Bachelorarbeit, 2021
66 Seiten, Note: 1,8
1. Einleitung
1.1 Aufbau der Arbeit
1.2 Sommer der Migration in 2015
2. Begriffsbestimmung
2.1 Queer
2.2 Migration
2.3 Sexarbeit
2.3.1 Mann-männliche Prostitution
2.3.2 Sexarbeiter*innen
2.3.3 Kund*innen
2.4 Queer-migrantische Sexarbeit
3. Rechtliche und politische Rahmungen
3.1 Prostitutionsgesetz
3.2 Prostituiertenschutzgesetz
3.3 Infektionsschutzgesetz
3.4 Rechtlicher Rahmen der queer-migrantischen Sexarbeit
4. Orte und Erscheinungsformen der Sexarbeit von Cis-Männern und queer-refugees
4.1 Prostitution in öffentlichen Räumen
4.2 Prostitution in halböffentlichen Räumen
4.3 Prostitution in virtuellen Räumen
5. Queerness und Flucht
5.1 (Queer-)Refugees Unterstützung seit dem Sommer der Migration
5.2 Queerfeindlichkeit in den Herkunftsländern
5.3 Ethnosexismus und Rassismus als Erfahrung des Ankommens in Deutschland
6. Lebens- und Problemlagen von queer-migrantischen Sexarbeitenden
6.1 Lebenslagen
6.1.1 Motivation der Sexarbeitenden
6.2 Problemlagen
6.2.1 Gesellschaftliche Aspekte
6.2.1.1 Heteronormativität
6.2.1.2 Stigmatisierung
6.2.2 STI
6.2.3 Sucht
6.2.4 Gewalt
6.2.5 Psychische Folgen
7. Soziale Arbeit im Bereich der queer-migrantischen Sexarbeit
7.1 Die lebensweltorientierte Theorie
7.2 Leitlinien für die lebensweltorientierte Soziale Arbeit mit queer-migrantischen Sexarbeiter*innen
7.3 Ziele der lebensweltorientierten Sozialen Arbeit mit queer-migrantischen Sexarbeiter*innen
7.4 Gesundheitsfördernde und präventive Ansätze der lebensweltorientierten Sozialen Arbeit mit queer-migrantischen Sexarbeiter*innen
7.5 Arbeitsbereiche und Methoden der lebensweltorientierten Sozialen Arbeit mit queer-migrantischen Sexarbeiter*innen
7.6 Anforderungen an die Sozialarbeiter*innen
7.7 Aktuelles
8. Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, welchen Beitrag die Soziale Arbeit aus einer lebensweltorientierten Perspektive leisten kann, um queer-migrantischen Sexarbeiter*innen einen gelingenderen Alltag zu ermöglichen. Im Fokus steht dabei die Analyse der spezifischen Lebens- und Problemlagen dieser marginalisierten Gruppe sowie die Ableitung von Handlungsempfehlungen für die sozialpädagogische Praxis.
2.1 Queer
Queer wird oftmals als Oberbegriff für die sexuelle Orientierung bzw. geschlechtliche Identität, welche von der heteronormativen Norm der Mehrheitsgesellschaft abweicht, verwendet.
Zunächst galt der Begriff queer als Schimpfwort, für all jene, die den geschlechtlichen und sexuellen-gesellschaftlichen Normen nicht entsprachen, also z.B. gegen homosexuelle Menschen. Im Laufe der Zeit jedoch nutzten homosexuelle Personen den Begriff um sich damit selbst zu identifizieren und er wurde somit zum Empowerment Begriff der LSBTIQPA*-Community (vgl. CZOLLEK/PERKO/WEINBACH 2009, S.33f.).
Heute fungiert Queer als Sammelbegriff für jegliche Abweichung von der Heteronormativität. Die Heteronormativität meint in diesem Kontext, dass Heterosexualität als Norm in der Gesellschaft angesehen und davon ausgegangen wird, dass jenes sexuelles Verlangen immer auf das jeweils Geschlecht gerichtet ist. Außerdem wird von einer binären Sichtweise ausgegangen, dass lediglich das weibliche und männliche Geschlecht existiert (vgl. WAGENKNECHT 2007, S.17f.).
Somit stellt der Begriff Queer die Stereotypisierungen infrage und erweitert das Verständnis der binären Sichtweise hin zu einer offenen und vielfältigen Ansicht der diversen Genderformen und sexuellen Orientierungen.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik ein, definiert die Zielgruppe der LSBTIQPA*-Community im Kontext der Prostitution und begründet die Relevanz der Arbeit angesichts der Migrationsbewegungen ab 2015.
