Bachelorarbeit, 2019
39 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Identität
2.1 Begriffsklärung
2.2 Identitätstheorien und -modelle
2.2.1 Erik H. Erikson
2.2.2 George H. Mead
2.2.3 Heiner Keupp et al.
2.3 Kulturelle Identität
2.3.1 Bikulturelle Identität
2.3.2 Kritische Würdigung des Kulturverständnisses
3. Migration
3.1 Begriffsklärung
3.2 Festlegung von Migrationsanderen
3.3 Kritische Würdigung des eingeschränkten Migrationsbegriffes
3.4 Auswirkungen des Kulturverständnisses im Kontext von Migration
4. Die Suche nach Identität in migrationsgesellschaftlichen Verhältnissen
4.1 Die Frage nach Zugehörigkeit
4.2 Identitätsentwicklung unter den Herausforderungen von Akkulturationsprozessen
4.2.1 Begriffsklärung Akkulturation
4.2.2 Das Akkulturationsmodell von Berry
4.3 Identitätskonstruktion in hybriden Lebensentwürfen
5. Fazit und Diskussion
Die Arbeit untersucht die komplexe Identitätskonstruktion und Identitätsfindung von Individuen in der modernen Migrationsgesellschaft. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie innere und äußere Faktoren den lebenslangen Entwicklungsprozess der Identität unter Bedingungen von Globalisierung und Migration beeinflussen und welche Rolle dabei die Anerkennung sowie Zugehörigkeitsgefühle spielen.
2.3.2 Kritische Würdigung des Kulturverständnisses
Der Kulturbegriff hat sich in Debatten und Diskursen über Einwanderung und Migration fest etabliert und ist zu einem „bevorzugten ‚Fremdmacher’ im öffentlichen ‚Sprechen über ‚Andere’ geworden“ (Messerschmidt 2008, S. 7). Einem derartigen Diskurs geht die Annahme voraus, dass die eigene dominierende (Mehrheits-)Kultur dem eines demokratischen Selbstverständnisses entspricht (vgl. ebd., S. 8). Rommelspacher spricht von einer westlich geprägten Dominanzkultur, in der Bilder von Anderen konstruiert werden, die „in Kategorien der Über- und Unterordnung gefaßt [sic!] sind“ (Rommelspacher 1995, S. 22). Eine unkritische Rezeption des Kulturbegriffes, besonders im aktuellen und verherrlichenden Gebrauch in politischen Debatten über Multikulturalismus und kulturelle Identität, in der er ohne inhaltliche Bestimmung eingesetzt wird, beschreibt Gürses als äußerst problematisch (vgl. Gürses 1998, S. 64).
Wenngleich der Kulturbegriff diffus und mit einer Reihe von Assoziationen und Stereotypen einhergeht, konstatiert Gürses, dass er zugleich für die Humanwissenschaften von wichtiger Bedeutung und Notwendigkeit ist, da Kultur einen Kontext für Debatten, Individuen und Institutionen bietet. Diesen Konflikt bezeichnet er als „terminologisches Dilemma“ (ebd.).
In einer Einwanderungsgesellschaft, in der ‚Ethnien vermischt’ werden, dienen Grenzziehungen entlang der ‚kulturell bestimmten Herkunft‘, um gesellschaftliche Zugehörigkeiten und kulturelle Identitäten zu kennzeichnen (vgl. Messerschmidt 2008, S. 6). Die Identifikation mit einer Kultur befördert eine stetige Anzweiflung der Zugehörigkeit von Gesellschaftsmitgliedern, die einer ‚anderen Kultur’ angehören, denn erst in Abgrenzung zu einer ‚anderen Kultur’ gewinnt der Kulturbegriff an Relevanz (vgl. ebd., S. 9).
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Problematik von Identitätskonstruktionen im Zeitalter der Globalisierung und stellt die Zielsetzung der Arbeit sowie das methodische Vorgehen vor.
2. Identität: Dieses Kapitel erläutert den Identitätsbegriff sowie klassische und moderne Identitätstheorien und diskutiert kritisch die Rolle kultureller Identität.
3. Migration: Hier werden zentrale Begriffe der Migrationsforschung definiert und kritisch hinterfragt, insbesondere im Hinblick auf hegemoniale Diskurse und Kulturalisierungen.
4. Die Suche nach Identität in migrationsgesellschaftlichen Verhältnissen: Das Hauptkapitel analysiert die Herausforderungen der Zugehörigkeit, Akkulturationsprozesse und die Identitätskonstruktion in hybriden Lebensentwürfen.
5. Fazit und Diskussion: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Bedeutung von Anerkennung und hybriden Identitätskonzepten in einer modernen Gesellschaft.
Identität, Identitätsfindung, Migration, Migrationsgesellschaft, Kulturelle Identität, Zugehörigkeit, Akkulturation, Hybride Lebensentwürfe, Anerkennung, Andere Deutsche, Kulturalisierung, Multikulturalismus, Selbstkonzept, Subjektkonstruktion, Identitätsarbeit
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von Identität und den Prozessen der Identitätsfindung für Individuen, die in migrationsgesellschaftlichen Verhältnissen leben.
Zentrale Themen sind die Identitätsentwicklung, der Einfluss von Migration auf das Zugehörigkeitsgefühl, die kritische Betrachtung des Kulturbegriffs sowie die Anerkennung hybrider Lebensentwürfe.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie komplex Identitätskonstruktionen in der postmodernen Zeit sind und welche inneren sowie äußeren Faktoren dabei den Entwicklungsprozess der Identität beeinflussen.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse und wissenschaftliche Diskursreflexion unter Einbeziehung relevanter Identitäts- und Migrationstheorien.
Der Hauptteil gliedert sich in Identitätstheorien, die Migrationsforschung, die Untersuchung von Identität unter Akkulturationsbedingungen und die Konstruktion hybrider Identitäten.
Wichtige Begriffe sind Identität, Migration, Zugehörigkeit, Akkulturation, Hybride Lebensentwürfe, Anerkennung und Identitätsarbeit.
Eine gelungene Identität wird nicht nur als subjektive Empfindung gesehen, sondern erfordert eine kohärente Selbstbewertung sowie die Anerkennung durch das soziale Umfeld.
Betroffene entwickeln Strategien wie "Anpassen", "Einrichten" oder "Klarkommen", um trotz gesellschaftlicher Ausgrenzungserfahrungen handlungsfähig zu bleiben und Anerkennung zu erlangen.
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