Bachelorarbeit, 2021
66 Seiten, Note: 15
A. Einleitung
B. Hauptteil
I. Situation und Kurzhistorie
1. Der „Clan“-Begriff
2. Herkunft
a. Volk der „Mhallami-Kurden“
b. Flucht aus dem Nahen Osten
3. Verbreitung in Deutschland
a. Gescheiterte Integration
b. Geographische Schwerpunkte
4. Charakteristika dieser Parallelgesellschaft
a. Patriarchalische Familienstrukturen
b. Ehetraditionen
c. Ehrverständnis
d. Paralleljustiz und Friedensrichter
II. Der Konflikt mit dem Rechtsstaat
1. Bestandsaufnahme der kriminalpolizeilichen Lage
a. Registrierte Kriminalität
b. (Teil)legale Geschäftsfelder
c. Weitere Geschäftskreise und Kooperationen
2. Verfolgungshindernisse
a. Abschottung nach außen
b. Taktik der Einschüchterung
c. Geldwäsche durch „Hawala-Banking“
d. Fehlende Mitwirkung bei Abschiebungen
3. Aufkommende Probleme
a. Rekrutierung von Flüchtlingen
b. Einschleusung bei der Polizei
III. Bekämpfungskonzepte und Lösungsansätze
1. Bestehende Länderkonzepte
a. „Taktik der Nadelstiche“
b. Bund-Länder-Initiative zur Bekämpfung der Clankriminalität
2. Lösungsansätze für die Zukunft
a. Reform der Vermögensabschöpfung
b. Integration durch Aussteigerprogramme
c. Öffentlichkeitsarbeit
C. Ausblick und Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Clankriminalität in Deutschland unter einer kriminologischen Perspektive. Dabei liegt der Fokus darauf, das Spannungsfeld zwischen der öffentlichen Wahrnehmung einer „Hysterie“ und der tatsächlichen sicherheitspolitischen Bedrohung zu analysieren sowie die strukturellen Ursachen und behördlichen Herausforderungen im Kampf gegen diese Form der organisierten Kriminalität aufzuzeigen.
a. Volk der „Mhallami-Kurden“
Die Mhallami-Kurden haben ihren Ursprung in der Südosttürkei. Immer wieder umstritten ist dabei, ob es sich bei der Volksgruppe um Araber oder Kurden handelt. Von den syrischen und türkischen Kurden werden sie aufgrund ihrer sprachlichen Abweichungen (Mhallami bezeichnet einen arabischen Dialekt) nicht als Kurden gesehen. Auch im Libanon werden sie größtenteils zu den Arabern gezählt, lediglich in der Hauptstadt Beirut, wo die meisten von ihnen wohnen, betrachten sie die Libanesen als Kurden. Diese Ungenauigkeit erschwert bis heute die Zuordnung der Mhallami zu einer kulturellen Identität.
In der Türkei fand eine kulturelle und religiöse Unterdrückung der Mhallami statt, weshalb diese überwiegend von der Landwirtschaft und in ärmlichen Verhältnissen lebten. Nachdem vereinzelnde Saisonarbeiter von den besseren wirtschaftlichen Bedingungen im Libanon berichteten, entwickelten die Mhallami eine besondere Affinität für den Libanon und siedelten schließlich um. Vor allem in den 1920 - 1940er Jahren fanden Tausende von ihnen den Weg in den Libanon, vorwiegend nach Beirut. Der erhoffte wirtschaftliche und soziale Aufstieg fand jedoch größtenteils nicht statt. Die Mhallami waren schlichtweg nicht erwünscht, sodass sie keine libanesische Staatsangehörigkeit und auch keine Sozialleistungen erhielten. Sie hatten zwar eine Arbeitserlaubnis, wurden jedoch unter prekären Verhältnissen in Ghettos separiert. Um das Überleben der Gruppe gewährleisten zu können, wurden die mitgebrachten tribalen Verhältnisse noch enger geschnürt.
I. Situation und Kurzhistorie: Dieses Kapitel erläutert die Herkunft, historische Migration und die soziokulturellen Merkmale der Familienstrukturen, die als Basis für kriminelle Clan-Strukturen dienen.
II. Der Konflikt mit dem Rechtsstaat: Hier werden die verschiedenen Kriminalitätsbereiche und die spezifischen Hindernisse bei der Strafverfolgung, einschließlich der Paralleljustiz und Taktiken der Einschüchterung, detailliert beschrieben.
III. Bekämpfungskonzepte und Lösungsansätze: Dieses Kapitel analysiert aktuelle behördliche Strategien zur Bekämpfung, darunter die „Taktik der Nadelstiche“, sowie zukünftige Ansätze zur Vermögensabschöpfung und Integration.
Clankriminalität, Organisierte Kriminalität, Parallelgesellschaft, Mhallami-Kurden, Rechtsstaat, Paralleljustiz, Friedensrichter, Vermögensabschöpfung, Taktik der Nadelstiche, Hawala-Banking, Integration, Sicherheitsbehörden, Einschüchterung, Familienstrukturen, Kriminologie.
Die Arbeit widmet sich der kriminologischen Einordnung des Phänomens Clankriminalität in Deutschland und untersucht, ob es sich um eine übersteigerte mediale Hysterie oder eine reale sicherheitspolitische Bedrohung handelt.
Zu den zentralen Themen gehören die historischen Wurzeln der Clans, die Strukturen der Parallelgesellschaft, der Konflikt mit dem deutschen Rechtsstaat sowie die Wirksamkeit staatlicher Bekämpfungskonzepte.
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für das Phänomen zu entwickeln, um staatliche Gegenmaßnahmen effektiver gestalten und die Autorität des Rechtsstaats dauerhaft wahren zu können.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine Analyse bestehender Lagebilder von Bundes- und Landeskriminalämtern, aktuelle polizeiliche Berichte sowie Fachliteratur und sicherheitspolitische Diskursbeiträge.
Im Hauptteil werden zunächst die Entstehung und Merkmale der Parallelstrukturen analysiert, gefolgt von einer detaillierten Auseinandersetzung mit der Kriminalitätslage und den juristischen sowie taktischen Schwierigkeiten bei der Strafverfolgung.
Wichtige Begriffe sind Clankriminalität, Parallelgesellschaft, Paralleljustiz, Vermögensabschöpfung, Taktik der Nadelstiche und Integrationsversagen.
Friedensrichter fungieren als neutrale Schlichter innerhalb der Paralleljustiz, die Konflikte außerhalb des staatlichen Rechtssystems lösen, um weitere Eskalationen zu verhindern, sich dabei jedoch oft selbst strafbar machen.
Die Taktik führt zwar zu erhöhtem Kontrolldruck, wird jedoch von Kritikern aufgrund des hohen personellen Aufwands im Verhältnis zum strafrechtlichen Ertrag und dem Risiko einer reinen Symbolpolitik kontrovers diskutiert.
Abschiebungen scheitern häufig an einer ungeklärten Staatsangehörigkeit, der fehlenden Kooperation der Herkunftsländer oder dem Vorliegen einer deutschen Staatsbürgerschaft, die einen rechtmäßigen Schutz vor Ausweisung bietet.
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