Masterarbeit, 2018
67 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1. Warum öffentliche Verwaltung?
1.2. These
2. Warum keine Literatur aus gegenwärtigen Gender Studies?
3. Geschlecht
4. Subjektorientierte Erklärungsansätze für Unterrepräsentation
4.1. Mangel an hochqualifizierten Frauen/Benachteiligung durch „falsche“ Qualifikationen
4.2. Humankapitaltheorie
4.3. Theorie des weiblichen Arbeitsvermögens
4.4. „Typisch“ weiblich?
5. Macht und Herrschaft
5.1. Macht
5.2. Herrschaft
6. Strukturelle Erklärungsansätze
7. Strategien gegen Ungleichbehandlung
8. Schlussüberlegung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen für die nach wie vor bestehende Ungleichbehandlung von Frauen bei der Besetzung von Führungspositionen im öffentlichen Dienst, insbesondere in den obersten Bundesbehörden, und leitet daraus Strategien zur Förderung der Geschlechtergerechtigkeit ab.
1. Einleitung
Es sollte eine Selbstverständlichkeit in unserer Gesellschaft sein, dass Frauen und Männer gleichberechtigt sind. Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern ist in Artikel 3 II S. 1 Grundgesetz (GG) niedergeschrieben und hat damit Verfassungsrang. Zudem darf niemand, u.a. wegen seines Geschlechts, diskriminiert werden (Art. 3 III S.1 GG) und der Staat hat die Aufgabe, aktiv auf die Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern sowie die Beseitigung bestehender Nachteile hinzuwirken (Art. 2 II S. 2 GG).
Spezifiziert werden diese Grundsätze zu Gleichstellung und Gleichbehandlung u.a. im Gleichstellungsdurchsetzungsgesetz (DGleiG) und im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG).
Dennoch zeichnet die Realität ein differenzierteres Bild. Wir sind „heute mit einer Vielfalt von Formen und Intensitätsgraden geschlechtlicher Differenzierung und Ungleichheit konfrontiert. Es gibt Bereiche, in denen die Geschlechterungleichheit nahezu unverändert fortbesteht (Bsp. Einkommen, Verteilung der Hausarbeit, sexuelle Gewalt), andere, in denen die Unterschiede zwischen den Geschlechtern praktisch verschwunden sind (Bsp. Bildungsgrad, Recht), und dritte schließlich, in denen die Ungleichheiten konditional sind, d.h. abhängig von spezifischen Bedingungskonstellationen (Bsp. Erwerbsverhalten, religiöse Bindung).“
Insbesondere in der Berufswelt werden Frauen nach wie vor systematisch benachteiligt. Dies spiegelt sich nicht nur in der sogenannten Gender Pay Gap oder den im Verhältnis hohen Zahlen an weiblichen Angestellten im Teilzeitmodell wider. Und trotz steigender Erwerbsbeteiligung von Frauen konnte zeitweise eine (erneute) Zunahme der Geschlechtersegregation festgestellt werden.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der Unterrepräsentation von Frauen in Führungspositionen im öffentlichen Dienst ein und begründet die Relevanz der Untersuchung.
2. Warum keine Literatur aus gegenwärtigen Gender Studies?: Hier wird die Entscheidung begründet, verstärkt auf Literatur der 1970er und 1980er Jahre zurückzugreifen, da diese für die Analyse der Praxis im öffentlichen Dienst als relevanter und praxisnäher erachtet wird.
3. Geschlecht: Dieses Kapitel definiert das Verständnis von Geschlecht als soziales Konstrukt und diskutiert die Bedeutung der Zweigeschlechtlichkeit für gesellschaftliche Machtstrukturen.
4. Subjektorientierte Erklärungsansätze für Unterrepräsentation: Es werden verschiedene Theorien untersucht, die die Ursachen für die Unterrepräsentation in individuellen Qualifikationen oder Verhaltensweisen der Frauen suchen, und kritisch hinterfragt.
5. Macht und Herrschaft: Dieses Kapitel liefert die theoretischen Grundlagen zum Macht- und Herrschaftsbegriff nach Max Weber und anderen Theoretikern, die als Basis für die Analyse der Organisationsstrukturen dienen.
6. Strukturelle Erklärungsansätze: Hier wird argumentiert, dass nicht individuelle Eigenschaften, sondern strukturelle Barrieren und informelle Machtmechanismen in Organisationen für die Benachteiligung von Frauen verantwortlich sind.
7. Strategien gegen Ungleichbehandlung: Dieses Kapitel bewertet verschiedene Maßnahmen wie Personalpolitik und Frauenquoten auf ihre Wirksamkeit zur Durchsetzung von Geschlechtergerechtigkeit in der öffentlichen Verwaltung.
8. Schlussüberlegung: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und bekräftigt die Notwendigkeit von Top-Down-Maßnahmen zur Überwindung patriarchaler Machtstrukturen.
Geschlechtergerechtigkeit, Öffentlicher Dienst, Führungspositionen, Macht, Herrschaft, Strukturelle Barrieren, Frauenquote, Gender Studies, Organisationstheorie, Diskriminierung, Gleichstellung, Machtlosigkeit, Informelle Netzwerke, Tokenismus, Marginalität.
Die Arbeit thematisiert die systematische Unterrepräsentation von Frauen in Führungspositionen innerhalb des öffentlichen Dienstes in Deutschland, speziell in den obersten Bundesbehörden.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse von Machtstrukturen, der Kritik an subjektorientierten Erklärungsmodellen und der Untersuchung struktureller Barrieren, die Frauen am beruflichen Aufstieg hindern.
Ziel ist es, die tieferliegenden Ursachen der Ungleichverteilung von Führungspositionen zu identifizieren und aufzuzeigen, warum bisherige Maßnahmen nicht ausreichen und welche Strategien, wie etwa eine Frauenquote, nachhaltig wirken könnten.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit soziologischen Konzepten zu Macht, Herrschaft und Geschlecht unter Einbeziehung empirischer Statistiken zur Repräsentation von Frauen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine kritische Prüfung individueller Erklärungsansätze, eine fundierte theoretische Analyse von Machtmechanismen in bürokratischen Organisationen sowie die Evaluierung von strukturellen Ansätzen und Gegenstrategien.
Zu den zentralen Begriffen gehören Geschlechtergerechtigkeit, Macht, strukturelle Barrieren, Frauenquote und der öffentliche Dienst als Untersuchungsgegenstand.
Die Autorin argumentiert, dass aktuelle akademische Gender Studies sich teilweise zu weit vom Praxiswissen entfernen und die als „veraltet“ geltende Literatur der 70er und 80er Jahre in Bezug auf strukturelle Analysen für die Verwaltungspraxis weiterhin eine hohe Relevanz und Gültigkeit besitzt.
Informelle Netzwerke werden als zentrale „Schattenstrukturen“ identifiziert, die den Zugang zu Führungspositionen steuern und in denen Männer aufgrund traditioneller Strukturen und gegenseitiger Förderung oft besser integriert sind als Frauen.
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