2. Begriffsbestimmung: Dieses Kapitel klärt die zentralen Begrifflichkeiten „Queer“, „Migration“ und „Sexarbeit“ und differenziert dabei insbesondere die Identitäten der Akteur*innen sowie die Strukturen der mann-männlichen Prostitution.
3. Rechtliche und politische Rahmungen: Das Kapitel analysiert die gesetzliche Situation in Deutschland, insbesondere das Prostitutionsgesetz und das Prostituiertenschutzgesetz, und beleuchtet, inwieweit diese für queer-migrantische Sexarbeiter*innen relevant sind oder sie ausschließen.
4. Orte und Erscheinungsformen der Sexarbeit von Cis-Männern und queer-refugees: Hier werden die unterschiedlichen Räume – öffentlich, halböffentlich und virtuell – untersucht, in denen Sexarbeit stattfindet, wobei ein besonderer Fokus auf der zunehmenden Relevanz digitaler Plattformen liegt.
5. Queerness und Flucht: Dieses Kapitel befasst sich mit den Gründen für die Flucht queerer Menschen aus ihren Herkunftsländern sowie mit den Herausforderungen und Unterstützungsmöglichkeiten, die sich nach dem Ankommen in Deutschland ergeben.
6. Lebens- und Problemlagen von queer-migrantischen Sexarbeitenden: Der Hauptteil analysiert die vielfältigen Herausforderungen, wie Stigmatisierung, Heteronormativität, Suchtproblematiken, Gewalt und psychische Belastungen, die den Alltag der Betroffenen prägen.
7. Soziale Arbeit im Bereich der queer-migrantischen Sexarbeit: Dieses Kapitel überträgt die lebensweltorientierte Theorie in die Praxis und formuliert Leitlinien, Ziele und Methoden für eine unterstützende sozialpädagogische Arbeit mit der Zielgruppe.
8. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer stärkeren Berücksichtigung der speziellen Bedürfnisse dieser Gruppe in Politik und Gesellschaft.
Queer, Migration, Sexarbeit, Mann-männliche Prostitution, Lebensweltorientierung, Stigmatisierung, Heteronormativität, Intersektionalität, Soziale Arbeit, LSBTIQPA*, Prostituiertenschutzgesetz, Empowerment, Flucht, Diskriminierung, Gesundheitsförderung
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Lebensrealitäten von queer-migrantischen Sexarbeiter*innen in Deutschland und der Frage, wie die Soziale Arbeit sie unter Berücksichtigung ihrer spezifischen Problemlagen unterstützen kann.
Zentrale Felder sind die Auswirkungen von Stigmatisierung und Rassismus, die rechtliche Lage in der Prostitution, die Bedeutung von Identitätsfindung sowie die Implementierung lebensweltorientierter Ansätze in der Sozialpädagogik.
Das Ziel ist es, Handlungsmöglichkeiten für die Soziale Arbeit aufzuzeigen, um queer-migrantischen Sexarbeiter*innen zu einem gelingenderen Alltag zu verhelfen, ohne sie dabei notwendigerweise aus ihrem Arbeitsfeld drängen zu wollen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Studien und fachlicher Diskurse zu den Themenbereichen Prostitution, Migration und Soziale Arbeit.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Lebens- und Problemlagen sowie der theoretischen und methodischen Ableitung einer lebensweltorientierten Sozialen Arbeit in diesem speziellen Feld.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie „Queer“, „Intersektionalität“, „Lebensweltorientierung“ und „Stigmatisierung“ maßgeblich geprägt.
Dieses Ereignis dient als Ausgangspunkt für die Arbeit, da es die Szene der queer-migrantischen Sexarbeiter*innen in Deutschland maßgeblich veränderte und neue Anforderungen an die Soziale Arbeit stellte.
Heteronormativität führt zu Stigmatisierung und Ausgrenzung, da die Lebensweise der Betroffenen nicht dem normativen binären Bild der Gesellschaft entspricht, was psychische Belastungen und soziale Isolation verstärkt.
Die Arbeit zeigt, dass sich ein Großteil der Sexarbeit in den digitalen Raum verlagert hat, was einerseits Anonymität bietet, aber die präventive Erreichbarkeit durch Sozialarbeiter*innen erschwert.
Sie dient als Basis, um die Adressat*innen in ihrem sozialen Kontext zu respektieren und ihre individuellen Ressourcen zu stärken, anstatt sie ausschließlich über ihre Probleme zu definieren.
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