Magisterarbeit, 1998
79 Seiten, Note: 1,7
I. Vorbemerkung
II. Einleitung - Begriff und Merkmale der Reichsverfassungskampagne
III. Die Reichsverfassungskampagne in Thüringen - Pressestimmen
A. Das Herzogtum Coburg
1. Coburg vor der Annahme der Reichsverfassung
2. Zur Rolle Christian Friedrich Freiherr v. Stockmars
3. Der Publizist Feodor Streit und die Politischen Vereine in Sachsen-Coburg
4. Der Kampf um die Reichsverfassung in Sachsen-Coburg
5. Die Verhältnisse in Sachsen-Coburg nach dem Beitritt zum Dreikönigsbündnis
6. Fazit
B. Das Herzogtum Gotha
1. Gotha vor der Annahme der Reichsverfassung
2. Herzog Ernst II. als „Sieger von Eckernförde“
3. Anerkennung und Kampf um die Reichsverfassung in Sachsen-Gotha
4. Die „theoretisch-republikanische“ Bewegung in Sachsen-Gotha
5. Friedrich Gottlieb Becker und die Gothaer Demokraten
6. Zukunftspläne der Erbkaiserlichen: Die Gothaer Nachversammlung und die Reaktionen der Demokraten
7. Fazit
C. Das Großherzogtum sachsen-weimar-eisenach
1. Sachsen-Weimar-Eisenach nach Annahme der Reichsverfassung
2. Reaktionen auf die Ablehnung der Kaiserkrone
3. Die republikanische Bewegung in Sachsen-Weimar-Eisenach und der Kampf um die Reichsverfassung
4. Preußische Unionspolitik und ihre Wirkung auf das Großherzogtum - Demokratische Strategien zur Frankfurter Reichsverfassung
IV. Gesamtbilanz
Die Arbeit untersucht die Entwicklung und Dynamik der Reichsverfassungskampagne von 1849 in ausgewählten thüringischen Staaten. Das primäre Ziel ist es, die spezifischen politischen Handlungsspielräume, das demokratische Vereinswesen sowie das Verhalten der Landesfürsten und der Bevölkerung in den Herzogtümern Sachsen-Coburg und Gotha sowie im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach zu analysieren und zu bewerten.
Die „theoretisch-republikanische“ Bewegung in Sachsen-Gotha
Diese „theoretisch-republikanische“ Bewegung war in Gotha in der Hauptsache durch die Handwerkerschaft bestimmt, die sich über die Zeitung „Das Handwerk. Zeitung für die gewerbtreibenden Deutschen.“ in „blutrünstig-revolutionärem“ Ton äußerte. Diese Zeitung diente mit ihrer demokratischen Tendenz dem ‘Älteren Gothaer Bürgerverein’ und dem Innungsverein als Plattform und Sprachrohr.
In Thüringen von einer größeren Handwerkerbewegung zu sprechen wäre jedoch verfehlt, da das Verhältnis der Handwerks- zur Gesamtbevölkerung in ganz Thüringen bei 9,5%, in Baden dagegen bei 21% lag. In Baden war der Anteil der Handwerkerschaft zur Gesamtbevölkerung im Vergleich der deutschen Staaten am höchsten, in Thüringen am niedrigsten. Das Verhältnis der Handwerksmeister lag in Thüringen im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung bei 1,9%, in Baden bei 4,5%.
Für Thüringen, wie für die übrigen deutschen Staaten gilt, daß man die Handwerkerschaft nicht als pauschal demokratisch und republikanisch einstufen kann. Allerdings sind unter den selbständigen Handwerkern drei Gruppen auszumachen, die 1848 durch Petitionen auf ihre jeweilige Situation hinzuweisen suchten. Zum einen die Gruppe derer, die die Mitwirkung der Handwerker in der ersten Linie der Aufständischen unterstrich und von der Nationalversammlung eine Berücksichtigung ihrer Wünsche forderte. Die zweite Gruppe hob die mäßigende Wirkung der Handwerker auf die revolutionäre Gesamtbevölkerung hervor, während die dritte sich aus denjenigen zusammensetzte, die sowohl die Revolution, als auch die Gewalt als Druckmittel für politische Veränderungen ablehnten.
