Bachelorarbeit, 2020
64 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Die Geschichte des Kindergartens
2.1 Die öffentliche Kleinkinderziehung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts
2.2 Die Fröbelbewegung: Die Stiftung des Kindergartens (1840-1914)
2.3 Die öffentliche Kleinkinderziehung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des Kaiserreichs (1850 bis 1918)
2.4 Der Kindergarten in der Weimarer Republik (1918 bis 1933)
2.5 Der Kindergarten im Nationalsozialismus (1933 bis 1945)
2.6 Der Kindergarten im geteilten Deutschland: BRD (1945 bis 1990)
2.7 Der Kindergarten im geteilten Deutschland: DDR (1945 bis 1990)
2.8 Der Kindergarten von der Wiedervereinigung bis zur Gegenwart
3 Die Geschichte der Grundschule
3.1 Die Vorgeschichte der Grundschule bis 1918
3.2 Die Entstehung der Grundschule in der Weimarer Republik
3.3 Die Grundschule im Nationalsozialismus (1933 bis 1945)
3.4 Die Grundschule im geteilten Deutschland: BRD (1945 bis 1990)
3.5 Die Grundschule im geteilten Deutschland: DDR (1945 bis 1990)
3.6 Die Grundschule von der Wiedervereinigung bis zur Gegenwart
4 Funktionen des Kindergartens und der Grundschule
4.1 Funktionen der Grundschule
4.2 Funktionen des Kindergartens
4.3 Vergleichende Betrachtung
5 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit erläutert die historische Entstehung der Institutionen Kindergarten und Grundschule und analysiert deren Funktionen. Ziel ist es, die Entwicklung beider Bildungseinrichtungen nachzuvollziehen, um heutige Konzepte, strukturelle Unterschiede und die oft kontrovers diskutierte Übergangsproblematik im Elementar- und Primarbereich in ihrem historischen Kontext zu verstehen.
2.1 Die öffentliche Kleinkinderziehung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts
„[D]ie Entstehung von Einrichtungen der außerfamilialen Kleinkinderziehung [ist] kein deutsches, sondern ein internationales […] Phänomen“ (Konrad 2012a, S. 40). Tatsächlich dienten Einrichtungen aus den europäischen Nachbarländern den deutschen Anstalten als Vorbild, z. B. die britischen Infant Schools, die Oberlinschen Kleinkindereinrichtungen oder die französischen écoles maternelles. Der pädagogische Diskurs profitierte vom internationalen Austausch (vgl. ebd., S. 28-41).
Der Beginn der öffentlichen Kleinkindererziehung in Deutschland fiel in eine Epoche, die von zahlreichen Umbrüchen geprägt war. […] Es begann die Ära des Industriekapitalismus im modernen Verfassungsstaat, eine ungeheure Bewegung, die Gesellschaft, Politik und Wirtschaft radikal veränderte. In eben diesen Wandel war auch die öffentliche Kleinkinderziehung eingebettet, wie er überhaupt die Verbreitung der vorschulischen Einrichtungen mit herbeigeführt und entscheidend beeinflusst hat. (Wasmuth 2011, S. 33)
Das Aufkommen der Vielzahl von Betreuungs- und Bildungseinrichtungen zu Beginn des 19. Jahrhunderts lässt sich nicht allein durch die Industrialisierung erklären (vgl. Berger 2016, S. 14). Vielmehr sieht Wasmuth deren Entstehung in der „Armut der Massen“, der „Trennung von Haus und Arbeit“, dem „Wandel der Familie“ und dem „erhöhte[n] Stellenwert der Kindheit“ sowie der „Neuorganisation der Schule“ begründet (2011, S. 43). Die Einrichtungen zur außerfamilialen Kindererziehung „entstanden als Veranstaltungen der sog. ‚Privatwohltätigkeit‘ und ‚christlichen Liebestätigkeit‘“ (Reyer 2006, S. 28f.) und wurden überwiegend von kirchennahen Vereinen oder Privatpersonen getragen (vgl. Berger 2016, S. 7). Häufig waren es adelige oder bürgerliche Frauen, welche die Einrichtungen initiierten und finanzierten (vgl. Konrad 2012a, S. 49). Waren es zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch überwiegend bürgerliche Vereine, die sich der Armenpflege und der außerfamilialen Kleinkindererziehung annahmen, so wurde diese Aufgabe im Laufe der Jahrzehnte sukzessive von den dafür ausgebildeten Diakonissen übernommen (vgl. Aden-Grossmann 2011, S. 19-22).
