Bachelorarbeit, 2021
49 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Methodisches Vorgehen
3. Resilienz
3.1. Begriffsbestimmung
3.2. Wesentliches
4. Entstehung von Resilienz
4.1. Risikofaktoren
4.2. Schutzfaktoren
4.3. Resilienzmodelle
4.3.1. Rahmenmodell der Resilienz nach Kumpfer
4.4. Bezugsmodelle
4.4.1. Salutogenesemodell nach Antonovsky
4.4.2. Transaktionales Stresskonzept nach Lazarus
5. Resilienzforschung
5.1. Kauai-Studie
5.2. Mannheimer Risikokinderstudie
5.3. Bielefelder Invulnerabilitätsstudie
6. Resilienzförderung in den Hilfen zur Erziehung
6.1. Sozialpädagogische Familienhilfe als ambulante Hilfeform
6.2. Heimerziehung als stationäre Hilfeform
6.3. Grundprinzipien
6.4. Präventionsarbeit in den Hilfen zur Erziehung?
6.4.1. FAST als Schnittstellenprogramm
6.4.2. Fit for Life
7. Diskussion
8. Fazit
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Resilienz für die positive Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sowie die Möglichkeiten der Resilienzförderung innerhalb der Hilfen zur Erziehung. Ziel ist es, den aktuellen wissenschaftlichen Diskurs zu analysieren und praxisorientierte Ansätze aufzuzeigen, um betroffene Kinder trotz Belastungen eine gelingende Entwicklung zu ermöglichen.
3.1 Begriffsbestimmung
In der Literatur zum Begriff Resilienz lassen sich eine Vielzahl an Begriffsdefinitionen wiederfinden, weshalb der Begriff Resilienz bis heute nicht einheitlich und eindeutig definiert werden kann. Leitet man den Begriff aus der englischen Sprache ab, bedeutet er zunächst einmal Widerstandsfähigkeit, Spannkraft oder auch Elastizität. (Fröhlich-Gildhoff & Rönnau-Böse, 2019, S. 9) Leitet man den Begriff aus dem lateinischen ab, steht er für “abprallen“ oder auch “zurückspringen“. (Thun-Hohenstein, Lampert, & Altendorfer-Kling, 2020, S. 8) „Ursprünglich war damit die physikalische Fähigkeit eines Körpers gemeint, nach Veränderung der Form wieder in seine Ursprungsform zurückzuspringen“ (Thun-Hohenstein, Lampert, & Altendorfer-Kling, 2020, S. 8). Damit lässt sich Resilienz als Fähigkeit verstehen, die es ermöglicht sich von schweren Belastungen und schädlichen Lebensumständen zu erholen und außerdem zu einem gesunden Menschen mit einer stabilen Persönlichkeit heranzuwachsen.
Detailliertere Begriffserläuterungen lassen sich dahingehend unterscheiden, wie eng oder wie weit man den Begriff der Resilienz fasst und welche Kriterien als Maßstab dienen. (Rönnau-Böse & Fröhlich-Gildhoff, 2020b, S.17) Weitgefasste Definitionen verstehen Resilienz als Kompetenz, welche sich aus einer Bündelung einzelner Fähigkeiten ergibt. Nach einer weitgefassten Definition kann diese Kompetenz nicht ausschließlich in belastenden Situationen relevant sein, sondern auch in Bezug auf beispielsweise Entwicklungsaufgaben oder weniger problematische Alltagssituationen. (Rönnau-Böse und Fröhlich-Gildhoff, 2020b, S. 17) Nach Fröhlich-Gildhoff und Rönnau-Böse (2019) folgt die Mehrheit der Forschenden jedoch einer engen Begriffsdefinition, wobei dann von Resilienz gesprochen werden kann, wenn ein Kind eine Situation bewältigt, „die als risikoerhöhende Gefährdung für die Entwicklung des Kindes eingestuft werden kann“ (S. 10). Nach dieser engen Begriffsdefinition kann demnach nur dann von Resilienz gesprochen werden, wenn eine Risikosituation vorliegt, welche ein Kind mit Hilfe von vorhandenen Fähigkeiten erfolgreich bewältigt.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz des Resilienzbegriffs in der wissenschaftlichen Debatte und formuliert die Forschungsfrage hinsichtlich der Bedeutung von Resilienz für Kinder in schwierigen Lebensumständen.
