Magisterarbeit, 2002
112 Seiten
1. Einleitung
2. Theoretischer Rahmen
2.1 Forschungszusammenhang
2.2 Methodologische Überlegungen
2.3 Begriffserklärungen
2.3.1 Außenpolitik
2.3.2 Redemokratisierung
2.3.3 Entwicklungsstrategie
2.3.4 Vergleichende Methode
3. Drei Bedingungsfaktoren chilenischer Außenpolitik: Geographische Lage, Regimetyp und Internationaler Kontext
3.1 Geographische Lage
3.2 Regimetyp und Außenpolitik
3.2.1 Konstanz und Wandel in der Außenpolitik Chiles
3.2.2 Die Außenpolitik der Regierung Allende
3.2.2.1 Die importsubstituierende Industrialisierung
3.2.3 Die Außenpolitik des Militärregimes
3.2.3.1 Der entwicklungsstrategische Paradigmenwechsel
3.2.4 Die Außenpolitik seit der Redemokratisierung
3.2.4.1 Der neostrukturalistische Ansatz der CEPAL
3.2.4.2 Aktive Weltmarktintegration
3.2.4.3 Sozialer Austausch
3.2.4.4 Die Rolle des Staates und der Staatsreform
3.3 Internationaler Kontext
3.3.1 Wandel des Internationalen Kontextes
3.3.2 Regionale Kooperation
3.3.3 Interregionale Kooperation
4. Entwicklungsstrategie als Bedingungsfaktor chilenischer Außenpolitik
4.1 Die marktwirtschaftliche Transformation in Chile – Die chilenische Entwicklungsstrategie
4.2 Zusammenhang zwischen marktwirtschaftlicher Transformation und Außenpolitik
4.2.1 Das Netz bilateraler Abkommen
4.2.2 Die Beziehungen zu den USA
4.2.3 Die Beziehungen zu Europa
4.2.4 Die Beziehungen zum asiatisch-pazifischen Raum
4.2.5 Die Beziehungen zu den lateinamerikanischen Staaten
4.3 Beurteilung der chilenischen Entwicklungsstrategie
5. Vergleich der Bedingungsfaktoren der aktuellen chilenischen Außenpolitik
5.1 Geographische Lage, Regimetyp, Internationaler Kontext und Entwicklungsstrategie
6. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die Bedingungsfaktoren der chilenischen Außenpolitik, wobei der Fokus auf dem Einfluss der chilenischen Entwicklungsstrategie liegt. Ziel ist es, durch einen Vergleich der historischen und aktuellen Einflüsse (Geographie, Regimetyp, internationaler Kontext und Entwicklungsstrategie) zu klären, inwieweit die wirtschaftliche Ausrichtung die außenpolitischen Spielräume und Zielsetzungen des Landes bestimmt.
Die importsubstituierende Industrialisierung
Das Modell der importsubstituierende Industrialisierung entstand in Lateinamerika als Reaktion auf die Wirtschaftskrise 1929/1930, da hier traditionelle Exportmärkte verloren gingen. Man konzentrierte sich in der Folgezeit auf den Aufbau einer nationalen Industrie die durch staatliche Subventionierung und protektionistische Abschottung gefördert werden sollte. Eine Binnenmarktorientierung und eine Entwicklung nach innen (desarollo hacia adentro) sollte durch eine aktive Rolle des Staates im Modernisierungsprozess flankiert werden. Ziel war es, durch eine aufholende Entwicklung eine aktive Rolle im Weltmarkt zu erreichen, um so von Preisschwankungen auf dem Rohstoffmarkt unabhängiger zu werden, und dementsprechend der Verschlechterung der terms of trade entgegenzuwirken.
Dementsprechend versuchte die Politik Allendes diese Vertiefung der ökonomischen und politischen Unabhängigkeit unter anderem durch aktive staatliche Eingriffe in die Wirtschaft zu erreichen. Mittels gewährten Einkommenssteigerungen sollte die kaufkräftige Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen gesteigert werden. „Preiskontrollen sollten inflationäre Tendenzen bereits im Ansatz unterbinden, die Abwälzung der Lohnerhöhungen auf die Verkaufspreise verhindern und dazu beitrage, dass die Kaufkraft breiter Volksschichten real erhöht blieb“ (Nohlen 1973: 193).
