Bachelorarbeit, 2019
62 Seiten
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Psychiatrische Diagnosen
2.2 Folgen einer psychiatrischen Diagnose
2.2.1 Selbststigmatisierung
2.2.2 Überidentifikation
2.2.3 Funktionalisierung
2.2.4 Empowerment
2.2.5 Positive Klärung und Selbstakzeptanz
2.2.6 Sinngebung und inneres Wachstum
2.3 Geschlechtsspezifische Differenzen
2.3.1 Der Ursprung der Geschlechtsunterschiede
2.3.2 Geschlechterdifferenzen in Bezug auf psychische Erkrankungen
2.4 Stand der Forschung
2.5 Hypothesen
3 Methoden
3.1 Stichprobe
3.2 Erhebungsinstrument
3.2.1 HAVD
3.2.2 Bewertung des HAVD
3.3 Durchführung
3.4 Untersuchungsdesign und angewandte statistische Verfahren
4 Ergebnisse
4.1 Deskriptive Datenanalyse
4.2 Testung der Hypothesen
5 Diskussion
5.1 Diskussion der Ergebnisse der Hypothesentestung
5.2 Diskussion des Messinstruments
5.3 Diskussion der Stichprobe
5.4 Limitationen
6 Fazit und Ausblick
Das primäre Ziel dieser Bachelorarbeit ist die empirische Untersuchung geschlechtsspezifischer Differenzen bei der Verarbeitung psychiatrischer Diagnosen. Aufbauend auf einer quantitativen Studie mit 400 Probanden wird analysiert, ob sich Männer und Frauen in ihrer Reaktion auf eine Diagnosestellung unterscheiden und welche funktionalen sowie dysfunktionalen Verarbeitungsmechanismen hierbei vorrangig zum Einsatz kommen.
2.2.3 Funktionalisierung
Die Funktionalisierung einer psychiatrischen Diagnose kann zu einem Krankheitsgewinn führen, wenn psychisch erkrankte Menschen ihre Diagnose als Rechtfertigung nutzen. Dies kann exemplarisch in besonders stressigen Situationen, in denen die Betroffenen unter einer großen Belastung stehen, der Fall sein. Zudem können durch die Funktionalisierung auch Vorteile für die Betroffenen entstehen, indem sie mehr Aufmerksamkeit, Zuneigung oder Unterstützung von ihrem Gegenüber erhalten. Zu diesem Zweck verstärken die Betroffenen teilweise ihre Symptomatik (Kehring et al., 2018).
Zusammenfassend wird die „Verantwortung für das eigene Leben […] unter Bezugnahme auf die Diagnose abgegeben, Berentungen werden angestrebt und nicht zuletzt ist aus Perspektive der sozialen Interaktion der sekundäre Krankheitsgewinn ein bekanntes Phänomen“. (Schnell, 2019, S. 13).
Besonders häufig neigen Menschen mit Depressionen oder somatoformen Störungen dazu ihre psychische Erkrankung zu funktionalisieren (Van Praag, 2001).
Eine psychiatrische Diagnose muss jedoch nicht immer mit negativen Aspekten oder dysfunktionalen Verarbeitungsmechanismen im Zusammenhang stehen. Dies zeigen auch die folgenden funktionalen Verarbeitungsstile.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz geschlechtsspezifischer Unterschiede bei der Verarbeitung psychiatrischer Diagnosen ein und diskutiert die kontroversen Auswirkungen einer Diagnosemitteilung auf den Patienten.
2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der psychiatrischen Diagnose, diskutiert deren Folgen wie Stigmatisierung, Überidentifikation und Funktionalisierung und beleuchtet Ansätze wie Empowerment sowie geschlechtsspezifische Unterschiede in der Psychopathologie.
3 Methoden: Das Kapitel beschreibt den Aufbau der quantitativen Querschnittsstudie, die Stichprobe von 400 Probanden, das verwendete Messinstrument HAVD sowie die angewandten statistischen Verfahren zur Hypothesenprüfung.
4 Ergebnisse: Hier werden die deskriptiven Datenanalysen sowie die Ergebnisse der statistischen Hypothesentests präsentiert, die Unterschiede zwischen Männern und Frauen hinsichtlich ihrer Verarbeitungsstile belegen.
5 Diskussion: Dieses Kapitel interpretiert die ermittelten Ergebnisse im Kontext der existierenden Forschung, reflektiert die Eignung des Messinstruments, kritisiert die Stichprobenzusammensetzung und benennt Limitationen der Studie.
6 Fazit und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse über die eher funktionale Verarbeitung durch Frauen und die eher dysfunktionale Verarbeitung durch Männer zusammen und gibt Anregungen für zukünftige Forschung sowie therapeutische Interventionen.
Psychiatrische Diagnose, Geschlechtsunterschiede, Verarbeitung, HAVD, Empowerment, Selbststigmatisierung, Funktionalisierung, Überidentifikation, psychische Erkrankung, Diagnosemitteilung, Psychotherapie, Coping, geschlechtsspezifische Forschung, Selbstakzeptanz, Klärung.
Die Arbeit untersucht, ob und wie Männer und Frauen psychiatrische Diagnosen unterschiedlich verarbeiten, da die Art der Auseinandersetzung mit der Erkrankung einen entscheidenden Einfluss auf den therapeutischen Erfolg hat.
Im Fokus stehen die Verarbeitung von Diagnosen, geschlechtsspezifische Unterschiede in der psychischen Bewältigung, die Rolle der Stigmatisierung sowie Ansätze zur Stärkung von Patienten durch Empowerment und partizipative Entscheidungsfindung.
Die zentrale Frage lautet, inwieweit sich Männer und Frauen in der Verarbeitung einer psychiatrischen Diagnose unterscheiden und ob hierbei statistisch signifikante Divergenzen bei verschiedenen Verarbeitungsmechanismen vorliegen.
Es wurde eine quantitative Querschnittsstudie mit 400 Probanden durchgeführt, deren Daten mittels des Hamburger Fragebogens zur Aufklärungssituation und Verarbeitung psychiatrischer Diagnosen (HAVD) erhoben und mit IBM SPSS Statistics 25 ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden theoretischen Rahmen zu Diagnosefolgen und Geschlechtsunterschieden, die methodische Darstellung der Untersuchung sowie eine detaillierte Ergebnisauswertung und Diskussion der verschiedenen Verarbeitungsdimensionen.
Zentrale Begriffe sind neben der psychiatrischen Diagnose vor allem Empowerment, Selbststigmatisierung, Funktionalisierung, Überidentifikation, positive Klärung sowie die Differenzierung nach Geschlecht.
Als funktional werden im Rahmen des HAVD Empowerment, positive Klärung und Selbstakzeptanz sowie Sinngebung und inneres Wachstum definiert.
Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Männer psychiatrische Diagnosen tendenziell eher dysfunktional verarbeiten, was sich unter anderem durch signifikant höhere Werte bei der Funktionalisierung und Selbststigmatisierung zeigt.
Obwohl Männer in der Studie tendenziell höhere Mittelwerte bei der Überidentifikation aufwiesen als Frauen, war dieser Unterschied statistisch nicht signifikant.
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