Bachelorarbeit, 2017
56 Seiten, Note: 2,1
1. Einleitung
2. Zentrale Begriffe: Akkulturation und ethnische Identifikation
3. Chronologie und Demografie
3.1 Historischer Kontext
3.2 Motive der Rückwanderung
3.3 Akkulturation im Herkunftsland
3.4 Akkulturation in Deutschland
4. Eine lokale Fallstudie
4.1 Ort und Durchführung
4.2 Variablen
4.3 Ergebnisse
4.4 Deutung
5. Fazit
Diese Arbeit untersucht den Akkulturationsprozess und die ethnische Identifikation von Spätaussiedlern in Deutschland anhand einer lokalen Fallstudie, um zu beleuchten, wie die historische Vergangenheit die Identitätsbildung verschiedener Generationen beeinflusst und welche Akkulturationsstrategien dabei zur Anwendung kommen.
3.3 Akkulturation im Herkunftsland
„Mama was ist das – Njemzy?“, wollte ich wissen. „Auf Russisch heißt das Deutsche […] Du musst darauf gefasst sein, dass ‚Njemzy‘ hier wie ein ganz schlimmer Fluch klingt. Wirst dich dran gewöhnen müssen.“
Die Assimilation sowie die psychische, wirtschaftliche und kulturelle Vernichtung durch die ständige Verlagerung des Lebensmittelpunktes aufgrund von erzwungener Migrationen führte zu einer Entwurzelung und Erschütterung der nationalen und kulturellen Identität der deutschen Siedler und ihrer Nachkommen bis hin zu der Erlebnis- und der Nachkriegsgeneration. In der zu Beginn dieses Kapitels aufgeführten Aussage einer Zugehörigen der Nachkriegsgeneration wird deutlich, dass das Bewusstsein der Zugehörigkeit zu einer Schicksalsgemeinschaft, einer kollektiven Identität sich aufgrund eines kulturellen Gedächtnisses bis in diese Generation getragen hat. Die Nachkriegsgeneration ist zwar kulturell stark an die russische Ethnie angepasst und fühlt sich ihr auch zugehörig, begegnet im Alltag jedoch immer noch der Diskriminierung aufgrund ihrer historischen Vergangenheit. Doch ist das Wissen über die Vergangenheit und nicht das Ausleben, das Einzige, worin sie ihr Zugehörigkeitsgefühl zum „Deutschtum“ sehen. Die Erlebnisgeneration versucht somit ihr „Deutschtum“ verdeckt zu erhalten und trotz versuchter Assimilation das „Russische“ zu verdrängen. Sie leben somit in ihrem Herkunftsland in einer Separation.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die demografische Bedeutung der Spätaussiedler in Deutschland dar und definiert das Ziel, den Einfluss der ethnischen Identität auf den Akkulturationsprozess dieser Gruppe zu untersuchen.
2. Zentrale Begriffe: Akkulturation und ethnische Identifikation: In diesem Kapitel werden theoretische Grundlagen nach dem Akkulturationsmodell von Berry erarbeitet und die Begriffe ethnische Identität sowie der Prozess der ethnischen Identifikation definiert.
3. Chronologie und Demografie: Dieser Teil beleuchtet die historische Entwicklung, von der planmäßigen Umsiedlung unter Katharina II. bis hin zu den Auswirkungen der stalinistischen Politik und der späteren Rückwanderungsbewegungen.
4. Eine lokale Fallstudie: Hier werden die Ergebnisse der in Ibbenbüren durchgeführten Befragungen von Spätaussiedlern zur Identifikation mit ihrer Herkunft und mit Deutschland ausgewertet und gedeutet.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die ethnische Identität ein zentraler Indikator für die gewählten Akkulturationsstrategien ist und bestätigt die Bedeutung generationenspezifischer Unterschiede bei diesem Prozess.
Akkulturation, Spätaussiedler, ethnische Identität, Migration, Integrationsstrategien, Russlanddeutsche, Erlebnisgeneration, Nachkriegsgeneration, Identifikation, Assimilation, Separation, Multikulturalismus, lokale Fallstudie, Identitätsbildung, interkulturelle Forschung.
Die Arbeit untersucht den komplexen Zusammenhang zwischen der ethnischen Identität von Spätaussiedlern und den von ihnen gewählten Akkulturationsstrategien im Migrationsland Deutschland.
Zu den zentralen Themen gehören die historische Entwicklung der Russlanddeutschen, die psychologische Dynamik von Akkulturationsprozessen sowie die empirische Analyse von Identitätsformen bei verschiedenen Generationen.
Ziel ist es, herauszustellen, inwieweit die historische Vergangenheit der Spätaussiedler deren ethnische Identität prägt und welchen Einfluss diese Identität auf die Akkulturation der verschiedenen Generationen nimmt.
Die Arbeit kombiniert einen sozialhistorischen Überblick mit einer eigenen qualitativen Fallstudie, bei der 32 Spätaussiedler in Ibbenbüren mittels eines standardisierten Fragebogens zur Selbsteinschätzung ihrer Identität befragt wurden.
Der Hauptteil analysiert theoretische Begriffe der Akkulturation, bietet einen historischen Abriss der Migration aus der ehemaligen Sowjetunion und präsentiert die Auswertung der lokalen empirischen Studie.
Wichtige Begriffe sind Akkulturation, Spätaussiedler, ethnische Identität, Integration und Generationeneffekte.
Die Einteilung erfolgt in die Erlebnisgeneration (hat Krieg miterlebt), die Nachkriegsgeneration, die zweite Generation (G2) sowie verschiedene Untergruppen der letzten Generation (G3), basierend auf Diskriminierungserfahrungen und dem Zeitpunkt der Migration.
Das Modell von Berry dient als theoretisches Gerüst, um Akkulturationsstrategien (wie Integration oder Separation) der Minderheit in Abhängigkeit von ihrer ethnischen Identität zu verstehen und zu systematisieren.
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