Masterarbeit, 2015
92 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Theoretische Analyse
2.1 Zeitlicher Abriss der Entstehung der körperlichen Erziehung und des Turnens in der Schule mit seiner Entwicklung bis heute
2.1.1 Der Ausgangspunkt der Entwicklung
2.1.2 Die gesellschaftliche Situation und die körperlichen Gegebenheiten vor der Aufklärung
2.1.3 Die reformpädagogische Erziehung der Philanthropen
2.1.4 GuthsMuths als Initiator der Körpererziehung der Neuzeit
2.1.5 Friedrich Ludwig Jahn – Der Turnvater und das deutsche Turnen
2.1.6 Die Einführung des Schulturnens
2.1.7 Adolf Spieß – Der „Vater des Schulturnens“
2.1.8 Die Reformansätze ab Ende des 19. Jahrhunderts – Von der Abkehr vom Spieß'schen Turnen hin zum „natürlichen Turnen“ als ein Beispiel eines reformpädagogischen Ansatzes in der Weimarer Republik
2.1.9 Das Turnen als Erziehungsmittel in der Schule zur Zeit des Nationalsozialismus
2.1.10 Der neue Weg des Schulturnens nach 1945 als Teil der jüngsten und noch gegenwärtigen Geschichte
2.2 Turnen als ideale Grundsportart für den heutigen Schulsport
2.2.1 Turnen hat Kindern und Jugendlichen etwas zu bieten
2.2.2 Turnen als ein wichtiges Element der körperlichen Ausbildung
2.2.3 Die pädagogische Bedeutung des Turnens als Unterrichtsgegenstand
2.3 Verortung des Turnens im Lehrplan für weiterführende allgemeinbildende Schulen des Landes Schleswig-Holsteins
2.4 Die Theorie des geplanten Verhaltens (TPB)
2.4.1 Die Theorie der überlegten Handlung (TRA) als Vorgänger der TPB
2.4.2 Die Theorie des geplanten Verhaltens (TPB)
2.4.3 Ausdifferenzierung der Konstrukte der TPB
2.4.4 Aktueller Forschungsstand der TPB
2.5 Herleitung der zentralen Forschungshypothesen
3. Methode
3.1 Datenerhebungsmethode
3.1.1 Aufbau und Design des Fragebogens
3.2 Stichprobe
3.3 Unabhängige Variablen
3.3.1 Expertise
3.3.2 Turnrelevanz an der Schule
3.4 Abhängige Variablen
3.4.1 Konstrukte der TPB
3.4.2 Zukunftsaussichten
3.5 Operationalisierung der Hypothesen
3.6 Vorgehensweise
3.7 Aufbereitung und Auswertung der Daten
4. Ergebnisse
4.1 Allgemeine Deskription der Gesamtstichprobe
4.2 Spezielle Deskription der turnspezifischen Expertise
4.3 Spezielle Deskription der Turnrelevanz der Schulen
4.4 Spezielle Deskription der abhängigen Variablen
4.4.1 Deskription der Konstrukte der TPB
4.4.2 Deskription der Zukunftsaussichten
4.5 Inferenzstatistische Prüfung
4.5.1 Inferenzstatistische Prüfung - Expertise
4.5.2 Inferenzstatistische Prüfung - Turnrelevanz
5. Diskussion
5.1 Diskussion des Forschungsansatzes
5.2 Diskussion der Stichprobe
5.3 Diskussion der Messinstrumente
5.4 Diskussion der Ergebnisse
5.5 Ausblick
6. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht mithilfe der "Theorie des geplanten Verhaltens" (TPB) von Icek Ajzen die persönlichen Einstellungsmerkmale von Sportlehrkräften in Bezug auf das Unterrichten von Turnen im Schulsport. Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen der turnspezifischen Expertise der Lehrkräfte, der Bedeutung des Turnens an ihrer jeweiligen Schule und ihren Prognosen für die Zukunft des Turnens in der Schule wissenschaftlich darzustellen und zu analysieren.
2.1.2 Die gesellschaftliche Situation und die körperlichen Gegebenheiten vor der Aufklärung
Während der Zeit vor der Aufklärung genügte die feudalabsolutistische Regierung damit, Abgaben aus der Bevölkerung auszupressen und war darauf bedacht, den Bestand der militärischen Heere zu sichern. Gegen diesen Feudalabsolutismus und dessen Auswirkungen richteten sich die Dichter, Intellektuellen und Pädagogen mit der Forderung nach politischem Mitbestimmungsrecht und neuen nationalen Erziehungsplänen, die die Gesundheit und den Bildungsgrad verbessern sollte. Zu dem neuen Erziehungsansatz, den die Pädagogen verfolgten, gehörte die Ausbildung, Beherrschung und Pflege des Körpers. Die Forderung nach Gymnastikunterricht in Schulen, an denen alle Kinder und Jugendlichen teilnehmen sollten, wurde laut, die zudem von den Ärzten der damaligen Zeit unterstützt wurde (Schröder, Claus, Melchert, & Weder, 1965).
