Bachelorarbeit, 2020
64 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Die Prinzessin im traditionellen Märchen
2.1 Die Frau im Märchen
2.2 Die Prinzessin im Märchen
2.3 Gender und Rollenklischees
3 Das Märchenbilderbuch
3.1 Geschichte des Märchenbilderbuchs
3.2 Merkmale des Genres Märchenbilderbuch
3.3 Das neue Märchenbilderbuch
4 Figurenanalyse im Bilderbuch
4.1 Die literarische Figur
4.2 Figurendarstellung im Bilderbuch
4.3 Analysemodell
4.3.1 Figurenkonzeption
4.3.2 Figurencharakterisierung
4.3.3 Dynamik
5 Analyse
5.1 Nur die Schöne? - Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich
5.1.1 Figurenkonzeption
5.1.2 Figurencharakterisierung
5.1.3 Dynamik
5.2 Ich will! - Die Prinzessin und die Erbse
5.2.1 Figurenkonzeption
5.2.2 Figurencharakterisierung
5.2.3 Dynamik
5.3 Die grausame Herrscherin - Der goldene Käfig oder die wahre Geschichte der Blutprinzessin
5.3.1 Figurenkonzeption
5.3.2 Figurencharakterisierung
5.3.3 Dynamik
6 Vergleich
6.1 Intertextuelle Referenz und Merkmale des neuen Märchenbilderbuchs
6.2 Charakterisierung: Figurenhandeln, Eigenschaften, Aussehen
6.3 Typisierung und Individualisierung
6.4 Die Prinzessinnen unter Betrachtung von Genderaspekten
6.5 Der Reifeprozess als gemeinsames Motiv
7 Fazit: Es waren einmal… drei individuelle Märchenprinzessinnen!
Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung der Prinzessinnenfigur in modernen Märchenbilderbüchern und analysiert, wie diese von traditionellen Rollenbildern abweichen und neue, individuellere Charakterisierungen entwickeln. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich die Inszenierung der Prinzessin im aktuellen Bilderbuch im Spannungsfeld zwischen klassischem Märchenstoff und zeitgenössischen Genderdiskursen gestaltet.
5.1.1 FIGURENKONZEPTION
Die Prinzessin ziert das Cover des Bilderbuchs (entspricht Abbildung 5) und ist die Protagonistin und „Heldin“ (Röhrich 1987, S.19) des Märchens. Sie erscheint in Beziehung zu ihrem Vater, dem König. In Abbildung 2 sitzt die Prinzessin ihrem Vater gegenüber, lehnt sich trotzig zurück und hält die Arme vor dem Oberkörper verschränkt. Ihren Kopf neigt sie leicht nach unten und den Blick richtet sie auf den Tisch. Sie scheint demonstrativ an dem Frosch vorbeizuschauen. Ihre Mundwinkel zeigen nach unten, der Blick wirkt abwehrend, die Körperhaltung widerstrebend.
Auf Anweisung des Königs hat die Prinzessin den Frosch an den Tisch holen müssen. Ihre Gefühle darüber werden im Bild durch ihre Körpersprache, Mimik und Gestik ausgedrückt (vgl. Dammann-Thedens 2013, S.43). Mit ihrer abwehrenden Haltung wird ihr Widerwille angedeutet und der Protest gegenüber dem Vater und der Ekel gegenüber dem Frosch dargestellt. Sie weicht den männlichen Figuren aus (vgl. Ritter/Ritter 2013, S. 24).
Prinzessin und Frosch dominieren die Bilder, von ihrer Beziehung handelt das Märchen. Allerdings bleiben sich die Prinzessin und der Frosch bis zum Ende des Märchens fremd (vgl. Ritter/Ritter 2013, S. 25) und erscheinen bis zu seiner Verwandlung als Kontrastpaar (vgl. Bachorz 2004, S. 56). Während der Frosch die Nähe der Prinzessin zu genießen scheint, ekelt sich die Prinzessin vor dem Tier: „Der Frosch ließ sich’s gut schmecken, aber ihr blieb fast jedes Bisslein im Halse.“ (Sauvant/Grimm 2012, S. 20). In Abbildung 3 zeigt sich über ihre erhöhte Positionierung - auf dem Bett stehend mit dem Blick nach unten zum Frosch gerichtet - ihre Machtposition ihm gegenüber (vgl. Moebius 2009, S. 317).
