Examensarbeit, 2020
130 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Die Bedeutung von Demokratie in drei Formen
2.1. Über die Relevanz von politischem Engagement
2.1.1. Der Begriff der Demokratie von Alexis de Tocqueville
2.1.2. Bürgerbild und partizipatorische Demokratietheorie
2.2. Demokratie als Herrschaftsform
2.3. Demokratie als Lebensform
2.3.1. „Demokratie und Erziehung“ bei Dewey
2.3.2. „Staatsbürgerliche Erziehung“ bei Kerschensteiner
2.4. Demokratie als Gesellschaftsform
2.4.1. Pluralismus
2.4.2. Öffentlichkeit
2.4.3. Konflikt und Konfliktregulierung
2.4.4. Zivil- und Bürgergesellschaft
2.5. Warum Demokratie-Lernen?
2.5.1. Politisches Wissen und Argumentieren der Jugendlichen „International Civic and Citizenship Education Study“
2.5.2. Politikverdrossenheit und Demokratieakzeptanz – Die 18. Shell Jugendstudie: „Jugend 2019“
2.5.3. Populismusaffinität der Jugendlichen– Die 18. Shell Jugendstudie: „Jugend 2019“
2.5.4. Politische Handlungsbereitschaft Jugendlicher - „International Civic and Citizenship Education Study“
2.5.5. Demokratie-Lernen oder Politik-Lernen?
2.6. Zwischenfazit
3. Ziele und Aufgaben der politischen Bildung in der Schule
3.1. Der allgemeine Bildungsauftrag
3.2. Der Bildungsauftrag des Politikunterrichts
3.3. Die Bürgerleitbilder das Ziel des Politikunterrichts
4. Bestandsaufnahme
4.1. Institutionelle und strukturelle Voraussetzungen
4.2. Interview-Studie mit Politikreferendaren – wie wird Demokratie-Lernen in der Schule gefördert?
4.2.1. Vorbereitungen und Datenerhebung der Befragung
4.2.2. Datenauswertung und Ergebnisse bzw. Interpretation der Ergebnisse
4.3. Partizipationsmöglichkeiten der Schüler in der Schule
5. Demokratie-Lernen im Unterricht
5.1. Grundsätzliche Aspekte des Demokratie-Lernens
5.1.1. Lernen von Beziehungen
5.1.2. Die Politiklehrkraft
5.1.3. Handlungsorientierung
5.1.4. Der Klassenrat ein Beispiel für die Schülermitbestimmung
5.2. Ausgewählte Ansätze des Demokratie-Lernens
5.2.1. Das Konzept von Gerhard Himmelmann
5.2.2. Das BLK-Projekt „Demokratie lernen und leben“
5.2.3. Civic Education – Bürgerbildung bei Anne Sliwka
5.2.4. „Eigenverantwortliches Arbeiten und Lernen“ (EVA)
6. Ausgewählte Projekte für das Demokratie-Lernen
6.1. Beispiele für den Unterricht
6.1.1. Planspiele
6.1.2. „Jugend debattiert“
6.1.3. „Achtung (+) Toleranz“
6.2. Beispiele für die gesamte Schule
6.2.1. Das Förderprogramm Demokratisch Handeln
6.2.2. Das Projekt „Schule als Staat“
6.3. Projekte mit außerschulischen Kooperationen
6.3.1. Die Politikwerkstatt am Beispiel „Das DEUREX-Projekt“
6.3.2. Präventionsprogramme am Beispiel „Lass und reden!“ – „Respekt Coaches“
6.3.3. Das naturwissenschaftliche Schülerforschungszentrum Nordhessen (SFN)
7. Fazit/Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht, inwieweit Demokratie in der Schule erlernt werden kann, um demokratische Lebensformen zu entwickeln, und analysiert hierzu pädagogische und didaktische Konzepte sowie die Einschätzung von Politikreferendaren.
2.1.1. Der Begriff der Demokratie von Alexis de Tocqueville
1835 und 1840 erschien das zweibändige Werk von Alexis de Tocquevilles „De la Démocratie en Amérique“, das bis heute die Diskussion in verschiedenen Fachwissenschaften mit seiner politischen, geographischen, soziologischen und historischen Analyse der ersten modernen Massendemokratie prägt (vgl. Schmidt M. G., 2019, S. 102).
Ein zentrales Prinzip der modernen Demokratie ist für Tocqueville die „gegenseitige Bedingtheit von politischer Freiheit und Gleichheit“ (Nolte, 2012, S. 180). Für Tocqueville ist die Freiheit von existentieller Bedeutung, denn sein Freiheitsbegriff „stellt einen Anspruch an das Individuum; die Wahrnehmung der Freiheit ist eine Pflicht.“ (Freund, 1974, S. 28) Tocquevilles Auffassung von Demokratie und Freiheit kann als Gleichheit der politischen Rechte verstanden werden (vgl. Freund, 1974, S. 28), da sie politische Partizipation, das Recht auf Ko-Herrschaft oder zumindest das Recht auf Wahl der eigenen Regierung umfasst (vgl. Waschkuhn, 1998, S. 231).
