Bachelorarbeit, 2020
39 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
2 Kinder mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem
2.1 Allgemeines zum deutschen Bildungssystem
2.1.1 Der Übergangsprozess von der Primar- zur Sekundarstufe
2.1.2 Die Sekundarstufen I und II
2.1.3 Die Bewertungspraxis der Lehrkräfte
2.2 Die Bildungsbeteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund
3 Theoretischer Rahmen
3.1 Bourdieus Kapitaltheorie
3.1.1 Ökonomisches Kapital, kulturelles Kapital, soziales Kapital
3.1.2 Migrationsspezifisches kulturelles Kapital
3.2 Der Spracherwerb von Kindern mit Migrationshintergrund
3.2.1 Grundprozesse des Spracherwerbs
3.2.2 Bilingualität
4 Stand der Forschung
4.1 Die Bedeutung des Kindergartens für die sprachliche Entwicklung
4.2 Die Rolle der Zweitsprache (L2)
4.3 Die Rolle der Erstsprache (L1)
4.4 Übergangsempfehlungen
5 Diskussion
6 Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht den Einfluss sprachlicher Kompetenzen in der Erst- und Zweitsprache auf die Übergangsempfehlungen von Kindern mit Migrationshintergrund in Deutschland. Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit diese Kompetenzen als bildungsrelevantes Kapital wirken und die Verteilung von Bildungschancen beim Wechsel von der Grundschule in die Sekundarstufe beeinflussen.
3.1.1 Ökonomisches Kapital, kulturelles Kapital, soziales Kapital
Laut Bourdieu (1983) sind die Ressourcen in der Gesellschaft ungleich verteilt. An dieser Stelle sind die unterschiedlichen Kapitalformen ökonomisches, kulturelles und soziales Kapital wichtig, denn diese beeinflussen die Individuen je nach Schichtzugehörigkeit unterschiedlich. Kapital im Sinne der Wirtschaft „[…] reduziert die Gesamtheit der gesellschaftlichen Austauschverhältnisse auf den bloßen Warentausch, der objektiv und subjektiv auf Profitmaximierung ausgerichtet und vom (ökonomischen) Eigennutz geleitet ist“ (Bourdieu 1983: 184). Der Kapitalbegriff im Sinne von Bourdieu ist jedoch noch durch den sozialen und kulturellen Bestandteil erweitert. Kapitalien sind demnach jene Ressourcen, die für das soziale Handeln nötig sind. Je mehr Kapital eine Person besitzt, desto höher ist der Profit, der daraus gezogen werden kann (Gehrmann 2019: 67f.).
Das ökonomische Kapital steht in Bourdieus Theorie nicht im Vordergrund und meint lediglich den materiellen Eigentum eines Individuums, der sich unmittelbar in Geld umwandeln lässt (Bourdieu 1983: 185). Das Sozialkapital beinhaltet ein soziales Netzwerk, also alle sozialen Beziehungen, wie zum Beispiel Familie, Freunde etc., die sich das Individuum zu Nutze machen kann. Der Vorteil, den eine Person daraus ziehen kann, entsteht durch das Gesamtkapital der einzelnen Mitglieder eines Netzwerkes und der Bereitschaft der Mitglieder, das Kapital zu teilen. Das eigene Kapital sollte verwendet werden, um einem Mitglied des Netzwerks zu helfen und im Gegenzug dürfte mit derselben Hilfe eines Gruppenmitgliedes gerechnet werden, welches die entsprechenden ökonomischen oder kulturellen Kapitalien besitzt (Bourdieu 1983: 191).
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Bedeutung von Bildungsübergängen und führt in die Fragestellung ein, welche Rolle sprachliche Kompetenzen bei Übergangsempfehlungen von Kindern mit Migrationshintergrund spielen.
2 Kinder mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe, gibt einen Überblick über das Schulsystem sowie den Übergangsprozess und analysiert die Bildungsbeteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund.
3 Theoretischer Rahmen: Hier werden Bourdieus Kapitaltheorie und die Mechanismen des Spracherwerbs nach Esser theoretisch fundiert, um Bildungsungleichheiten erklärbar zu machen.
4 Stand der Forschung: Dieser Abschnitt fasst aktuelle Studien zusammen, die den Einfluss von Kindergartenbesuchen sowie die Rolle von Erst- und Zweitsprachenkenntnissen auf den Bildungserfolg und Übergangsempfehlungen untersuchen.
5 Diskussion: Die Diskussion verknüpft die theoretischen Erkenntnisse mit dem Forschungsstand und bewertet kritisch, inwieweit sprachliche Kompetenzen die Schullaufbahnentscheidungen beeinflussen.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hält fest, dass sprachliche Kompetenzen eine Schlüsselrolle für den schulischen Erfolg spielen, während der exakte Effekt der Erstsprache weiter Forschungsbedarf aufweist.
Bildungsbeteiligung, Migrationshintergrund, Übergangsempfehlung, Kapitaltheorie, Bourdieu, Spracherwerb, Zweitsprache, Erstsprache, Bilingualität, Schulsystem, Bildungsbenachteiligung, Sprachkompetenz, soziale Herkunft, Grundschule, Sekundarstufe.
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen sprachlichen Kompetenzen in der Erst- und Zweitsprache und der Vergabe von Übergangsempfehlungen für Kinder mit Migrationshintergrund beim Wechsel von der Grundschule zur weiterführenden Schule.
Zentrale Themen sind die Bildungsbeteiligung von Migrantenkindern, die Kapitaltheorie nach Bourdieu, die Mechanismen des Spracherwerbs sowie der Einfluss von Kindergartenbesuchen und sprachlichen Fähigkeiten auf Schulleistungen.
Die Arbeit geht der Frage nach: „Inwiefern spielen sprachliche Kompetenzen in der Erst- und in der Zweitsprache von Kindern mit Migrationshintergrund in Deutschland eine Rolle bei den Übergangsempfehlungen?“
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch die Kapitaltheorie von Pierre Bourdieu und einer systematischen Aufarbeitung und Diskussion des aktuellen Stands der Forschung anhand zahlreicher empirischer Studien.
Im Hauptteil werden das deutsche Bildungssystem und die Bildungsbeteiligung analysiert, der theoretische Rahmen durch die Kapitaltheorie und Spracherwerbsmodelle gelegt sowie der Forschungsstand zu Erst- und Zweitsprachenkenntnissen kritisch diskutiert.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Bildungsbeteiligung, Migrationshintergrund, Übergangsempfehlung, kulturelles Kapital, Spracherwerb, Bilingualität und Bildungsbenachteiligung.
Laut Bourdieu ist kulturelles Kapital essenziell für den Bildungserfolg. Da Kinder mit Migrationshintergrund häufig über andere sprachliche und soziale Ressourcen verfügen, wirkt sich ein Defizit an inkorporiertem kulturellem Kapital (wie der Schulsprache) oft nachteilig auf ihre Noten und damit auf die Übergangsempfehlung aus.
Der Beherrschung der Zweitsprache kommt eine zentrale Bedeutung zu, da sie die Basis für das Verständnis in allen Schulfächern bildet und Lehrkräfte sich bei der Übergangsempfehlung maßgeblich an den schulischen Leistungen orientieren.
Die Forschungsergebnisse sind hier heterogen. Während Bilingualität in der kognitiven Perspektive als Vorteil gesehen wird, zeigen einige Studien, dass ein starker Fokus auf die Erstsprache bei gleichzeitig mangelnder Unterstützung in der deutschen Sprache zu Leistungsnachteilen führen kann.
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