Diplomarbeit, 1997
76 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Material und Methoden
2.1 Cherax destructor
2.2 Tierhaltung
2.3 Präparation
2.3.1 Das Kopf-Stomatogastrik-Präparat
2.3.1.1 Immobilisierung der Tiere
2.3.1.2 Öffnen des Carapax
2.3.1.3 Herstellung des Präparates
2.3.2 in vivo Ableitungen
2.3.2.1 Immobilisierung für die in vitro Präparation
2.3.2.2 Öffnen der Tiere und Anbringen der Elektroden
2.4 Reagenzien und Versuchsaufbau
2.5 Elektrophysiologie
2.6 Hilfsmittel
3. Ergebnisse
3.1 Neuronale Rhythmen bei Cherax destructor
3.1.1 in vitro
3.1.1.1 Pylorischer Rhythmus
3.1.1.2 Gastrischer Rhythmus
3.1.1.3 Spontanaktivität - Pilocarpin
3.1.1.4 stn
3.1.1.5 ion
3.1.2 in vivo
3.1.2.1 Pylorischer Rhythmus
3.1.2.2 Gastrischer Rhythmus
3.2 Modulation der neuralen Rhythmen
3.2.1 in vivo
3.2.1.1 Lichtreiz
3.2.1.2 Bewegungsreiz
3.2.1.3 Fütterung
3.2.1.4 olfaktorisch wirksame Substanzen
3.2.2 in vitro
3.2.2.1 Lichtreiz
3.2.2.2 olfaktorisch wirksame Substanzen
4. Diskussion
4.1 Neuronale Aktivität
4.2 Sensorische Einflüsse auf die stomatogastrischen Rhythmen
Die Arbeit untersucht die funktionellen Einflüsse der Sensorik auf die neuronalen Rhythmen des stomatogastrischen Nervensystems (STNS) beim Australischen Flußkrebs (Cherax destructor), um das Zusammenspiel zwischen zentralen Mustergeneratoren und sensorischem Feedback unter natürlichen Bedingungen besser zu verstehen.
1. Einleitung
Eine zentrale Eigenschaft vieler tierischer Lebewesen ist die ihnen gegebene Möglichkeit, die unterschiedlichsten Bewegungen auszuführen. Diese Bewegungen dienen einerseits der Fortbewegung des Tieres, sie können sich aber auch in der Bewegung innerer Organe äußern. Die Steuerung der Motorik ist vor allem bei Invertebraten häufig Gegenstand der Forschung, da diese Organismen günstige Voraussetzungen für neurobiologische Untersuchungen bieten.
Gemeinsam ist diesen motorischen Systemen, daß sie durch zentrale Mustergeneratoren (CPG = Central Pattern Generator) gesteuert werden. Die von ihnen generierten Muster werden durch Neurone erzeugt, welche die Fähigkeit zu rhythmischer Entladungsaktivität besitzen. Somit können die CPGs dazu eingesetzt werden, einfache Bewegungen zu erzeugen, die einen hohen Anteil an immer wiederkehrenden Komponenten besitzen. Auch im viszeralen Nervensystem ist häufig ein solcher zentraler Mustergenerator zur Steuerung der Bewegung innerer Organe anzutreffen.
Eines dieser neuralen Netzwerke ist für die Innervierung des Vorderdarmes bei Arthropoden zuständig und steuert so die Bewegung des Ösophagus', des Pylorus' sowie der Magenzähne. Diese, als Stomatogastrisches Nervensystem (STNS) bezeichnete Anordnung von Nervenzellen ist innerhalb des Stammes der Arthropoden insbesondere bei decapoden Krebsen besonders gut untersucht.
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung zentraler Mustergeneratoren bei Invertebraten und führt in das stomatogastrische Nervensystem als Modell für die Steuerung motorischer Abläufe bei Decapoden ein.
2. Material und Methoden: Dieses Kapitel beschreibt die Haltung des Australischen Flußkrebses, die spezifische Präparationstechnik für in vitro und in vivo Ableitungen sowie die eingesetzte elektrophysiologische Messtechnik.
3. Ergebnisse: Der Hauptteil präsentiert die spontanen pylorischen und gastrischen Rhythmen sowie deren spezifische Modulation durch äußere sensorische Reize wie Licht, Bewegung und chemische Substanzen.
4. Diskussion: Die Diskussion bewertet die erhobenen Daten, vergleicht sie mit existierenden Modellen anderer Krebstierarten und ordnet die Bedeutung der sensorischen Rückkopplung für die neuronale Netzwerkkontrolle ein.
Cherax destructor, Stomatogastrisches Nervensystem, STNS, zentraler Mustergenerator, CPG, pylorischer Rhythmus, gastrischer Rhythmus, neuronale Modulation, Elektrophysiologie, sensorisches Feedback, in vivo Ableitung, in vitro Präparation, Decapoden, Nervensystem, neuronale Netzwerke
Die Diplomarbeit befasst sich mit der neurobiologischen Untersuchung der stomatogastrischen Rhythmen beim Australischen Flußkrebs, insbesondere dem Einfluss sensorischer Signale auf diese Rhythmen.
Die zentralen Felder umfassen die Elektrophysiologie neuronaler Mustergeneratoren, die sensorische Modulation dieser Netzwerke sowie die Methodik der Ableitung von neuronaler Aktivität bei Krebstieren.
Das Ziel ist es, die funktionellen Einflüsse der Sensorik auf die Aktivität des stomatogastrischen Nervensystems bei der Art Cherax destructor zu identifizieren und zu charakterisieren.
Es werden elektrophysiologische Ableitungen (extrazelluläre Ableitungen von Nerven) an speziellen Kopf-Stomatogastrik-Präparaten sowie Versuche am lebenden, frei beweglichen Tier durchgeführt.
Der Hauptteil präsentiert detaillierte Ergebnisse zu den spontanen Entladungsmustern (pylorisch und gastrisch) und deren Veränderungen durch externe Reize wie Fütterung oder olfaktorische Stimuli.
Wichtige Begriffe sind Cherax destructor, stomatogastrisches Nervensystem (STNS), zentraler Mustergenerator (CPG) und elektrophysiologische Modulation.
Die Arbeit nutzt ein semi-intaktes Kopf-Stomatogastrik-Präparat, das die Aufzeichnung neuronaler Aktivität bei bestehender Verbindung zu höheren Zentren (Gehirn) ermöglicht.
Die Applikation olfaktorisch wirksamer Substanzen führt in den Versuchen häufig zum Starten oder zur Modulation der gastrischen Rhythmik bei den untersuchten Tieren.
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