Tocqueville sieht als ein entscheidendes Bindeglied zur Vermittlung zwischen den unterschiedlichen Interessen innerhalb der Gesellschaft und zwischen Staat und Gesellschaft die Vereine, denn durch diese entstehen gesellschaftliche Aktivitäten, in denen die Interessen und Konflikte der Bürger gesammelt und gewaltfrei ausgehandelt werden können (vgl. Schmidt, 2007, S. 168). Zudem sei es wichtig, dass sich die Bürger und Bürgerinnen auch zwischen den Wahlen politisch engagieren sowie politisch aktiv werden, was auch durch die Vereine passieren/beeinflusst werden kann (vgl. Krause, 2017, S. 81). Das Prinzip der Demokratie ist für Tocqueville das Interesse der Bürger, da sich diese Bürger für ihre eigenen, von ihnen selbst erfahrenen Probleme und dessen Lösungen am meisten interessieren (vgl. Waschkuhn, 1998, S. 232). Gefördert wird dies dadurch, dass die Bürger politische Teilhaberechte genießen und in öffentlichen Angelegenheiten direkt mitentscheiden können (vgl. Schmidt, 2007, S. 171f). Laut Tocqueville sollen die Bürger zu einem aktiven, verantwortungsvollen Gesellschaftsmitglied erzogen werden. Dies soll durch verschiedene politische, kulturelle und gewerbliche Einrichtungen geschehen, die ihm bei seinen Beobachtungen in den USA aufgefallen sind. Damit tragen diese Einrichtungen dazu bei, die Demokratie am Leben zu erhalten (vgl. Hereth, 2001, S. 56).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit von Demokratie-Lernen aufgrund aktueller politischer Herausforderungen und erläutert die Zielsetzung sowie den Aufbau der Arbeit.
2. Die Bedeutung von Demokratie in drei Formen: Dieses Kapitel definiert Demokratie anhand des Konzepts von Gerhard Himmelmann in drei Dimensionen – Herrschafts-, Lebens- und Gesellschaftsform – und diskutiert deren Relevanz.
3. Ziele und Aufgaben der politischen Bildung in der Schule: Es wird erörtert, wie Demokratie-Lernen im Bildungsauftrag verankert ist und welche Bürgerleitbilder für den Politikunterricht angestrebt werden.
4. Bestandsaufnahme: Das Kapitel analysiert die institutionellen Rahmenbedingungen und präsentiert Ergebnisse einer Interview-Studie mit Politikreferendaren zur Förderung von Demokratie-Lernen.
5. Demokratie-Lernen im Unterricht: Hier werden zentrale Aspekte wie Beziehungsdidaktik, die Rolle der Lehrkraft und Handlungsprinzipien sowie ausgewählte Konzepte vorgestellt.
6. Ausgewählte Projekte für das Demokratie-Lernen: Es werden konkrete Projekte aus der Praxis vorgestellt, unterteilt in Unterrichtsbeispiele, schulweite Projekte und außerschulische Kooperationen.
7. Fazit/Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, diskutiert die Diskrepanz zwischen Ideal und Realität und gibt Impulse für die weitere Entwicklung der politischen Bildung.
Demokratie-Lernen, Politische Bildung, Schule, Demokratiepädagogik, Politikanalyse, Partizipation, Klassenrat, Handlungsorientierung, Bürgerbildung, Didaktik, Politikreferendare, Zivilgesellschaft, Schulgestaltung, Demokratieverständnis.
Die Arbeit untersucht, wie demokratische Lebensformen durch schulische politische Bildung gefördert werden können und welche Rolle Demokratie-Lernen im institutionellen Kontext der Schule spielt.
Zu den zentralen Themen gehören die drei Demokratie-Ebenen nach Himmelmann, der Bildungsauftrag der Schule, die Bedeutung von Partizipation und konkrete Ansätze sowie Projekte zur Umsetzung.
Die Arbeit fragt, inwieweit Demokratie in der Schule erlernt werden kann, sodass sich demokratische Lebensformen entwickeln, und welche didaktischen Konzepte dabei zielführend sind.
Es erfolgt eine theoretische Fundierung durch Literaturanalyse sowie eine empirische Bestandsaufnahme mittels einer Interview-Studie mit drei Politikreferendaren und begleitenden Fragebögen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, Bestandsaufnahmen der aktuellen schulpraktischen Situation und die Vorstellung konkreter Lösungsansätze wie Planspiele oder das Projekt „Schule als Staat“.
Die Arbeit verbindet politikwissenschaftliche Theorie mit schulpraktischer Realität und bewertet anhand aktueller Jugendstudien sowie Experteninterviews die Umsetzungsmöglichkeiten von Demokratie-Lernen.
Aufgrund von gesellschaftlichen Entwicklungen wie rechtspopulistischen Strömungen, Politikverdrossenheit und der Notwendigkeit, Jugendliche zur Mündigkeit in einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu befähigen.
Der Klassenrat wird als ein wesentliches Instrument für Schülermitbestimmung gesehen, dessen Etablierung jedoch stark von der jeweiligen Lehrkraft abhängt und nicht überall konsequent umgesetzt wird.
Die Lehrkraft ist entscheidend, da sie den demokratischen Rahmen im Unterricht gestaltet, zur Partizipation ermutigt und eine Gesprächskultur etablieren muss, die unterschiedliche Sichtweisen zulässt.
Es besteht eine deutliche Diskrepanz zwischen dem Ideal der demokratischen Bildung und der schulpraktischen Realität, wobei jedoch ein hohes Potenzial für Verbesserungen durch mehr Partizipation und gezielte Demokratie-Programme besteht.
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