelgesprächen.
4. Gemeinsamkeiten und Unterschiede der historisch-kritischen Exegese und der Kinderexegese: Synthese und Gegenüberstellung der Forschungsergebnisse aus den vorangegangenen Kapiteln.
5. Eine Frage der Gerechtigkeit – Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Reflexion über die Ergebnisse.
Gerechtigkeit, Gleichnis, Arbeiter im Weinberg, Kindertheologie, Bibeldidaktik, Exegese, historisch-kritische Methode, Matthäusevangelium, Wertebildung, Elementarisierung, moralische Entwicklung, Lawrence Kohlberg, Bibelgespräch, Kommuniongruppe, Religion.
Die Arbeit untersucht das neutestamentliche Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg (Mt 20,1-16) unter dem Aspekt der Gerechtigkeit, wobei sie zwei methodische Zugänge – die historisch-kritische Exegese und die kindertheologische Deutung – vergleicht.
Zentrale Themen sind die biblische Exegese, die entwicklungspsychologische Wertebildung von Kindern sowie die religionspädagogische Praxis des Theologisierens mit Kindern im Kontext der Kommunionvorbereitung.
Das Ziel ist es, zu analysieren, wie Kinder das Gleichnis verstehen und ob sie fähig sind, eine eigene, teils moralische, teils gleichnishafte Interpretation zu entwickeln, die in Beziehung zur wissenschaftlichen Exegese gesetzt wird.
Die Arbeit nutzt die historisch-kritische Methode für die Textauslegung und kombiniert diese mit religionspädagogischen Ansätzen der Elementarisierung sowie einer qualitativ-empirischen Auswertung von geführten Bibelgesprächen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historisch-kritische Analyse des Gleichnisses, eine theoretische Abhandlung zur moralischen Entwicklung nach Kohlberg und Kindertheologie sowie die Darstellung und Auswertung von Bibelgesprächen mit einem Neunjährigen und einer Kommuniongruppe.
Neben dem zentralen Begriff der Gerechtigkeit sind "Kindertheologie", "Elementarisierung", "historisch-kritische Exegese" und "Bibelgespräch" essenziell für das Verständnis der Untersuchung.
Kinder assoziieren den Gutsherrn oft unmittelbar mit einem gütigen Gott, der allen Menschen hilft, während die historisch-kritische Exegese das Bild aufgrund der Provokation des Gutsherrn und der Ungerechtigkeitssymbolik wesentlich kritischer sieht.
In der Kommuniongruppe zeigte sich, dass eine dynamische Gruppenbeeinflussung stattfindet, die dazu führen kann, dass Kinder ihre anfänglich moralisch-kritische Haltung zugunsten einer durch andere Gruppenmitglieder gestützten, positiven Deutung des Gutsherrn revidieren.
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