Bachelorarbeit, 2021
39 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Radikalisierung von jungen Muslimen in Deutschland
2.1 Begriffsdefinition Radikalisierung
2.2 Gesellschaftliche und religiöse Entwicklung der Muslime in Deutschland
2.3 Formen und mögliche Gründe bzw. Indikatoren von Radikalisierungen von jungen Muslimen in Deutschland
3. Islamischer Religionsunterricht in Deutschland
3.1 Geschichtlicher Hintergrund des Islamischen Religionsunterrichts
3.2 Zentrale Aspekte des Islamischen Religionsunterrichts am Beispiel des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen
3.3 Herausforderungen und Grenzen des Islamischen Religionsunterrichts
3.4 Chancen und Vorteile des Islamischen Religionsunterrichts
4. Islamischer Religionsunterricht als Prävention gegen Radikalisierung
4.1 Definition des Präventionsbegriffes
4.2 Handlungsfelder von Radikalisierungspräventionen
4.3 Der Islamische Religionsunterricht als Präventionsmaßnahme gegen Radikalisierungen
5. Fazit
Diese Arbeit untersucht die Radikalisierungsprozesse junger Muslime in Deutschland und analysiert, inwiefern der Islamische Religionsunterricht (IRU) als präventives Handlungsfeld fungieren kann, um diesem Phänomen entgegenzuwirken.
2.1 Begriffsdefinition Radikalisierung
Viele radikalisierte junge Muslime, die verantwortlich für Terroranschläge sind, verfolgen klare Ziele, wie beispielsweise sehr hohen Schaden anzurichten bzw. Angst und Schrecken in der Gesellschaft zu verbreiten. Um den Radikalisierungsprozess rechtzeitig entgegensteuern zu können, muss zunächst einmal der Begriff Radikalisierung genau verstanden und analysiert werden.
Der Ursprung des Begriffes Radikalisierung sei auf das lateinische Wort radix (deutsch: Wurzel) zurückzuführen und findet in unterschiedlichen Kontexten Anwendung. So stand dieser Begriff beispielsweise im 19. Jahrhundert symbolisch für liberale Reformer und wurde somit nicht zwangsläufig negativ konnotiert, wie es heute oftmals der Fall ist. Jedoch stand die Radikalisierung für eine klare Abgrenzung von bestehenden gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Verhältnissen und die Hinwendung zu einem anderen politischen System. Des Weiteren seien die Begriffe Radikalität und der Extremismus oftmals im gleichen Kontext wiederzufinden. Das Verhältnis dieser beiden Begriffe wird wie folgt beschrieben: „Im Kontext ihrer jeweiligen Zeit galten Radikale immer auch als Extremisten. Der Prozess, durch den sie zu Extremisten wurden, war ihre Radikalisierung.“ Auch die Begriffe Radikalisierung und Terrorismus stehen im engen Verhältnis zueinander: „Zwar wird nicht jede radikalisierte Person Terrorist. Aber jeder Terrorist hat einen Prozess der Radikalisierung durchlaufen.“ So sei nach Baehr (2019) ein Terroranschlag nur dann möglich, wenn ein Radikalisierungsprozess zuvor stattgefunden habe.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Relevanz des Themas Radikalisierung im Kontext des Islamischen Staates und definiert den Islamischen Religionsunterricht als zentrales Handlungsfeld der Arbeit.
2. Radikalisierung von jungen Muslimen in Deutschland: Dieses Kapitel erläutert den Radikalisierungsbegriff, analysiert die gesellschaftliche Entwicklung der Muslime und zeigt Beweggründe für Radikalisierungsprozesse bei Jugendlichen auf.
3. Islamischer Religionsunterricht in Deutschland: Das Kapitel behandelt den geschichtlichen Hintergrund, die inhaltlichen Aspekte am Beispiel Nordrhein-Westfalens sowie die Chancen und Herausforderungen des Fachs.
4. Islamischer Religionsunterricht als Prävention gegen Radikalisierung: Es werden Präventionsbegriffe definiert, Handlungsfelder wie Schulen und Gemeinden analysiert und der IRU explizit als Instrument gegen Radikalisierung bewertet.
5. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und bestätigt die Bedeutung des IRU für die Persönlichkeitsentwicklung und Radikalisierungsprävention.
Radikalisierung, Islamischer Religionsunterricht, Prävention, Salafismus, Integration, Neosalafismus, Identitätsfindung, Nordrhein-Westfalen, Bildungsauftrag, Interreligiosität, Extremismus, Jugendkultur, Demokratiebildung, Religionspädagogik, Gesellschaft
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Radikalisierung bei jungen Muslimen in Deutschland und prüft, welche Rolle der Islamische Religionsunterricht als Instrument zur Prävention spielen kann.
Die zentralen Felder umfassen Radikalisierungstheorien, die historische und gegenwärtige Situation muslimischen Lebens in Deutschland, die Ausgestaltung des Religionsunterrichts sowie spezifische Präventionsstrategien.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie der Islamische Religionsunterricht durch eine fachlich fundierte Wissensvermittlung und Persönlichkeitsbildung dazu beitragen kann, Radikalisierungsprozessen frühzeitig entgegenzuwirken.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse aktueller Studien, Fachliteratur und offizieller Bildungspläne basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Radikalisierungsbegriffs, die Analyse des Islamischen Religionsunterrichts (insbesondere in NRW) und die Erarbeitung von Präventionsmöglichkeiten innerhalb des schulischen Rahmens.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Radikalisierung, Islamischer Religionsunterricht, Salafismus, Prävention, Identitätsfindung und Demokratiebildung beschreiben.
Lehrkräfte im IRU verfügen über eine pädagogisch-professionelle Ausbildung und unterliegen staatlichen Lehrplänen, während die Arbeit in Moscheegemeinden oft informeller und weniger strukturiert im Hinblick auf staatliche Präventionsziele ist.
Nordrhein-Westfalen dient als Modellbeispiel für die Etablierung des IRU, da der dortige Kernlehrplan detaillierte Inhaltsfelder bietet, die für eine präventionsorientierte Analyse besonders geeignet sind.
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