Bachelorarbeit, 2020
52 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Diskriminierung
3 Adultismus
3.1 Begriffsklärung
3.2 Das adultistische Bild vom Kind
3.3 Die pädagogische Matrix
3.4 Erscheinungsformen
3.4.1 Individuelle Ebene
3.4.2 kulturelle Ebene
3.4.3 institutionelle Ebene
3.4.4 Strukturelle Diskriminierung
3.5 Auswirkungen
4 UN-Kinderrechte
4.1 Geschichte der UN-Kinderrechtskonvention
4.2 Entwicklung der Kinderrechte in Deutschland
4.3 Das Bild vom Kind der UN-Kinderrechtskonvention
4.4 Adultismuskritik an der UN-Kinderrechtskonvention
5 Aus der UN-Kinderrechtskonvention abgeleitete Anforderungen an die pädagogischen Fachkräfte, um Adultismus in der Kita einzudämmen
5.1 Individuelle Ebene
5.2 Kulturelle Ebene
5.3 Institutionelle Ebene
6 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Forschungsfrage, inwieweit Kinderrechte als Instrument dienen können, um adultistisches Verhalten pädagogischer Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen zu minimieren und Kinder vor dieser spezifischen Diskriminierungsform zu schützen.
3.1 Begriffsklärung
Der Begriff Adultismus setzt sich aus dem englischen Wort adult – übersetzt erwachsen – und der Endung –ismus, welche auf eine gesellschaftliche Machtstruktur verweist, zusammen (vgl. Ritz, 2014, S. 1). Bislang ist Adultismus wenig erforscht. In den 90er Jahren wurde der Begriff erstmalig in den USA im Kontext von Social Justice und den UN-Kinderrechtskonventionen erwähnt (vgl. Redzewski, 2012, S. 24). Adultismus stellt das Machtungleichgewicht zwischen Kindern und Erwachsenen dar. Erwachsene gehen davon aus, dass sie aufgrund ihres Alters „intelligenter, kompetenter, schlicht besser sind als Kinder und Jugendliche“ (Ritz, 2013, S. 165). Aus diesem Grund können sie über diese bestimmen und verfügen (vgl. Czollek et al., 2019, S. 88). Meist entsteht Adultismus in der Konstellation Erwachsener – Kind. Er kann jedoch auch zwischen älteren und jüngeren Kindern auftreten (vgl. Richter, 2013, S. 5). Da Bestimmungsmöglichkeiten über die Anliegen von Kindern und Jugendlichen bei den Erwachsenen liegen, ist Adultismus im Alltag von Kindern und Jugendlichen „omnipräsent“ (Bordo Benavides, 2018, S. 26). Erwachsene verfügen über die Macht, Regeln und Gesetze festzulegen, Tagesabläufe zu bestimmen, Verhalten zu reglementieren uvm.
Ein hervorstechendes Merkmal bei Adultismus ist, dass Erwachsene Regeln aufstellen, die ausschließlich für Kinder gelten (vgl. Richter, 2013, S. 7). Dadurch erleben Kinder, dass sie nicht ernstgenommen und ihre Ansichten eine geringere Bedeutung als die der Erwachsenen haben. Sie erfahren, dass die Macht bei den Erwachsenen liegt (vgl. NCBI Schweiz et al., 2004, S. 11).
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Kinderrechte und des Adultismus sowie Vorstellung der zentralen Forschungsfrage.
2 Diskriminierung: Definition und theoretische Einordnung von Diskriminierung sowie Vorstellung der intersektionalen Perspektive und der verschiedenen Ebenen (individuell, kulturell, institutionell).
3 Adultismus: Theoretische Auseinandersetzung mit Adultismus als Machtstruktur, dem Bild vom Kind, der pädagogischen Matrix und den Erscheinungsformen auf verschiedenen Ebenen.
4 UN-Kinderrechte: Historische Herleitung der Kinderrechte, Vorstellung zentraler Akteure und eine kritische Auseinandersetzung mit der UN-Kinderrechtskonvention aus einer adultismuskritischen Perspektive.
5 Aus der UN-Kinderrechtskonvention abgeleitete Anforderungen an die pädagogischen Fachkräfte, um Adultismus in der Kita einzudämmen: Konkrete Anwendung von Kinderrechten auf den Kita-Alltag, gegliedert nach individueller, kultureller und institutioneller Ebene.
6 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Ausblick auf notwendige weiterführende Entwicklungen in der frühkindlichen Bildung.
Adultismus, Kinderrechte, Diskriminierung, UN-Kinderrechtskonvention, Kita, Pädagogische Fachkräfte, Machtverhältnisse, Partizipation, Kindeswohl, Vorurteilsbewusste Bildung, Kindheitsbilder, Selbstreflexion, Biografiearbeit, Institutionelle Diskriminierung, Identität
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen den Rechten von Kindern und dem Phänomen des Adultismus (der Diskriminierung von Kindern durch Erwachsene) im Kontext des Kita-Alltags.
Die Schwerpunkte liegen auf Diskriminierungstheorien, dem Konzept des Adultismus, den UN-Kinderrechten und deren praktischer Anwendung in der pädagogischen Arbeit in Kindertageseinrichtungen.
Die Forschungsfrage lautet: „Schützen Kinderrechte vor Adultismus in der Kita?“ Ziel ist es, Möglichkeiten zur Minderung adultistischen Verhaltens aufzuzeigen.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse basiert und diese mit pädagogischen Handlungsanforderungen verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffs- und Matrixanalyse von Adultismus, die historische und kritische Einordnung der Kinderrechte sowie die konkrete Ableitung von Anforderungen an pädagogische Fachkräfte zur Umsetzung der Kinderrechte auf drei Ebenen.
Die zentralen Begriffe umfassen Adultismus, Kinderrechte, Diskriminierung, Kindeswohl und partizipative Pädagogik.
Es wird als ein historisch gewachsenes, vorurteilsbehaftetes Bild beschrieben, das Kinder als unfertige, erziehungsbedürftige und machtlose Wesen wahrnimmt, deren Ansichten weniger Bedeutung beigemessen wird als denen Erwachsener.
Da alle Erwachsenen selbst als Kind Adultismus erfahren haben, ist die Auseinandersetzung mit der eigenen Kindheit notwendig, um unbewusste eigene Diskriminierungsmuster zu erkennen und professionell zu reflektieren.
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