Im Bereich der Außenwirtschaftspolitik verfolgte man „eine unrealistische Wechselkurspolitik, die mit stabilitätspolitischen Argumentationen einerseits, mit dem ökonomisch sinnfreien Argument der Stärke und Unabhängigkeit andererseits, begründet wurde“ (Nohlen 1973: 207). Das in der Folgezeit eingetretene Absinken der Devisenreserven, die negative Zahlungsbilanz, das Ausbleiben ausländischer Kapitalhilfe sowie die hohe Auslandsverschuldung führten aber zu einer höchst kritischen außenwirtschaftlichen Situation.
1. Einleitung: Darstellung der Problemstellung hinsichtlich der Koexistenz von Konstanz und Wandel in der chilenischen Außenpolitik sowie der vier zentralen Bedingungsfaktoren.
2. Theoretischer Rahmen: Diskussion des Forschungszusammenhangs, der methodologischen Überlegungen und Definition grundlegender Begriffe wie Außenpolitik und Entwicklungsstrategie.
3. Drei Bedingungsfaktoren chilenischer Außenpolitik: Geographische Lage, Regimetyp und Internationaler Kontext: Untersuchung der geographischen Abgeschiedenheit, des Einflusses verschiedener politischer Regime sowie des internationalen Umfelds auf die Außenpolitik.
4. Entwicklungsstrategie als Bedingungsfaktor chilenischer Außenpolitik: Analyse der marktwirtschaftlichen Transformation und deren direkter Zusammenhang mit außenpolitischen Abkommen und Beziehungen zu den wichtigsten Handelsregionen.
5. Vergleich der Bedingungsfaktoren der aktuellen chilenischen Außenpolitik: Synchrone Analyse des Einflusses der vier Bedingungsfaktoren auf die aktuelle Außenpolitik und Beantwortung der Frage nach einem zentralen Faktor.
6. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf die Weiterentwicklung der chilenischen Außenpolitik unter Berücksichtigung der Entwicklungsstrategie.
Chile, Außenpolitik, Entwicklungsstrategie, Marktwirtschaft, Globalisierung, Redemokratisierung, Neoliberalismus, Exportförderung, Handelsabkommen, Geopolitik, Internationale Beziehungen, CEPAL, lateinamerikanische Integration, Wirtschaftstransformation.
Die Arbeit analysiert die Faktoren, die die Außenpolitik Chiles im historischen Verlauf und in der aktuellen Phase nach der Redemokratisierung beeinflussen und bedingen.
Die zentralen Themen sind die vier identifizierten Bedingungsfaktoren: Geographische Lage, Regimetyp, internationaler Kontext und insbesondere die wirtschaftliche Entwicklungsstrategie.
Das Hauptziel ist es, zu ermitteln, ob es einen zentralen Bedingungsfaktor für die chilenische Außenpolitik gibt und welchen Stellenwert die Entwicklungsstrategie dabei einnimmt.
Die Arbeit nutzt die vergleichende Methode, wobei diachrone und synchrone Vergleiche der Variablen durchgeführt werden, um Hypothesen zur chilenischen Außenpolitik zu generieren.
Der Hauptteil behandelt detailliert die historische Entwicklung unter verschiedenen Präsidenten, den Prozess der marktwirtschaftlichen Transformation sowie die Außenhandelspolitik und das Netz bilateraler Abkommen.
Wichtige Begriffe sind Chile, Außenpolitik, Entwicklungsstrategie, Marktwirtschaft, Globalisierung, Neoliberalismus und Exportförderung.
Die geographische Lage, oft als periphere Abgeschiedenheit bezeichnet, prägt das chilenische Selbstverständnis als "pazifische Nation" und beeinflusst die Sicherheits- und Infrastrukturpolitik erheblich.
Der Machtantritt des Militärregimes markierte eine radikale Zäsur, die mit einem Übergang vom importsubstituierenden Modell zu einem radikal neoliberalen Wirtschaftsmodell einherging.
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