Die Schulen der Zeit entsprachen den Bedürfnissen des Adels, denn dort war die Bildung und Ausbildung des Körpers nur im geringsten Sinne vorgesehen. Johann Christoph Friedrich GuthsMuths bezeichnete diesen Erziehungsstil als „Krankheit der zivilisierten Klasse“ (Schröder et al., 1965, S. 27). Ohne Bewegung und durch Arbeit, die überwiegend im Sitzen erbracht wurde, würden die Muskeln erschlaffen und der Körper geschwächt werden (Schröder et al., 1965). Eine der wenigen Körperübungen, die im privilegierten Stand im Sinne einer galanten Erziehung durchgeführt wurde, war u.a. das Tanzen, um Eleganz und Anstand zu vermitteln und den Nachwuchs gesellschaftsfähig zu machen, und das Reiten. Die früheren Übungen, die die Kinder und die Jugend wehrtüchtig machen, Kraft entwickeln, Gewandtheit, Schnelligkeit und Mut schulen sollten, war seit der Einführung des Feuergewehres im 17. Jahrhundert vernachlässigt worden. Es war also nötig, die Bevölkerung, sowohl den Adel als auch die Arbeiterschaft, über den Nutzen von Körperübungen und einer planmäßigen körperlichen Erziehung aufzuklären, die „aktive Passivität“ in den Schulen und den sitzenden Berufen zu beseitigen und Kraft, Gesundheit, Mut und Gewandtheit zu fördern, um körperlich und charakterlich den beruflichen Anforderungen gerecht werden können und zur Verteidigung des Heimatlandes fähig zu sein (Schröder et al., 1965).
1. Einleitung: Diese Arbeit beleuchtet den sinkenden Stellenwert des klassischen Turnens im Schulsport und setzt sich mit der Einstellung der Sportlehrkräfte dazu auseinander.
2. Theoretische Analyse: Hier werden die historische Entwicklung der Körpererziehung sowie die "Theorie des geplanten Verhaltens" als wissenschaftliche Grundlage der Studie dargelegt.
3. Methode: Dieser Abschnitt beschreibt das Studiendesign, die Stichprobe von 77 Sportlehrkräften und die Erhebungsinstrumente zur Messung der Expertise und TPB-Konstrukte.
4. Ergebnisse: Die deskriptive und inferenzstatistische Analyse zeigt Zusammenhänge zwischen Lehrer-Expertise und der Motivation zum Unterrichten von Turnen auf.
5. Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch reflektiert, methodische Stärken sowie Schwächen der Untersuchung beleuchtet und ein Ausblick gegeben.
6. Zusammenfassung: Dieses Kapitel resümiert die gewonnenen Erkenntnisse und die Bedeutung der Untersuchung für den Schulsport.
Schulsport, Gerätturnen, Theorie des geplanten Verhaltens, Lehrerbefragung, Sportpädagogik, Körpererziehung, Expertise, Bundesjugendspiele, Unterrichtsmotivation, Schulentwicklung, Turngeschichte, Sportunterricht, Einstellungen, Inferenzstatistik, Selbstwirksamkeit
Die Arbeit untersucht die Einstellung von Sportlehrkräften zum Unterrichten von Gerätturnen im Schulsport unter Einbeziehung ihrer individuellen Expertise.
Die Themen umfassen die Geschichte des Turnens, pädagogische Ansätze, Lehrplanvorgaben, die "Theorie des geplanten Verhaltens" sowie eine empirische Analyse der Lehrerperspektive.
Das Ziel ist es, durch eine Befragung von Lehrkräften herauszufinden, ob ihre fachliche Expertise und die Relevanz des Turnens an ihrer Schule einen messbaren Einfluss auf ihre Einstellung und ihr Verhalten im Turnunterricht haben.
Es wurde eine quantitative Lehrerbefragung durchgeführt, deren Daten mittels statistischer Verfahren (u.a. Varianzanalyse und t-Test) ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine ausführliche theoretische Fundierung, die methodische Vorgehensweise der Datenerhebung sowie die detaillierte Präsentation und Diskussion der statistischen Ergebnisse.
Zentrale Begriffe sind Schulsport, Gerätturnen, Theorie des geplanten Verhaltens, Lehrerbefragung und Expertise.
Die Studie konnte keinen signifikanten Einfluss der Durchführung von Bundesjugendspielen auf die Einstellungsmerkmale der Lehrkräfte in Bezug auf das Turnen nachweisen.
Lehrkräfte mit höherer Expertise bewerten Turnen im Vergleich zu Kollegen mit geringerer Erfahrung durchweg positiver hinsichtlich Motivation und pädagogischem Nutzen.
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