I. Vorbemerkung: Einführung in den Forschungsstand zur Revolution von 1848/49 in Thüringen und Definition des Untersuchungsrahmens an drei ausgewählten Beispielen.
II. Einleitung - Begriff und Merkmale der Reichsverfassungskampagne: Definition und zeitliche Einordnung der Reichsverfassungskampagne unter Berücksichtigung unterschiedlicher historischer Interpretationsansätze.
III. Die Reichsverfassungskampagne in Thüringen - Pressestimmen: Analyse der zeitgenössischen Presseberichterstattung zur Kaiserwahl und zum neuen Verfassungswerk in den thüringischen Staaten.
A. Das Herzogtum Coburg: Untersuchung des politischen Klimas in Coburg, der Rolle von Moriz Briegleb und Feodor Streit sowie der Auswirkungen des Beitritts zum Dreikönigsbündnis.
B. Das Herzogtum Gotha: Darstellung der Entwicklung im Herzogtum Gotha, der Bedeutung des Staatsgrundgesetzes sowie der theoretisch-republikanischen Strömungen um Friedrich Gottlieb Becker.
C. Das Großherzogtum sachsen-weimar-eisenach: Analyse der republikanischen Bewegung und der politischen Strategien in Weimar, Jena und Eisenach gegenüber der preußischen Unionspolitik.
IV. Gesamtbilanz: Zusammenfassende Bewertung der Gründe für das Scheitern der Reichsverfassungskampagne und Ausblick auf die langfristige Bedeutung für das Parteiwesen.
Reichsverfassungskampagne, Revolution 1848/49, Thüringen, Sachsen-Coburg und Gotha, Sachsen-Weimar-Eisenach, Märzvereine, Demokratische Bewegung, Konstitutionelle Monarchie, Preußische Unionspolitik, Dreikönigsbündnis, Frankfurter Nationalversammlung, Politische Presse, Volksversammlungen, Volkssouveränität, Parteibildung.
Die Magisterarbeit befasst sich mit den Ereignissen und der politischen Dynamik im Zusammenhang mit der Reichsverfassungskampagne von 1849 in ausgewählten thüringischen Territorien.
Im Zentrum stehen das politische Vereinswesen, die Rolle der Presse, das Agieren lokaler Akteure sowie die Auseinandersetzung zwischen liberalen und demokratisch-republikanischen Strömungen.
Die Arbeit analysiert, wie die Reichsverfassungskampagne in Sachsen-Coburg, Gotha und Sachsen-Weimar-Eisenach verlief und warum sie letztlich an den politischen Gegebenheiten scheiterte.
Der Autor nutzt die Auswertung zeitgenössischer lokaler und überregionaler Zeitungen, Memoiren sowie historischer Fachliteratur, um die Handlungsräume und politischen Mechanismen der Akteure zu rekonstruieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte einzelstaatliche Betrachtung von Coburg, Gotha und Sachsen-Weimar-Eisenach unter Einbeziehung von Quellen und politischen Debatten der Zeit.
Reichsverfassungskampagne, thüringische Staaten, demokratische Vereine, Revolution 1848/49 und preußische Unionspolitik sind die zentralen Begriffe.
Aufgrund der in Personalunion verbundenen, aber politisch und gesellschaftlich unterschiedlichen Entwicklungen in Coburg und Gotha ist eine getrennte Analyse für das Verständnis der jeweiligen Revolutionsreaktionen notwendig.
Das Dreikönigsbündnis markiert den entscheidenden Wendepunkt und den schließlichen Verzicht der Regierungen auf die Frankfurter Reichsverfassung zugunsten einer preußisch dominierten Unionspolitik.
Der Autor beschreibt damit Bewegungen, die zwar ideologisch die Republik als Ziel verfolgten, in der aktuellen politischen Situation jedoch auf eine konstitutionelle Monarchie als notwendigen Übergang setzten, statt sofortigen Umsturz zu fordern.
Sie endete mit dem Scheitern gegenüber der preußischen Unionspolitik, führte jedoch langfristig durch die entstandene Vereinsdichte zur Grundlage für eine spätere Parteienstruktur.
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