Masterarbeit, 2020
95 Seiten, Note: 2,3
1 Problemstellung und Relevanz
1.1 Lernunterstützer im Kontext kooperativen Lernens
1.2 Forschungsfragen
2 Theoretische Grundlagen des kooperativen Lernens
2.1 Definitionen und Merkmale des kooperativen Lernens
2.2 Abgrenzung zu kollaborativem Lernen
2.3 Abgrenzung zu traditioneller Gruppenarbeit
2.4 Formen des kooperativen Lernens
2.5 Theoretische Perspektiven zum kooperativen Lernen und dessen kognitive Effekte auf Lernen und Leistung
2.5.1 Motivationale Perspektiven
2.5.2 Perspektiven der sozialen Kohäsion
2.5.3 Entwicklungsperspektiven
2.5.4 Perspektive der kognitiven Elaboration
2.5.5 Übungsperspektive
2.5.6 Organisationsperspektive
2.6 Die Rolle der Lehrperson beim kooperativen Lernen
2.7 Kooperative Unterrichtsformen im Vergleich mit Einzelarbeit und Frontalunterricht
2.7.1 Einzelarbeit
2.7.2 Frontalunterricht
2.8 Grundlagen und Voraussetzungen für Kooperatives Lernens
2.8.1 Kooperative Lehr-Lern-Arrangements
2.9 Kooperatives Lernen und Peer-Learning Strategies
2.9.1 Peer Tutoring
2.9.2 Classwide Peer Tutoring
2.10 Zusammenfassung
3 Theoretische Grundlagen für soziale Kompetenzen
3.1 Verwandte Konzepte
3.2 Perspektiven verschiedener Disziplinen
3.3 Kompetenz und soziale Kompetenz
3.3.1 Entwicklung des Kompetenzbegriffs
3.3.2 Definitorische Ansätze der Kompetenz
3.4 Soziale Kompetenz
3.4.1 Begriffsbestimmung
3.4.2 Multidimensionalität sozialer Kompetenzen
3.5 Negative soziale Phänomene in Verbindung mit Kooperation
3.6 Modelle sozialer Kompetenzen
4 Empirischer Forschungsstand
4.1 Allgemeine empirische Forschungsergebnisse
4.2 Annäherung und Versuch der Begriffsbestimmung eines Lernunterstützers
5 Eigene Forschung
5.1 Methodik
5.2 Methodisches Vorgehen bei der qualitativen Inhaltsanalyse
5.3 Design der Datenerhebung
5.4 Entwicklung eines Interview-Leitfaden
5.5 Analyse der Stichprobe
5.6 Analysemethoden der empirischen Untersuchung
6 Ergebnisse und Diskussion
6.1 Ergebnisse der Interviews mit Dozierenden
6.2 Ergebnisse der Interviews mit Studierenden
7 Diskussion der Ergebnisse
8 Fazit
Die Masterarbeit untersucht, welche sozialen Kompetenzen und individuellen Voraussetzungen ein Gruppenmitglied in einer kooperativen Lerngruppe dazu befähigen, als „Lernunterstützer“ zu fungieren und somit den Gruppenprozess sowie den Lernerfolg positiv zu beeinflussen. Dabei wird eine qualitative Analyse durchgeführt, um die subjektiven Perspektiven von Dozierenden und Studierenden zu erfassen und den bislang in der Literatur nicht etablierten Begriff des Lernunterstützers theoretisch und empirisch zu fundieren.
2.1 Definitionen und Merkmale des kooperativen Lernens
Der Begriff kooperativ, vom lateinischen cooperatio, bedeutet zu Deutsch Mitwirkung oder auch Zusammenwirkung. Bereits im ersten Jahrhundert nach Christus wurde das kooperative Lernen erstmals von Quintilian (30 - 96) erwähnt und beschrieben. Auch im Mittelalter gab es hierzu einige Ansätze, allen voran von Amos Comenius, der, wie bereits in der Einleitung erwähnt, schon im 17. Jahrhundert Ideen und Umsetzungsvorschläge für ein schülerorientiertes Lernen diskutiert hat. Allerdings wird in der pädagogischen Literatur der Begriff kooperatives Lernen auch bis heute nicht einheitlich verwendet und klar definiert. Im weitesten Sinne, und hier überschneiden sich nahezu alle existierenden Definitionen, wird er verwendet, wenn zwei oder mehr Personen innerhalb einer bestimmten Umgebung als Gruppe zusammenarbeiten, mit dem Ziel, sich Wissen anzueignen (DILLENBOURG 1999, 2).
