Bachelorarbeit, 2020
37 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Die Etablierung des Prinzipats durch Augustus
3. „Signis receptis“ - Die politische Selbstinszenierung des ersten Princeps am Fallbeispiel der verlorenen Feldzeichen
3.1 Triumphator ohne Triumph
3.2 Selbstinszenierung und öffentliche Präsentation: „signa recepta“
3.2.1 Archäologische Quellen
3.2.2 Numismatische Quellen
3.2.3 Literarische Quellen
4. Fortbestehen der „signa“ in der römischen Politik
4.1 Die Niederlage des Lollius
4.2 Die Niederlage des Varus
4.3 Der Triumph des Germanicus über die Germanen unter Tiberius
5. Kontinuitäten der „signa“ in der römischen Repräsentationspolitik
6. Fazit
Die Arbeit untersucht, wie Augustus die verlorenen Feldzeichen (signa) als zentrales Instrument seiner politischen Selbstinszenierung nutzte, um trotz eines nur diplomatischen Erfolges gegenüber den Parthern sein Image als siegreicher Princeps und Wahrer des mos maiorum zu festigen und wie dieses Modell der Repräsentation die Politik seiner Nachfolger, insbesondere Tiberius, beeinflusste.
3.2.1 Archäologische Quellen
Gleich nachdem Augustus die Feldzeichen und Gefangenen in Empfang genommen hatte und das Abkommen mit den Parthern geschlossen worden war, nutzte er die Chance für eine Reise durch die östlichen Provinzen, um seinen „Sieg“ vor Ort zu präsentieren, da die Bedrohung und der Einfluss der Parther hier natürlich besonders präsent waren. Durch prestigeträchtige Siegesmonumente an prominenten Positionen, wie einen Kulttempel für die Dea Roma auf der Athena Akropolis und neben den Königsmonumenten in Pergamon kommunizierte der Princeps seine Leistungen auffallend. Dennoch soll die Untersuchung der politischen Selbstinszenierung des Princeps vorwiegend auf stadtrömische archäologische Quellen beschränkt werden, da er vor allem hier Erwartungen und Anforderungen an sein Image gerecht werden musste, weshalb sich auch seine Repräsentation besonders umfangreich und fundiert gestaltete.
Die Panzerstatue des Augustus aus der Villa der Livia bei Primaporta (Abb. 1) war zwar eine private Statue aus dem Besitz der Kaiserfamilie und damit kein Zeugnis der öffentlichen Selbstdarstellung, zeigt aber besonders bildreich, mit welchen Strategien Augustus seine Selbstinszenierung gestaltete. Im Zentrum des Brustpanzers (Abb. 2) der Statue übergibt der Partherkönig einer militärisch auftretenden römischen Person – vermutlich Mars Ultor – die Feldzeichen. Zanker ordnet die römische Figur zwar nicht konkret zu, Bringmanns These, dass es sich um Mars Ultor handele, ist aber sinnvoll, da die Feldzeichen schließlich in einem Mars Ultor geweihten Tempel untergebracht wurden. Die beiden zentralen Personen werden von zwei trauernden und weiblich konnotierten Gestalten flankiert, wobei eine mit dem Schwert in der Scheide und die andere unbewaffnet dargestellt wird. Bei beiden handelt es sich um unterlegene Völkerschaften, wobei die linke die tatsächlich unterworfenen Völker symbolisiert und die rechte die, welche nicht entwaffnet sondern tributpflichtige Klientelstaaten wurden.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die schwierige Ausgangslage Oktavians nach dem Bürgerkrieg und führt in die Problematik der Legitimation seiner Alleinherrschaft innerhalb der Strukturen der res publica ein.
2. Die Etablierung des Prinzipats durch Augustus: Dieses Kapitel erläutert die komplexe Art und Weise, wie Augustus seine außerordentliche Machtfülle durch die Anknüpfung an republikanische Traditionen und die Nobilität legitimierte.
3. „Signis receptis“ - Die politische Selbstinszenierung des ersten Princeps am Fallbeispiel der verlorenen Feldzeichen: Das Hauptkapitel analysiert die strategische Nutzung der Partherfeldzeichen als Propagandamittel, um einen diplomatischen Erfolg als militärischen Triumph darzustellen.
4. Fortbestehen der „signa“ in der römischen Politik: Es wird untersucht, wie die Etablierung der Feldzeichen-Propaganda Augustus und seine Nachfolger in der Folgezeit unter Handlungsdruck setzte, da deren Verlust nun als politisches Risiko galt.
5. Kontinuitäten der „signa“ in der römischen Repräsentationspolitik: Hier wird aufgezeigt, dass die von Augustus geschaffenen Stilmittel der Selbstinszenierung durch die Nachfolger aufgegriffen wurden und eine dauerhafte Kontinuität in der Repräsentationspolitik bildeten.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die „signa“ ein zentrales und facettenreiches Instrument der augusteischen Propaganda waren, welches die politische Kommunikation des Prinzipats nachhaltig prägte.
Augustus, Prinzipat, Signa recepta, politische Selbstinszenierung, res publica restituta, auctoritas, Feldzeichen, Parther, Propaganda, Tiberius, Mars Ultor, Repräsentationspolitik, Machtlegitimation, mos maiorum, Numismatik.
Die Arbeit analysiert die politische Selbstinszenierung des ersten römischen Kaisers Augustus anhand des konkreten Beispiels der Rückgewinnung verlorener Feldzeichen von den Parthern.
Zentrale Themen sind die Etablierung des Prinzipats, die strategische Manipulation der öffentlichen Meinung durch Propaganda sowie die Wechselwirkung zwischen realpolitischer Notwendigkeit und medialer Selbstdarstellung.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Augustus einen diplomatischen Abkommens-Erfolg so in Szene setzte, dass er als großer militärischer Sieg wahrgenommen wurde, und welche langfristigen Folgen dieses Vorgehen für die kaiserliche Politik hatte.
Die Arbeit nutzt eine quellenkritische Analyse von archäologischen, numismatischen und literarischen Zeugnissen, um die augusteische Propaganda zu dekonstruieren.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Partherpolitik, der Inszenierung des „Parthersieges“ über verschiedene Medien sowie dem Fortwirken dieses Propagandamusters bei späteren Ereignissen unter Augustus und dessen Nachfolger Tiberius.
Schlüsselwörter sind Augustus, Signa recepta, politische Selbstinszenierung, Propaganda, auctoritas und Prinzipat.
Da Augustus keinen militärischen Sieg über die Parther erringen konnte, boten die Feldzeichen ein greifbares „militärisches“ Symbol, mit dem er seinen diplomatischen Erfolg öffentlich als Triumph legitimieren konnte.
Tiberius war gezwungen, das von Augustus etablierte System der Feldzeichen-Propaganda fortzusetzen, um seine eigene auctoritas zu sichern, was ihn teilweise zu unter Druck gesetzten militärischen Handlungen in Germanien antrieb.
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