Bachelorarbeit, 2018
47 Seiten, Note: 1,1
1 Einleitung
2 Untersuchungsgrundlage
2.1 Methodik
2.2 Definition Frauenbild
2.3 Theorie
2.4 Die ausgewählten Mädchenbücher
3 Quellenbeschreibung
3.1 Pucki
3.2 Bummi
3.3 Bille und Zottel
3.4 Carlotta
4 Analyse
5 Der Wandel der Rollenerwartungen
6 Fazit
Die Arbeit untersucht den Wandel von Rollenerwartungen und Frauenbildern in populären deutschen Mädchenbuchserien über einen Zeitraum von mehr als 80 Jahren, indem sie vier exemplarische Buchreihen anhand soziologischer Konzepte analysiert.
2.3 Theorie
Da nach Vogt und Dörner die „Literatur als zeichenhafte Objektivation kultureller Praxis [aufgefasst]...“ 18 wird, wurden zur genaueren Untersuchung der textinternen Gesichtspunkte soziologische Konzepte genutzt. Dabei handelt es sich neben dem Habituskonzept von Pierre Bourdieu auch um das Konzept der Performativität besonders der performativen Sprechakte von Judith Butler.
Bei dem Habituskonzept handelt es sich nach Bourdieu zunächst einmal um Systeme, die verschiedene Verhaltensweisen hervorbringen. Dies beschreibt er wie folgt
„... Habitusformen als Systeme dauerhafter und übertragbarer Dispositionen, als strukturierte Strukturen, die wie geschaffen sind, als strukturierende Strukturen zu fungieren, d. h. als Erzeugungs- und Ordnungsgrundlagen für Praktiken und Vorstellungen, die objektiv an ihr Ziel angepasst sein können, ohne jedoch bewusstes Anstreben von Zwecken und ausdrückliche Beherrschung der zu deren Erreichung erforderlichen Operationen vorauszusetzen, die objektiv »geregelt« und »regelmäßig« sind, ohne irgendwie das Ergebnis der Einhaltung von Regeln zu sein, und genau deswegen kollektiv aufeinander abgestimmt sind, ohne aus dem ordnenden Handeln eines Dirigenten hervorgegangen zu sein“19.
Bei dem Habitus handelt es sich also um die Grundlage für eine Vielzahl von Gedanken, Wahrnehmungen, Äußerungen und Handlungen, die sich in jedem Tun einer Person äußern können.20 Bourdieu geht davon aus, dass der Habitus „...ein erworbenes System von Erzeugungsschemata...“21 ist. Bei dem Habitus handelt es sich also nicht um etwas Angeborenes, sondern um etwas, das von der jeweiligen Person durch verschiedene Einflüsse ausgebildet wird.
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung zur Entwicklung des Frauenbildes in Mädchenbuchserien von 1935 bis 2018 ein und grenzt die Auswahl der vier untersuchten Buchreihen methodisch ein.
2 Untersuchungsgrundlage: Dieses Kapitel erläutert die methodische Vorgehensweise, definiert zentrale Begriffe wie das Frauenbild und legt mit dem Habituskonzept und der Performativitätstheorie das theoretische Fundament der Analyse.
3 Quellenbeschreibung: Hier werden die Autorenbiografien, der Entstehungskontext und die inhaltlichen Eckdaten der vier Buchreihen Pucki, Bummi, Bille und Zottel sowie Carlotta detailliert vorgestellt.
4 Analyse: Das Kapitel untersucht textinterne Aspekte wie habituelles Verhalten und performative Sprechakte, um den Wandel des Frauenbildes und das Aufbrechen traditioneller Rollenmuster in den ausgewählten Büchern aufzuzeigen.
5 Der Wandel der Rollenerwartungen: Die Analyseergebnisse werden hier in den zeithistorischen Kontext eingebettet und mit politischen sowie gesellschaftlichen Entwicklungen wie dem Wandel des BGB verknüpft.
6 Fazit: Die Arbeit resümiert, dass sich das Frauenbild in den Serien deutlich gewandelt hat, wenngleich traditionelle Stereotypen und Abhängigkeiten, insbesondere in aktuellen Reihen, weiterhin präsent bleiben.
Frauenbild, Mädchenbücher, Rollenerwartungen, Habitus, Performativität, Sozialgeschichte, Mädchenliteratur, Geschlechterrollen, Emanzipation, Mediensoziologie, Stereotypen, Literatursoziologie, Rollenwandel.
Die Arbeit analysiert, wie sich das Frauenbild in deutschsprachigen Mädchenbuchserien im Zeitraum von 1935 bis 2018 verändert hat.
Im Fokus stehen die literarische Darstellung von Mädchen und Frauen, der Einfluss gesellschaftlicher Normen sowie die Entwicklung weiblicher Selbstständigkeit in der Jugendliteratur.
Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Rollenerwartungen im Wandel?! Die Entwicklung des Frauenbildes in Mädchenbuchserien zwischen 1935 und 2018“.
Die Autorin nutzt sozialgeschichtliche und gesellschaftstheoretische Ansätze, insbesondere das Habituskonzept von Pierre Bourdieu und die Theorie der performativen Sprechakte von Judith Butler.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Quellenbeschreibung der Serien, eine detaillierte Analyse des Verhaltens und der Sprache der Protagonistinnen sowie die Einordnung der Ergebnisse in den historischen Kontext.
Wichtige Begriffe sind Frauenbild, Mädchenliteratur, Rollenerwartungen, Habitus, Performativität, Geschlechterrollen und Emanzipation.
Pucki durchläuft eine Entwicklung hin zum Idealbild der angepassten Hausfrau und Mutter, während spätere Figuren wie Bille eine deutlich höhere Selbstständigkeit und Unabhängigkeit zeigen.
Besonders in älteren Werken und teilweise auch bei der aktuellen Serie "Carlotta" ist die Abhängigkeit der Protagonistin von männlichen Figuren, die helfend eingreifen, ein zentrales Motiv.
Die Arbeit ordnet "Carlotta" als ein "pseudo-neues" Mädchen ein, das zwar moderner wirkt, aber durch die fortwährende Abhängigkeit von der Hilfe männlicher Freunde Rückschritte in der Darstellung von Selbstständigkeit aufweist.
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