Diplomarbeit, 2002
89 Seiten, Note: 1,3
1 EINLEITUNG
2 MENSCHEN MIT GEISTIGER BEHINDERUNG
2.1 Der Terminus „Behinderung“
2.2 Geistige Störung
2.3 Das Phänomen Geistige Behinderung
2.3.1 Der medizinische Aspekt
2.3.2 Der psychologische Aspekt
2.3.3 Der pädagogische Aspekt
3 BEDÜRFNISSE ALS ANTRIEB ZUR SELBSTAKTUALISIERUNG
3.1 Grundlagen einer Motivationstheorie
3.2 Befriedigung der physiologischen Bedürfnisse
3.3 Befriedigung der sozialen Bedürfnisse
3.4 Erschwernisse/Barrieren, die in der Behinderung liegen
3.5 Erschwernisse/Barrieren, die im sozialen Umfeld liegen
3.6 Fazit
4 CASE MANAGEMENT IN DER SOZIALEN ARBEIT
4.1 Der Terminus „Case Management“
4.2 Historische Entwicklung des Case Managements
4.3 Das „deutsche Modell“
4.4 Das Konzept des Case Managements
4.4.1 Case Management als Organisations- oder Systemkonzept
4.4.2 Case Management als Handlungsprozess
4.5 Rolle des Case Managers
4.6 Zusammenfassung
5 HANDLUNGSMAXIMEN FÜR SOZIALE ARBEIT
5.1 Das humanistische Menschenbild
5.2 Lebensweltorientierung
5.3 Das Normalisierungsprinzip
5.4 Der systemtheoretische Ansatz
5.5 Fazit
6 CASE MANAGEMENT UND GEISTIGE BEHINDERUNG
6.1 Einleitung
6.2 Organisatorische und Kontaktaufnahme
6.3 Assessment und geistige Behinderung
6.4 Planung und geistige Behinderung
6.5 Intervention und geistige Behinderung
6.6 Anwaltliches Handeln des Coaches
6.7 Monitoring und geistige Behinderung
6.7.1 Praktische Möglichkeiten der Kontrolle
6.7.2 Entscheidungsschwierigkeiten als Folge sozialer Abhängigkeit
6.8 Evaluation und geistige Behinderung
6.9 Der Ablösungsprozess
6.10 Re-Assessment
7 RESÜMEE UND AUSBLICK
7.1 Resümee
7.2 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die Methode des Case Managements, welche ursprünglich aus dem angloamerikanischen Raum stammt, an die spezifischen Bedürfnisse und Lebenswelten von Menschen mit geistiger Behinderung angepasst werden kann. Ziel ist es, ein Verständnis für das Zusammenwirken von individuellen Förderbedarfen, sozialen Netzwerken und professionellen Hilfesystemen zu entwickeln, um Selbstbestimmung und Autonomie im Alltag zu unterstützen.
6.3 Assessment und geistige Behinderung
Das Assessment ist die wohl wichtigste Phase des Prozesses, da hier die Grundlage für das weitere Handeln im Prozess des Case Managements gelegt wird. Während des Assessments ist es die Aufgabe des Case Managers, die persönliche Lebenslage und Lebenssituation des Nutzers so gut wie möglich im Hinblick auf den konkret zu eruierenden Unterstützungsbedarf kennenzulernen.
„Mit Lebenslage ist die allgemeine, relativ überdauernde Beziehungsstruktur eines Individuums gemeint, seine Beziehungen zu sich selbst, zu anderen, zur natürlichen und kulturellen Umwelt. Lebenssituation umfasst die aktuelle persönliche Befindlichkeit, welche sich aus der Lebenslage und den gegenwärtigen möglichen Handlungen ergibt“ (Mühlum 1986, 69).
Um als Coach die Lebenslage eines Nutzers begreifen zu können, fordern Germain/Gittermann: „Der Mensch agiert und reagiert in seinen Lebenskreisen, und darin muss sich auch bewegen, wer ihm bei der Bewältigung von Problemen und Krisen helfen will“ (Germain/Gittermann 1999, S. VI).
