Doktorarbeit / Dissertation, 1970
208 Seiten, Note: gut
1 DER BESATZUNGSSENDER HAMBURG UND DIE GRÜNDUNG DES NWDR
1.1 Die Errichtung des Besatzungssenders
1.2 Aufbau von Technik und Programm
1.3 Entnazifizierung und Entlassung von Kommunisten.
1.4 Erste Lizenzen für die Funkpresse
1.5 Die Verordnung 118
1.5.1 Beginn der deutsch-britischen Verhandlungen
1.5.2 Der Besitz der Sender
1.5.3 Die Stellung Nordrhein-Westfalens im NWDR
1.5.4 Die Zusammensetzung des Hauptausschusses
1.6 Die Konstituierung der Aufsichtsgremien
1.7 Die Postverträge
1.8 Neufassung von Statut und Satzung
1.9 Chronik
2. Der NWDR zwischen Macht und Programm
2.1 Die Interessen der Hörer
2.1.1 Hörerverbände
2.1.2 Die Rundfunkfachpresse
2.1.3 Hörerforschung
2.2 Disziplinierung der Redaktionen oder Eroberung der Bühne
2.2.1 Die Achse Raskop - Grimme
2.2.2 Aufstieg und Fall Herbert Blanks
2.2.3 Die Abberufung des Professors Raskop
2.2.4 Die Proportionierung des Programms
2.3 Parteisendungen im NWDR
2.3.1 Der Umgang mit den Radikalen
2.3.2 Rangfolge und Eifersucht
2.4 Ausbau und Regionalisierung
2.5 Chronik
3. Der NWDR und die Gründung des Senders Freies Berlin (SFB)
3.1 Erste partikulare Schritte
3.2 Das Konzept „Betriebsvertrag“
3.3 Die Gründung des SFB
3.4 Chronik
4 Die Teilung des NWDR
4.1 Entwurf eines NWDR-Staatsvertrages
4.2 Aspekte des Entwurfs eines Bundesrundfunk-Gesetzes
4.3 Die Gründung des Westdeutschen Rundfunks
4.3.1 Arnold stellt die Machtfrage
4.3.2 Das Gesetz über den WDR Köln
4.3.3 Reaktionen auf das WDR-Gesetz
4.3.4 Die Aufhebung der Verordnung 118
4.4 Die Liquidation des NWDR
4.4.1 Die Gründung des NDR
4.4.2 Die Gründung des NWRV
4.5 Chronik
4.6 Loccumer Leitsätze
Die Arbeit untersucht die historisch-politische Entwicklung des Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR) zwischen 1945 und 1955. Im Zentrum steht die Frage, wie sich der NWDR von einem Instrument der britischen Besatzungsmacht zu einer deutsch verwalteten öffentlich-rechtlichen Anstalt entwickelte und inwieweit er dabei zu einem Schauplatz parteipolitischer Einflussnahme und Machtkonflikte wurde.
1.1 Die Errichtung des Besatzungssenders
Am 4. Mai 1945 um 10 Uhr vormittags betraten drei britische Offiziere das Hamburger Funkhaus an der Rothenbaumchaussee. In der Nacht zuvor hatte die britische Armee die Hansestadt kampflos besetzt. Ein Teil des Personals, das in Hamburg für die Reichsrundfunkgesellschaft gearbeitet hatte – unter ihnen sämtliche redaktionellen Mitarbeiter hatten das Funkhaus verlassen. Das technische Personal war jedoch fast vollständig anwesend und erwartete die Besatzer. Das Programm des Reichssenders Hamburg war am Vorabend um 20.26 Uhr jäh abgebrochen, als der Strom aussetzte. Einen großen Teil der technischen Anlagen hatten die sich zurückziehenden deutschen Verbände demontiert, in Richtung Osten transportiert und versteckt.
Auf diese Situation waren die drei britischen Offiziere wohl vorbereitet. Im Winter 1944/45 waren sie bei einer Spezialeinheit der 8. information control unit in Cobham in der Grafschaft Kent für ihre zukünftige Aufgabe geschult worden. Sie hatten Unterricht in „deutscher Sprache, Geschichte und Psychologie“ erhalten. Einer der drei, Prince Lieven, ein Brite baltischer Herkunft, wurde erster Chef des Besatzungssenders Hamburg. Der zweite, Paul A. Findlay, wurde erster Technischer Direktor, später stellvertretender Generaldirektor. Techniker war auch der dritte, Captain Herbert.
1 DER BESATZUNGSSENDER HAMBURG UND DIE GRÜNDUNG DES NWDR: Behandelt den Aufbau des Senders unter britischer Besatzung, die technische Sicherung und die frühen organisatorischen Weichenstellungen bis zur Etablierung des NWDR.
2. Der NWDR zwischen Macht und Programm: Analysiert die wachsenden politischen Einflussnahmen deutscher Parteien und Gremien auf die Programminhalte sowie die internen Konflikte um die Führung des Senders.
3. Der NWDR und die Gründung des Senders Freies Berlin (SFB): Beschreibt die komplexe Ausgangslage in Berlin und die politischen Spannungen, die letztlich zur Gründung des SFB führten.
4 Die Teilung des NWDR: Dokumentiert den Prozess der politischen Zerschlagung des NWDR, die Gründung von WDR und NDR sowie die Rolle der Landesregierungen in diesem Vorgang.
NWDR, Rundfunkgeschichte, Britische Besatzung, Deutschland 1945-1955, Rundfunkorganisation, Politik, Proporz, WDR, NDR, Sender Freies Berlin, Medienpolitik, Nachkriegszeit, Intendanten, Rundfunkrat, Alliiertenkontrolle
Das Buch analysiert die historisch-politische Transformation des NWDR von einem Besatzungssender zu einer von deutschen Parteien kontrollierten öffentlich-rechtlichen Anstalt zwischen 1945 und 1955.
Die Themen umfassen die Einflussnahme durch die britische Militärregierung, das Ringen um politischen Einfluss durch die Landesregierungen und Parteien, sowie die strukturellen Prozesse der Regionalisierung und Teilung.
Ziel ist es zu untersuchen, ob der Rundfunk ein Instrument der demokratischen Erziehung blieb oder zunehmend zum Instrument in den Händen der politisch Mächtigen wurde.
Der Autor stützt sich primär auf eine historisch-politische Auswertung von Aktenbeständen des NWDR, Archiven der Rundfunkanstalten, Landtagsarchiven sowie Zeitzeugeninterviews.
Der Hauptteil gliedert sich chronologisch und thematisch: Von der Gründung durch die Briten über die Machtkämpfe in den Gremien bis hin zur schrittweisen Teilung und Liquidation des NWDR.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie NWDR, Rundfunkpolitik, Proporz, Besatzungsrecht, Demokratisierung und parteipolitischer Einfluss definiert.
Sie fungierten als erste Leiter des Senders, wobei sie das Ziel einer unabhängigen, staatsfernen Anstalt nach dem Vorbild der BBC verfolgten, jedoch zunehmend am "Machthunger" deutscher Parteien scheiterten.
Die Teilung war maßgeblich durch den Souveränitätsanspruch der Regierung von Nordrhein-Westfalen und den Wunsch motiviert, einen eigenständigen "Westdeutschen Rundfunk" unter direkterer politischer Kontrolle in Düsseldorf zu schaffen.
Der Autor zeichnet ein kritisches Bild: Die ursprüngliche Intention einer staatsfernen Anstalt wurde durch das Gremiensystem weitgehend unterlaufen, was zu einer zunehmenden politischen Gleichschaltung und Farblosigkeit des Programms führte.
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