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung der Prinzessin als Identifikationsfigur ein und erläutert die methodische Herangehensweise der Analyse von Märchenbilderbüchern.
2 Die Prinzessin im traditionellen Märchen: Dieses Kapitel beschreibt die Rolle der Frau und Prinzessin im klassischen Märchen und arbeitet die dort vorherrschenden Gender-Stereotype heraus.
3 Das Märchenbilderbuch: Hier werden die Geschichte und die genrespezifischen Merkmale des Märchenbilderbuchs sowie aktuelle Entwicklungen im Genre dargelegt.
4 Figurenanalyse im Bilderbuch: Das Kapitel erarbeitet ein theoretisch fundiertes Analysemodell, das für die Untersuchung von Figuren im Bilderbuch unter Berücksichtigung von Bild und Text genutzt wird.
5 Analyse: In diesem Hauptteil wird das Analysemodell auf drei konkrete Bilderbücher angewandt, um die Figurenkonzeption, Charakterisierung und Dynamik der jeweiligen Prinzessinnen zu untersuchen.
6 Vergleich: Das Kapitel vergleicht die Ergebnisse der drei Fallbeispiele und stellt Bezüge zur traditionellen Prinzessin sowie zu Genderaspekten und Reifeprozessen her.
7 Fazit: Es waren einmal… drei individuelle Märchenprinzessinnen!: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass moderne Märchenbilderbücher den Prinzessinnenfiguren neue, komplexere Handlungsspielräume eröffnen.
Märchenbilderbuch, Prinzessin, Figurenanalyse, Gender, Rollenklischees, Literaturwissenschaft, Bilderbuchanalyse, Emanzipation, Reifeprozess, Typisierung, Individualisierung, Postmodern Rewriting, Der Froschkönig, Die Prinzessin und die Erbse, Der goldene Käfig.
Die Arbeit untersucht die Darstellung der Prinzessinnenfigur in zeitgenössischen Märchenbilderbüchern und deren Wandel im Vergleich zum traditionellen Märchen.
Die Arbeit konzentriert sich auf die theoretische Figurenanalyse, die Untersuchung von Genderstereotypen sowie die mediale Gestaltung von Prinzessinnenfiguren in modernen Bilderbuchillustrationen.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie moderne Bilderbücher durch die Neuinszenierung klassischer Stoffe komplexere und aktivere Prinzessinnenfiguren schaffen, die traditionelle Rollenbilder aufbrechen.
Es wird ein eigenes Analysemodell entwickelt, das auf Theorien der Erzähltext-, Bilderbuch- und Filmanalyse basiert, um Figurenkonzeption, Charakterisierung und Dynamik systematisch zu untersuchen.
Der Hauptteil beinhaltet die detaillierte Analyse von drei spezifischen Bilderbüchern: "Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich", "Die Prinzessin und die Erbse" sowie "Der goldene Käfig oder die wahre Geschichte der Blutprinzessin".
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Figurenanalyse, Genderaspekte, individuelle Reifeprozesse und die Abgrenzung zum traditionellen Märchenstereotyp geprägt.
Valentina wird nicht als idealisierte, passive Heldin dargestellt, sondern als ambivalente Figur, die durch ihren Machtmissbrauch und ihre individuelle psychologische Entwicklung (Round Character) signifikant vom klassischen Schema abweicht.
Das Bilderbuch ermöglicht durch das Zusammenspiel von Text und bildlichen Elementen (Farben, Komposition, Mimik) eine tiefere und oft kontrapunktische Charakterisierung, die über den reinen literarischen Text hinausgeht.
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