Examensarbeit, 2014
86 Seiten, Note: 13 Punkte
Einleitung
1 Definition und Klassifikation
1.1 Abgrenzung der Adipositas von Übergewicht
1.1.1 Der Körperfettanteil
1.1.2 Der Body-Mass-Index
1.1.3 Perzentile und BMI - Referenzwerte für Kinder und Jugendliche
1.2 Formen der Adipositas
1.2.1 Primäre und sekundäre Adipositas
1.2.2 Gynoide und abdominale Adipositas
2 Prävalenz
2.1 Die Datenlage in Deutschland
2.1.1 Ergebnisse der KiGGS-Studie
2.1.2 Schuleingangsuntersuchungen
2.1.3 Körpergewicht von Einschulungskindern in Kassel
2.2 Internationale Prävalenzzahlen
3 Folgen
3.1 Körperliche Folgeerkrankungen
3.2 Psychosoziale Belastungen
3.2.1 Soziale Diskriminierung und Hänseleien
3.2.2 Selbstkonzept und Selbstwertgefühl
3.2.3 Lebensqualität
3.2.4 Psychische Störungen
4 Ursachen
4.1 Genetische Faktoren
4.2 Lebensbedingungen und Lebensstil
4.2.1 Verlust der sozialen Funktion von Essen
4.2.2 Ständige Verfügbarkeit von Nahrung
4.2.3 Bewegungsmangel
4.2.4 Soziale Lage der Familie
4.2.5 Werbung für ungesunde Lebensmittel
4.2.6 Weitere Risikofaktoren
5 Präventions- und Interventionsmaßnahmen in der Schule
5.1 Begriffserklärung und Klassifikation präventiver Maßnahmen
5.1.1 Prävention
5.1.1.1 Primäre Prävention
5.1.1.2 Sekundäre Prävention
5.1.1.3 Tertiäre Prävention
5.1.1.4 Verhältnisprävention
5.1.1.5 Verhaltensprävention
5.2 Exemplarisch ausgewählte schulbasierte Präventionsprogramme
5.2.1 Das CHILT Projekt – Children ̓s Health InterventionaL Trial
5.2.1.1 CHILT I
5.2.1.1.1 Interventionsinhalte
5.2.1.1.2 Interventionsteilnehmer und Studiendesign
5.2.1.1.3 Erhebung der anthropometrischen Daten
5.2.1.1.4 Motorische Testverfahren
5.2.1.1.5 Ergebnisse
5.2.1.1.6 Diskussion
5.2.2 CHILT II
5.2.2.1 Interventionsinhalte
5.2.2.2 Interventionsteilnehmer und Studiendesign
5.2.2.3 Erhebung der Daten
5.2.2.4 Ergebnisse
5.2.2.5 Diskussion
5.2.3 Teenager ohne pfundige Probleme (TOPP)
5.2.3.1 Interventionsinhalte
5.2.3.2 Interventionsteilnehmer und Studiendesign
5.2.3.3 Erhebung der Daten
5.2.3.4 Ergebnisse
5.2.3.5 Diskussion
Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirksamkeit von Präventions- und Interventionsmaßnahmen gegen Übergewicht und Adipositas im schulischen Setting. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, welche Konzepte Lehrkräften zur Verfügung stehen, um gesundheitsschädliche Entwicklungen bei Schülern präventiv abzufangen, Stigmatisierungen zu mindern und die gesundheitsbezogene Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.
3.2.1 Soziale Diskriminierung und Hänseleien
Übergewicht kann man nicht verstecken (vgl. Warschburger, 2008, S. 260). „Je übergewichtiger eine Person ist, desto weniger kann sie es kaschieren. Sie ist den Blicken anderer Menschen ausgesetzt“ (Steins, 2007, S. 77). Das körperliche Erscheinungsbild wird von anderen Personen bewertet, und es werden weitreichende Schlussfolgerungen auf andere Eigenschaften und Persönlichkeitsmerkmale der Person gezogen (vgl. Warschburger, 2008, S. 260).
