Diplomarbeit, 2001
42 Seiten, Note: 1,75
1. Einleitung
1.1. Feminismus
1.2. Performativität
2. Das ICH
2.1. Butlers Subjekt Begriff
2.2. Das nomadische Subjekt
2.3. Identität
2.4. Butlers Identitätsbegriff
2.5. Das Queer- ICH
2.6. Drag
2.7. Körper
2.8. Butlers Handlungsbegriff
2.9. Zusammenfassung und Überlegung
3. Das WIR
3.1. ‘Die Frau’ ist tot – Es lebe ‘die Frau’
3.2. Das IHR- Das andere
3.3. Queer – WIR
4. Resümee
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die komplexe Theorie der feministischen Theoretikerin Judith Butler in Bezug auf die Subjektbegriffe ICH und WIR verständlich aufzuarbeiten, um zu klären, wie Butler das Subjekt definiert und wie sich die Handlungsfähigkeit innerhalb dieser Konzepte gestaltet.
1.2. Performativität
Da bei Butler alles diskursiv ist, verwundert es nicht, daß die Basis ihrer Theorie die Performativität ist. Der Ausdruck ‘Performativität’ basiert auf der Sprechakttheorie von John L. Austin. Performative Sprechakte produzieren oder verwandeln eine Situation. Sie sind „niemals ‚wahr‘ oder ‚falsch‘, sondern sie ‚gelingen‘ oder schlagen ‚fehl‘. Diese Unterscheidung ist für die Theorie der Identitätspolitik, die sich auf den Begriff der Performation stützt, von entscheidender Bedeutung. Denn die Produktivität von Sprechakten „ist der Motor, der alles am Leben hält und ins Leben ruft. Sprachliche Akte bringen die Körperumrisse, Geschlechtsidentitäten, souveräne Subjekte hervor. Durch sie ‚materialisieren‘ sich Macht- und Herrschaftsverhältnisse.“
Das Verb ‘to perform’ hat im Deutschen verschiedene Bedeutungen. Es bedeutet u.a. verrichten, leisten und ausführen. Für Butlers Theorie sind die Übersetzungen aufführen, spielen und vortragen relevanter. Auch das Substantiv ‘performance’ gleich Aufführung ist schlüssig. Dabei hat Performace in Butlers Theorie nichts mit Schauspielerei zu tun, da sie nicht willkürlich ist und demnach auch nicht als subversives Mittel angesehen werden kann. Butler entwickelt Derridas Begriff der Performativität „als eine Praxis des Zitierens“ weiter. „Ein Diskurs funktioniert [...] durch das Zitieren von Normen, wodurch das Zitierte materialisiert wird.“ Daraus folgt, daß es einen fixierten Diskurs nicht gibt. Das Gegenteil ist der Fall, er ist immer eine diskursive Praxis, die im historischen Kontext gesehen werden muß.
1. Einleitung: Einführung in die Fragestellung und den theoretischen Hintergrund von Judith Butlers Arbeit hinsichtlich Geschlecht und Subjekt.
2. Das ICH: Detaillierte Untersuchung des Butler’schen Subjektbegriffs, der Identität, der Körperlichkeit und der Handlungsfähigkeit des Ich.
3. Das WIR: Analyse des feministischen Kollektivs, des Umgangs mit dem "Anderen" und der Bedeutung des queer-Begriffs für die soziale Gemeinschaft.
4. Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und kritische Reflektion der Umsetzbarkeit von Butlers Theorien in die politische Praxis.
Judith Butler, Subjekt, Performativität, Geschlechtsidentität, Dekonstruktion, Drag, Körper, Handlungsfähigkeit, Feminismus, Queer-Theorie, Heterosexuelle Matrix, Identitätspolitik, Macht, Diskurs
Die Arbeit analysiert die theoretischen Konzepte von Judith Butler, insbesondere wie sie das Subjekt sowie die Kategorien ICH und WIR innerhalb der feministischen Theorie definiert.
Im Zentrum stehen die Konzepte der Performativität, die Dekonstruktion von Geschlechtsidentitäten, die Rolle des Körpers und die politische Handlungsfähigkeit in der poststrukturalistischen Philosophie.
Das Ziel ist es, Butlers komplexe und oft als schwer zugänglich empfundene Theorie verständlicher zu machen und zu hinterfragen, wie Identität und Handlungsfähigkeit in ihrer "Macht- und Diskursmatrix" funktionieren.
Die Arbeit nutzt eine dekonstruktivistische Herangehensweise, um Butlers Begriffe in den Kontext feministischer Debatten und Identitätspolitik einzuordnen und kritisch zu prüfen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des ICH (Subjektbegriff, Körper, Identität) und des WIR (die Kategorie Frau, das Verhältnis zum Anderen und queere Gemeinschaften).
Die zentralen Schlagworte sind Judith Butler, Performativität, Subjekt, Geschlecht, Identität und Dekonstruktion.
Drag dient Butler als parodistische Strategie, um den "Natürlichkeitsanspruch" heterosexueller Normen zu entlarven und zu zeigen, dass Geschlecht ein konstruierter Effekt ist.
Die Autorin kritisiert, dass Butlers Theorie aufgrund ihrer hochabstrakten Sprache schwer in konkrete politische Handlungsanweisungen zu übersetzen ist, erkennt jedoch ihr Potenzial zur Horizonterweiterung an.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