2. Methodisches Vorgehen: Dieses Kapitel erläutert die systematische Literaturrecherche und die Kriterien, die zur Auswahl der herangezogenen Fachliteratur verwendet wurden.
3. Resilienz: Es werden grundlegende Begriffsbestimmungen und wesentliche Merkmale von Resilienz als dynamischer Prozess der Anpassung dargestellt.
4. Entstehung von Resilienz: Das Kapitel analysiert das Zusammenspiel von Risiko- und Schutzfaktoren sowie verschiedene Modelle zur Entstehung von Resilienz, inklusive der Modelle von Kumpfer, Antonovsky und Lazarus.
5. Resilienzforschung: Anhand zentraler Längsschnittstudien wie der Kauai-Studie, der Mannheimer Risikokinderstudie und der Bielefelder Invulnerabilitätsstudie werden empirische Erkenntnisse der Forschung dargelegt.
6. Resilienzförderung in den Hilfen zur Erziehung: Hier wird die Anwendung von Resilienzförderung in der ambulanten Sozialpädagogischen Familienhilfe sowie in der stationären Heimerziehung diskutiert, ergänzt durch die Präventionsprogramme FAST und Fit for Life.
7. Diskussion: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Arbeit kritisch und beleuchtet die Schnittstelle zwischen Theorie der Resilienzforschung und der pädagogischen Praxis.
8. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer interdisziplinären Zusammenarbeit und eines theoretischen Rahmens für die zukünftige Resilienzförderung.
Resilienz, Resilienzförderung, Hilfen zur Erziehung, Kindesentwicklung, Risikofaktoren, Schutzfaktoren, Sozialpädagogische Familienhilfe, Heimerziehung, Prävention, Salutogenese, Coping, Soziale Ressourcen, Selbstwirksamkeit, Psychische Widerstandsfähigkeit, Jugendhilfe
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Resilienz für eine positive kindliche Entwicklung und wie dieses Konzept konkret in den verschiedenen Arbeitsfeldern der Hilfen zur Erziehung eingesetzt werden kann.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entstehung von Resilienz, den empirischen Ergebnissen der Resilienzforschung sowie der praktischen Umsetzung von Resilienzförderung in ambulanten und stationären Hilfsangeboten.
Die Forschungsfrage lautet, welche Bedeutung Resilienz für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen hat und wie Resilienzförderung als Konzept in die pädagogische Praxis der Hilfen zur Erziehung integriert werden kann.
Es handelt sich um eine systematische Literaturarbeit, die deutsche und englische Fachliteratur der letzten 20 Jahre analysiert, um den aktuellen Forschungsstand zu eruieren.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Risiko- und Schutzfaktoren, die Vorstellung bedeutender Resilienzstudien sowie die Analyse konkreter Förderansätze in der Familienhilfe und Heimerziehung.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Resilienz, Schutzfaktoren, Risikoindikatoren, Sozialpädagogische Familienhilfe sowie spezifische Präventionsprogramme wie FAST und Fit for Life.
Die Arbeit identifiziert die auf Vertrauen basierende Beziehung zu einer Bezugsperson als einen der fundamentalsten Schutzfaktoren für eine resiliente Entwicklung von Kindern unter belastenden Lebensumständen.
FAST dient als Beispiel für ein evidenzbasiertes Schnittstellenprogramm, das zeigt, wie durch die Vernetzung von Familie, Schule und Jugendhilfe gezielt soziale Ressourcen gestärkt und Resilienz gefördert werden können.
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