Masterarbeit, 2021
143 Seiten, Note: 1,0
Die vorliegende Masterarbeit befasst sich mit der Auslegung eines gasgelagerten Kolbens für eine innovative Mehrzylinder-Freikolben-Stirling-Kältemaschine vom Alpha-Typ. Das Hauptziel ist die Entwicklung eines neuen Berechnungsansatzes für Gaslager, deren Druckversorgung intern durch den Kompressionsdruck des Kolbens erfolgt, was zu periodisch wechselnden Druckverhältnissen führt.
1.2 Notwendigkeit von Gaslagern bei Stirling-Maschinen
Diese Probleme konnten mit der Einführung von Freikolben-Stirling-Maschinen weitestgehend gelöst werden, indem die oszillierende Kolbenbewegung nicht mehr durch einen Kurbeltrieb realisiert wird, sondern durch ein in Resonanzfrequenz schwingendes Feder-Masse-System. Die Federn werden oft als Flexure Bearings ausgeführt (siehe Abbildung 6), die eine Kombination aus Federung und Führung darstellen und im Gegensatz zu Schraubendruckfedern keine radiale Kraftkomponente erzeugen¹⁹. Ein weiterer Vorteil dieser Bauart besteht in seiner Einfachheit, da der Kolben das einzige bewegte Teil darstellt. Außerdem kann die trocken laufende Kolbendichtung durch das Fehlen von radialen Kräften und die exakte Führung der Flexure Bearings durch eine berührungsfreie Spaltdichtung ersetzt werden. Bei dieser Dichtungsart ist ein gewisses Leck zwar unvermeidlich, aber dafür wird ein wartungsfreier Betrieb der Stirling-Maschine ermöglicht. Die Lebensdauer von Stirling-Kryokühlern konnte durch die Einführung von Flexure Bearings in Kombination mit einer berührungsfreien Spaltdichtung von ca. einem halben Jahr auf über fünf Jahre erhöht werden, was einen großen Technologiesprung darstellt¹⁹.
Eine verbleibende Schwierigkeit bei der berührungsfreien Spaltdichtung besteht allerdings in der exakten Ausrichtung des Kolbens im Zylinder. Dabei muss trotz des sehr geringen Lagerspalts ein Kontakt zwischen beiden Bauteilen vermieden werden. Dieser Arbeitsschritt erfordert hochpräzise, teure Werkzeuge und großen Arbeitsaufwand, was unvereinbar mit einer kostengünstigen Fertigung ist²⁰. Daher sind viele Hersteller von Freikolben-Stirling-Maschinen dazu übergegangen, die berührungsfreie Spaltdichtung mit einer selbstzentrierenden Gaslagerung zu kombinieren. Um den Kolben die Selbstzentrierung zu ermöglichen, muss er aber von der exakten Führung der Flexure Bearings entkoppelt werden (beispielsweise durch ein elastisches Element). Für die genaue Ausführung der Gaslagerung sind schließlich viele technische Lösungen entstanden, die in Kapitel 3 näher beschrieben werden.
1 Einführung zu Gaslagern: Dieses Kapitel stellt die Grundlagen von Gaslagern vor und erläutert die Notwendigkeit ihrer Anwendung speziell bei Stirling-Maschinen.
2 Ziel der Arbeit: Hier werden die primäre Forschungsfrage und die angestrebte Methodik der Masterarbeit klar definiert.
3 Stand der Technik: Das Kapitel bietet einen umfassenden Überblick über bestehende Arbeiten und verfügbare Technologien im Bereich gasgelagerter Kolben und deren Anwendung in verschiedenen industriellen Kontexten.
4 Geplanter Aufbau des gasgelagerten Kolbens: Dieses Kapitel detailliert die konstruktive Gestaltung des Kolbens sowie die für die Funktionalität erforderlichen Fertigungstoleranzen.
5 Rechnerischer Nachweis der Funktionsfähigkeit: Hier werden die Modellierung, Simulation und detaillierte Berechnungen der Kolbenbewegung, Masseströme, Drücke, Tragkraft und Steifigkeit des Gaslagers umfassend dargestellt.
6 Einfluss ausgewählter Parameter auf die Tragkraft: Dieses Kapitel analysiert systematisch, wie verschiedene Parameter wie die Anzahl und Art der Rückschlagventile, das Volumen des Gasreservoirs, die Breite der Drosseln und das Kolbenlängen-Durchmesser-Verhältnis die Tragkraft beeinflussen.
7 Zusammenfassung und Ausblick: Das Schlusskapitel fasst die wichtigsten Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf potenzielle zukünftige Forschungs- und Entwicklungsmöglichkeiten.
Gaslagerung, Freikolben-Stirling-Kältemaschine, Kolben, Aerostatisches Radiallager, Simulink, Druckverhältnisse, Masseströme, Tragkraft, Steifigkeit, Parameterstudie, Flexure Bearings, Spaltdichtung, Drossel, Simulation, Konstruktion
Diese Masterarbeit befasst sich grundsätzlich mit der Auslegung und Funktionsweise eines gasgelagerten Kolbens für eine neuartige Mehrzylinder-Freikolben-Stirling-Kältemaschine, wobei insbesondere die interne Druckversorgung des Lagers berücksichtigt wird.
Die zentralen Themenfelder umfassen die Auslegung von Gaslagern, die Modellierung und Simulation dynamischer Druckverhältnisse und Masseströme, sowie die Berechnung von Tragkraft und Steifigkeit dieser Lager.
Das primäre Ziel ist die Entwicklung eines Berechnungsansatzes für Gaslager, die intern durch den Kompressionsdruck des Kolbens versorgt werden und somit periodische Druckänderungen erfahren, sowie die Bereitstellung einfacher Dimensionierungsgleichungen.
Die Arbeit verwendet eine Modellierung und Simulation mittels der Software Simulink, um die kontinuierliche Berechnung von Druckverhältnissen und Masseströmen basierend auf der Kolbenbewegung durchzuführen und eine Parameterstudie zu ermöglichen.
Der Hauptteil behandelt die Einführung in Gaslager, den Stand der Technik, den geplanten Aufbau des gasgelagerten Kolbens sowie den rechnerischen Nachweis der Funktionsfähigkeit durch detaillierte Analysen von Masseströmen, Drücken, Tragkraft und Steifigkeit.
Die Arbeit wird durch Schlüsselwörter wie Gaslagerung, Freikolben-Stirling-Kältemaschine, Simulink, Tragkraft, Steifigkeit und Parameterstudie charakterisiert.
Flexure Bearings werden bei Freikolben-Stirling-Maschinen als Feder-Masse-Systeme eingesetzt, um die oszillierende Kolbenbewegung ohne Kurbeltrieb zu realisieren und bieten eine Kombination aus Federung und Führung ohne radiale Kraftkomponenten.
Die interne Druckversorgung führt zu periodischen Änderungen der Druckverhältnisse, was einen von herkömmlichen Gaslagern abweichenden Berechnungsansatz für die Auslegung erforderlich macht.
In aerostatischen Radiallager können Drosseln in Form von Mikroblenden, Kapillaren oder porösem Material eingesetzt werden, um einen Druckabfall zu erzeugen und die Strömung auf den Lagerspalt zu begrenzen.
Der rechnerische Nachweis der Funktionsfähigkeit erfolgt durch detaillierte Modellierung und Simulation im Hauptteil der Arbeit, einschließlich der Bestimmung von Kolbenbewegung, Masseströmen, Drücken, Tragkraft und Steifigkeit.
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