Bachelorarbeit, 2021
113 Seiten, Note: 1,0
Vorwort
1- Praeambula: zur Entstehung der 15 zweistimmigen Inventionen
1.1. Das Clavier-Büchlein vor Wilhelm Friedemann Bach
1.2. Praeambulum
1.3. Musikgeschichtlicher Hintergrund der 15 praeambula
1.4. Inventio(n)
1.5. Die 15 zweistimmigen Inventionen
1.6. Die ursprüngliche Ordnung der Inventionen und ihr Sinn
2- Überblick zur Literatur zu den Inventionen
2.1. Einleitung
2.2. Allgemeiner Überblick zur Literatur
- Fritz Jöde
- Johann Nepomuk David
- Erwin Ratz
- Schenkersche Analyse
- Rhetorische Musikanalyse
2.3. Ausgewählte Werke im Detail und Vergleich ihrer Ansätze
- Fritz Jöde: Die Kunst Bachs : dargestellt an seinen Inventionen "um darneben einen starken Vorschmack Komposition zu überkommen"
- Erwin Ratz: Einführung in die musikalische Formenlehre : über Formprinzipien in den Inventionen J. S. Bachs und ihre Bedeutung für die Kompositionstechnik Beethovens
- Laurence Dreyfuss: Bach and the Patterns of Invention
2.4. Zusammenfassung: Ziel bisheriger Analysen
3- Analyse der neunten Invention in f-Moll
I Erster Abschnitt
II Formaler Überblick
III Die Anschauung der Inventionen nach Ratz
IV Stimmführung vor den Themenanfängen
V Modifikationen im Übergangsteil
V Harmonik
VII Fritz Jödes Musikbetrachtung und der hypothetische Keim
VIII Die Takte 25-28
IX Eine musikalisch-rhetorische Anschauung
- Zusammenfassung
4- Ausblick: Nachläufer
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die 15 zweistimmigen Inventionen von J. S. Bach sowohl musikgeschichtlich zu kontextualisieren als auch ihre musikalische Struktur durch verschiedene analytische Ansätze zu durchdringen, um insbesondere die neunte Invention in f-Moll einer detaillierten musikalischen Analyse zu unterziehen.
Die fünfteilige Urform
„Um das Wesen der musikalischen Form zu erfassen, müssen wir versuchen, Prinzipien zu finden, die allen Formen gemeinsam sind. Analog dem Begriff der Urpflanze in der Metamorphosenlehre Goethes legt auch die funktionelle Formenlehre ihren Betrachtungen eine Urform zugrunde [...]. Diese Urform besteht aus fünf Teilen:
Teil: Erster Teil - Funktion: Exponiert die Tonika
Teil: Zweiter Teil - Funktion: Führt von der Tonika weg
Teil: Dritter Teil - Funktion: Verweilt in entfernteren Regionen
Teil: Vierter Teil - Funktion: Führt zurück auf die Dominante der Haupttonart
Teil: Fünfter Teil - Funktion: Bekräftigt die wieder erreichte Tonika“
Vorwort: Einführung in die Motivation des Autors zur Analyse der Inventionen und die Einbettung in den musikgeschichtlichen Kontext.
1- Praeambula: zur Entstehung der 15 zweistimmigen Inventionen: Historische Untersuchung der Entstehung und der Umbenennung der Inventionen sowie ihres musikpädagogischen Hintergrunds.
2- Überblick zur Literatur zu den Inventionen: Diskussion und Kategorisierung verschiedener musiktheoretischer Ansätze und Analysen, unter anderem von Jöde, Ratz und Dreyfus.
3- Analyse der neunten Invention in f-Moll: Detaillierte musikalische Untersuchung der f-Moll Invention unter Anwendung der diskutierten analytischen Methoden.
4- Ausblick: Nachläufer: Betrachtung der Rezeption und des Einflusses der Bachschen Inventionen auf Komponisten des 20. Jahrhunderts.
J. S. Bach, Inventionen, Musiktheorie, Musikanalyse, Fritz Jöde, Erwin Ratz, Laurence Dreyfus, f-Moll Invention, Kontrapunkt, Rhetorik, Formenlehre, musikalische Organik, Schenker-Analyse, Kompositionsverfahren.
Die Arbeit untersucht die 15 zweistimmigen Inventionen von J. S. Bach durch eine Kombination aus historischer Kontextualisierung und detaillierten musiktheoretischen Analysen.
Zentral sind die Entstehungsgeschichte der Inventionen, der Vergleich analytischer Methoden (wie Schenker oder Rhetorik) und die spezifische Analyse der Invention Nr. 9.
Das Ziel ist es, das Verständnis für die Kompositionsstruktur der Inventionen zu vertiefen und den analytischen Ansatz von Fritz Jöde auf die neunte Invention anzuwenden.
Der Autor nutzt verschiedene analytische Ansätze, darunter die musikalische Rhetorik, Schenkersche Schichtenmodelle und Jödes musikalische Organik.
Der Hauptteil widmet sich der Literaturübersicht über existierende Analysen und der tiefgreifenden, schrittweisen Analyse der f-Moll Invention.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kontrapunkt, Kompositionsverfahren, musikalische Rhetorik, Inventionen und Bachs Kompositionstechnik charakterisieren.
Sie ist ein komplexes, in der Literatur bisher wenig behandeltes Stück, das sich hervorragend eignet, um verschiedene analytische Konzepte zu erproben.
Diese Begriffe stammen primär von Fritz Jöde und bilden das Spannungsfeld seiner Interpretation der Inventionen als lebendige, organisch gewachsene Musikstücke.
Dies ist ein in der Analyse der f-Moll Invention erwähntes spezifisches Satzmodell, das zur Modulation und formalen Gliederung des Stücks eingesetzt wird.
Während Ratz die Formenlehre als Werkzeug zur Identifikation von Gesetzmäßigkeiten nutzt, lehnt Jöde starre formale Kategorien ab und fokussiert stattdessen auf den Prozess der "Formung".
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