Die Diskriminierung Übergewichtiger beginnt bereits im Vorschulalter. Bei Vorschulkindern finden sich Assoziationen wie „dumm, faul und unbeliebt“, wenn ihnen Silhouetten von übergewichtigen und adipösen Kindern vorgelegt werden. Dies zeigt deutlich, dass bereits in jungen Jahren solche Bewertungen verinnerlicht werden (vgl. Warschburger, 2008, S. 260). Auch eine entwicklungspsychologische Untersuchung von Cramer & Steinwert aus dem Jahr 1998 unterstreicht diese Tatsache. Kleine Kinder im zarten Alter zwischen drei und fünf Jahren sollten im Rahmen der Untersuchung zwischen einer dicken und dünnen Figur wählen indem sie entscheiden sollten, zu welcher Geschichte die jeweilige Figur besser passte.
1 Definition und Klassifikation: Erläutert die theoretischen Grundlagen, die Unterscheidung zwischen Übergewicht und Adipositas anhand des BMI und verschiedener Perzentilkurven.
2 Prävalenz: Bietet einen Überblick über die aktuelle Datenlage in Deutschland (KiGGS-Studie) und international, sowie spezifische lokale Erhebungen aus Kassel.
3 Folgen: Beschreibt die körperlichen Krankheitsrisiken sowie die psychosozialen Auswirkungen, wie Diskriminierung und Einschränkungen des Selbstkonzepts.
4 Ursachen: Analysiert die multifaktoriellen Ursachen, von genetischer Disposition bis hin zu modernen Lebensbedingungen und dem Einfluss der sozialen Lage.
5 Präventions- und Interventionsmaßnahmen in der Schule: Stellt konkrete Programme wie CHILT und TOPP vor und diskutiert deren Wirksamkeit, Umsetzungsprobleme und die notwendige Einbindung der Eltern.
Adipositas, Übergewicht, Kindesalter, Jugendalter, Prävention, Schule, Ernährungsverhalten, Bewegungsmangel, Selbstwertgefühl, psychosoziale Belastung, BMI, KiGGS, CHILT-Projekt, TOPP-Programm, Gesundheitsförderung
Die Arbeit untersucht die Wirksamkeit von schulbasierten Präventions- und Interventionsmaßnahmen zur Bekämpfung von Adipositas bei Kindern und Jugendlichen.
Die Arbeit deckt die Definitionen, Prävalenzzahlen, körperliche sowie psychosoziale Folgen und die komplexen Entstehungsursachen von Adipositas ab.
Die Kernfrage ist, wie wirksam präventive Ansätze im Setting Schule sind und wie Lehrkräfte bei der Bewältigung dieses pädagogischen Problems unterstützen können.
Die Hausarbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse und wertet exemplarische schulbasierte Präventionsprogramme (CHILT, TOPP) wissenschaftlich aus.
Der Hauptteil analysiert theoretische Definitionen, aktuelle Studien zur Verbreitung (KiGGS), die Folgen für die psychische Gesundheit und die Ursachenforschung sowie die Evaluierung spezifischer Interventionsprogramme.
Wichtige Begriffe sind Adipositasprävalenz, psychosoziale Belastung, Verhältnisprävention, Verhaltensprävention und schulbasierte Gesundheitsförderung.
Diskriminierung beginnt laut der Arbeit bereits im frühen Kindesalter und führt oft zu einem Teufelskreis aus sozialer Isolation, Scham und ungesundem Essverhalten als Kompensationsstrategie.
Schulen ermöglichen einen langfristigen Kontakt zu fast allen Kindern aus allen sozialen Schichten, was sie zu einem zentralen Ort für nachhaltige Gesundheitsförderung macht.
Das CHILT-Projekt zeigte zwar eine Steigerung der motorischen Leistungsfähigkeit, konnte jedoch die Adipositasprävalenz kaum signifikant senken, was die Notwendigkeit einer besseren Einbindung der Eltern verdeutlicht.
Das Programm TOPP richtet sich geschlechterspezifisch an Jungen ab der 6. Klasse und nutzt spielerische Lernelemente, um das Bewusstsein für ein aktiveres Ernährungs- und Bewegungsverhalten zu schärfen.
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