1 Einleitung: Hier wird das Thema der Arbeit eingeführt, die Relevanz der historischen Betrachtung von Kindergarten und Grundschule begründet und die Forschungsfrage formuliert.
2 Die Geschichte des Kindergartens: Dieses Kapitel zeichnet die Entwicklung des Kindergartens von den Anfängen der Kleinkindererziehung im 19. Jahrhundert über die Zeit des Nationalsozialismus bis hin zur Situation im geteilten Deutschland und nach der Wiedervereinigung nach.
3 Die Geschichte der Grundschule: Der Fokus liegt hier auf der Entwicklung der Grundschule, beginnend bei der Vorgeschichte im Volksschulwesen über die Institutionalisierung in der Weimarer Republik und die Gleichschaltung im Nationalsozialismus bis zu den Entwicklungen in BRD und DDR sowie der heutigen Zeit.
4 Funktionen des Kindergartens und der Grundschule: In diesem Kapitel werden die Aufgaben und gesellschaftlichen Funktionen von Kindergarten und Grundschule theoretisch abgegrenzt und vergleichend gegenübergestellt.
5 Fazit und Ausblick: Hier werden die wesentlichen historischen Entwicklungslinien zusammenfassend dargestellt und ein Ausblick auf die zukünftigen Herausforderungen im Übergangsbereich gegeben.
Kindergarten, Grundschule, Historische Entwicklung, Bildungsgeschichte, Kleinkinderziehung, Sozialisation, Selektion, Übergangsproblematik, Elementarbereich, Primarbereich, Reformpädagogik, Schulsystem, Bildungsfunktion, Betreuungsauftrag, Schulgeschichte.
Die Arbeit befasst sich mit der historischen Entwicklung und den gesellschaftlichen Funktionen der beiden Institutionen Kindergarten und Grundschule in Deutschland.
Zentral sind die historische Entwicklung beider Einrichtungen, der Wandel ihrer jeweiligen Funktionen sowie die Untersuchung der Schnittstellen und Differenzen zwischen Elementar- und Primarbereich.
Ziel ist eine übersichtliche historische Darstellung beider Institutionen, um aktuelle pädagogische Konzepte und bestehende strukturelle Probleme besser in ihrem historischen Kontext zu verstehen.
Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, basierend auf dem Vergleich verschiedener Literaturquellen, um die wesentlichen Entwicklungsschritte der Institutionen nachzuzeichnen.
Der Hauptteil gliedert sich in die chronologische Aufarbeitung der Kindergarten- und Grundschulgeschichte sowie eine theoretische Reflexion und einen Vergleich ihrer Funktionen.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Bildungsgeschichte, Sozialisation, Selektion, Elementarbereich, Primarbereich, Reformpädagogik und Strukturwandel.
Dieser Streit in den 1920er Jahren verdeutlichte das Ende der Alleinstellung der Fröbelpädagogik und den Einfluss neuer reformpädagogischer Strömungen auf die Kleinkindpädagogik.
In der DDR war der Kindergarten als Elementarstufe des Bildungswesens stark auf die Schulvorbereitung und die Erziehung zur „sozialistischen Persönlichkeit“ ausgerichtet, während er in der BRD lange Zeit primär eine fürsorgerische Entlastungsfunktion innehatte.
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