Der Coach muss sich dabei, sowohl räumlich wie auch emotional, auf die Ebene des Klienten einstellen, d. h. die Lebensweltorientierung ist für den Prozess wichtige Handlungsmaxime. Gleichzeitig ist es sinnvoll, dass ein Case Manager von außen an den Nutzer herantritt, da er somit aus einer guten Distanz heraus die Lebenslage des Nutzers beurteilen kann. Für den Nutzer birgt es gleichzeitig die Chance, insbesondere wenn er in stationären Einrichtungen lebt, ohne Erwartungsdruck seinen Hilfebedarf zu artikulieren.
1 EINLEITUNG: Darstellung der Relevanz des Themas und der Zielsetzung der Diplomarbeit im Kontext der Lebenssituation von Menschen mit geistiger Behinderung.
2 MENSCHEN MIT GEISTIGER BEHINDERUNG: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Begriff Behinderung und Abgrenzung zu geistigen Störungen unter medizinischen, psychologischen und pädagogischen Gesichtspunkten.
3 BEDÜRFNISSE ALS ANTRIEB ZUR SELBSTAKTUALISIERUNG: Analyse menschlicher Grundbedürfnisse und Untersuchung spezifischer Barrieren, die bei Menschen mit geistiger Behinderung einer selbstständigen Bedürfnisbefriedigung entgegenstehen.
4 CASE MANAGEMENT IN DER SOZIALEN ARBEIT: Definition und geschichtliche Herleitung der Methode Case Management sowie Erläuterung der systemtheoretischen Ansätze und Handlungsphasen.
5 HANDLUNGSMAXIMEN FÜR SOZIALE ARBEIT: Etablierung grundlegender Prinzipien wie Humanismus, Lebensweltorientierung und Normalisierung als notwendiges Fundament für die professionelle Arbeit.
6 CASE MANAGEMENT UND GEISTIGE BEHINDERUNG: Konkrete Anwendung und notwendige Modifikation der fünf Prozessschritte des Case Managements für die Zielgruppe unter Einbeziehung des sozialen Umfeldes.
7 RESÜMEE UND AUSBLICK: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Diskussion weiterführender Perspektiven zur langfristigen Unterstützung und ehrenamtlichen Begleitung.
Case Management, Geistige Behinderung, Hilfeplanung, Sozialarbeit, Lebensweltorientierung, Normalisierungsprinzip, Assessment, Empowerment, Soziales Netzwerk, Selbstbestimmung, Autonomie, Unterstützung, Inklusion, Bedarf, Qualitätssicherung.
Die Arbeit befasst sich mit der Übertragung und Modifikation der Methode des Case Managements auf den Bereich der Betreuung und Unterstützung von Menschen mit geistiger Behinderung, um deren Selbstbestimmung zu fördern.
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Behinderung, Bedürfnisse im Sinne von Maslows Motivationstheorie, die Struktur des Case Management-Prozesses sowie handlungsleitende Maximen der Sozialen Arbeit.
Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, wie Menschen mit geistiger Behinderung durch eine strukturierte, netzwerkorientierte Unterstützung ihren Alltag selbstständiger gestalten können und welche Anpassungen die Case Management-Methode hierfür erfordert.
Die Autor setzt auf eine theoretische Analyse und Literaturarbeit, kombiniert mit praktischen Erkenntnissen aus einem Modellprojekt („Unterstützter Ruhestand“), um einen Leitfaden für professionelle Coaches zu entwickeln.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Menschenbildes und der sozialen Arbeit sowie die detaillierte, phasenorientierte Darstellung des Case Managements für Menschen mit geistiger Behinderung.
Case Management, Geistige Behinderung, Hilfeplanung, Normalisierungsprinzip, Lebensweltorientierung, Soziale Arbeit und Selbstbestimmung.
Die Biographiearbeit dient dazu, Traumatisierungen und bisherige Lebenserfahrungen des Nutzers zu verstehen, um dadurch verborgene soziale Ressourcen zu identifizieren und die Beziehungsarbeit zwischen Coach und Nutzer zu vertiefen.
Es bildet den normativen Gegenpol zur defizitorientierten Betrachtung und fordert, dass Menschen mit geistiger Behinderung Lebensbedingungen erhalten, die den gesellschaftlichen Standards möglichst nahe kommen und ihre individuelle Andersartigkeit respektieren.
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