Slavin (1995, 2) definiert kooperatives Lernen, als eine alternative Unterrichtsform zum traditionellen Frontalunterricht. Die Lernenden eignen sich hier in kleinen Gruppen im Austausch miteinander Wissen an und unterstützen sich gegenseitig. Der Erfolg der Gruppe hängt hier inkrementell ab vom Lernerfolg des Einzelnen. Slavin unterstreicht auch das positive motivationale Potential, gerade für weniger leistungsfähige Schüler, welches in einer richtig eingesetzten und gut strukturierten kompetitiven (Lern-)Atmosphäre unter den Lernenden steckt. Lewis und Cowie (1993, 38) wiederum betonen die Bedeutung des Austausches der Lernenden untereinander in einer kooperativen Lernumwelt:
„Was ist kooperative Gruppenarbeit? Wichtigstes Merkmal ist, dass Kinder durch Ausdruck und Erforschung unterschiedlicher Gedanken und Erfahrungen in kooperativer Gemeinschaft lernen. […] bei dieser Art der Arbeit versucht niemand, besser als irgendein anderes Gruppenmitglied zu sein. Es geht nicht um den Wettkampf mit anderen in der Gruppe; es geht darum, die unterschiedlichen Ressourcen der Gruppe dafür zu nutzen, Verständnis zu vertiefen, Urteile zu schärfen und Wissen zu erweitern.“
1 Problemstellung und Relevanz: Einführung in die historische Entwicklung und die Bedeutung des kooperativen Lernens sowie Formulierung der Forschungsfragen.
2 Theoretische Grundlagen des kooperativen Lernens: Detaillierte Darstellung der Konzepte, Formen und theoretischen Perspektiven sowie Abgrenzung zu anderen Sozialformen.
3 Theoretische Grundlagen für soziale Kompetenzen: Herleitung des Begriffs der sozialen Kompetenz unter Einbeziehung verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen und Modelle.
4 Empirischer Forschungsstand: Zusammenfassung bestehender Forschungsergebnisse zu den Effekten von Kooperation und individuellen Einflussfaktoren.
5 Eigene Forschung: Erläuterung des methodischen qualitativen Vorgehens, des Forschungsdesigns und der Datenerhebung.
6 Ergebnisse und Diskussion: Präsentation und Analyse der Interviewdaten von Dozierenden und Studierenden zur Rolle des Lernunterstützers.
7 Diskussion der Ergebnisse: Zusammenführende Betrachtung der gewonnenen Erkenntnisse und deren Bedeutung im Kontext der Forschungsfragen.
8 Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfragen und Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf.
Kooperatives Lernen, Lernunterstützer, Soziale Kompetenz, Qualitative Inhaltsanalyse, Gruppenarbeit, Lehr-Lern-Arrangements, Kompetenzfacetten, Motivation, Peer-Learning, Empathie, Kommunikationsfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Lernprozess, Universitätskontext, Gruppenprozesse
Die Arbeit analysiert die Rolle von sogenannten „Lernunterstützern“ innerhalb kooperativer Lerngruppen im universitären Kontext und identifiziert die spezifischen sozialen Kompetenzen und Voraussetzungen, die diese auszeichnen.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen des kooperativen Lernens, die Definition und Messbarkeit sozialer Kompetenzen, sowie empirische Ergebnisse zur Gruppendynamik und zum individuellen Lernerfolg.
Ziel ist es, herauszufinden, welche Facetten der sozialen Kompetenz, kognitive Fähigkeiten und motivationale Aspekte ein Mitglied einer Lerngruppe dazu befähigen, unterstützend auf die Gruppenarbeit einzuwirken.
Die Arbeit nutzt die qualitative Inhaltsanalyse nach Kuckartz, basierend auf leitfadengestützten Interviews mit Dozierenden und Studierenden der Wirtschaftspädagogik.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Theoriebildung zu Kooperation und Sozialkompetenz, einen Überblick zum Forschungsstand sowie die Darstellung der eigenen empirischen Ergebnisse und deren Diskussion.
Die wichtigsten Begriffe umfassen kooperatives Lernen, Lernunterstützer, soziale Kompetenzen, Gruppeninteraktionen, motivationale Voraussetzungen und qualitative Sozialforschung.
Die Arbeit verdeutlicht, dass kooperatives Lernen im Gegensatz zu unstrukturierten Gruppenarbeiten gezielte Interdependenzen erfordert, um positive Lern- und Leistungseffekte zu erzielen.
Die Studie zeigt sowohl aus Sicht der Dozierenden als auch der Studierenden, dass Empathie als zentrale Voraussetzung gilt, um sich in die Bedürfnisse anderer Gruppenmitglieder hineinzuversetzen und konstruktiv zu interagieren.
Der Trittbrettfahrer wird als ein die Gruppe schädigendes Verhalten eingestuft, das durch mangelnde Motivation oder unzureichende Mitwirkung die Erreichung der Lernziele in kooperativen Gruppen gefährdet.
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