Bachelorarbeit, 2021
36 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Begriffe der Transformationsforschung
2.2 Das Phasenmodell der Transformation
2.3 Theoretische Ansätze der Transformation
2.3.1 Der kulturtheoretische Ansatz
2.3.2 Der akteurstheoretische Ansatz
3 Forschunsgsdesign und Fallauswahl
4 Der Prozess der Transformation in Tunesien
4.1 Die Ausgangssituation vor dem arabischen Frühling
4.2 Der Einfluss von Akteuren und Religion auf das Ende des autokratischen Systems
4.3 Der Einfluss von Akteuren und Religion auf die Phase der Institutionalisierung
5 Der Prozess der Transformation Ägypten
5.1 Die Ausgangssituation vor dem arabischen Frühling
5.2 Der Einfluss von Akteuren und Religion auf das Ende des autokratischen Systems
5.3 Der Einfluss von Akteuren und Religion auf die Phase der Institutionalisierung
6 Ein Vergleich beider Transformationsprozesse
7 Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Ursachen für die divergenten Transformationsergebnisse des arabischen Frühlings in Tunesien und Ägypten. Dabei wird analysiert, warum es trotz vergleichbarer Ausgangssituationen in den beiden Ländern zu unterschiedlichen demokratischen Entwicklungen gekommen ist, wobei der Schwerpunkt auf den Einflussfaktoren Akteurstheorie und Kulturtheorie liegt.
2.3.1 Der kulturtheoretische Ansatz
Einen ersten Ansatz hierbei bieten die religiös-kulturellen Zivilisationstypen. Dabei wird im Grunde davon ausgegangen, dass eine nicht säkularisierte religiöse Kultur hinderlich für demokratische Normen und Verhaltensweisen innerhalb der Gesellschaft ist. (Merkel 1999: 96) Mit anderen Worten geht es hierbei um die Trennung von Staat und Religion. Sollte es dabei nicht zu einer solchen Trennung kommen, so kann der starke Einfluss der Religion sich negativ auf die demokratischen Grundprinzipien auswirken. Somit kann es auch zu einer Gefährdung der demokratischen Legitimation kommen. Anhand dieser Ausgangsituation formulierte Huntington 1993 acht Zivilisationstypen und ordnete sie anhand ihrer Demokratiefreundlichkeit. Eine Gliederung, die nach heutiger Sicht jedoch stark verallgemeinernd und oberflächlich wirkt.
Dennoch bleibt die Frage im Raum, welchen Einfluss religiös-kulturelle Faktoren auf den Prozess der Transformation haben. Grundsätzlich geht es bei den theoretischen Ansätzen innerhalb der Transformationsforschung darum, zu erklären, welche Faktoren sich wie und warum positiv oder negativ auf den Prozess der Transformation, genauer auf den Prozess der Demokratisierung, auswirken. Religiös-kulturelle Faktoren sind dabei keineswegs nur oberflächlich. Vielmehr sind sie oftmals tief verwurzelt und entziehen sich somit kurzfristig beabsichtigten Veränderungen. (Merkel: 2016: 113) Mit anderen Worten: politische Strukturen aber auch gesellschaftliche Strukturen, können kurzfristig verändert werden, religiös-kulturelle Faktoren jedoch nicht.
1 Einleitung: Vorstellung der Problemstellung, der Forschungsfrage nach dem unterschiedlichen Ausgang des arabischen Frühlings in Tunesien und Ägypten sowie des methodischen Aufbaus.
2 Theoretische Grundlagen: Erläuterung zentraler Begriffe der Transformationsforschung sowie Darstellung des Phasenmodells nach Merkel und der kultur- sowie akteurstheoretischen Ansätze.
3 Forschunsgsdesign und Fallauswahl: Beschreibung des "Most Similar Case Design" zur Vergleichbarkeit der Länder Tunesien und Ägypten sowie Definition der Variablen.
4 Der Prozess der Transformation in Tunesien: Analyse der Ausgangssituation, der Akteurskonstellationen und des Einflusses der Religion auf den Transformationsverlauf in Tunesien.
5 Der Prozess der Transformation Ägypten: Untersuchung der ägyptischen Transformationsdynamik, insbesondere der Rolle des Militärs und der Muslimbruderschaft unter Mubarak und Mursi.
6 Ein Vergleich beider Transformationsprozesse: Gegenüberstellung und Gewichtung der Erkenntnisse zu den Faktoren Akteure und Religion zur Erklärung der divergenten Resultate.
7 Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage unter Hervorhebung der Bedeutung ziviler Akteure und Elitenkonstellationen für den Transformationserfolg.
Arabischer Frühling, Transformation, Tunesien, Ägypten, Demokratisierung, Akteurstheorie, Kulturtheorie, Systemtransformation, Elitenpakt, Militär, Religion, Säkularisierung, Regimewechsel, Transformationstheorie, Demokratie.
Die Arbeit analysiert, warum die Transformationsprozesse des arabischen Frühlings in den Vergleichsländern Tunesien und Ägypten zu so unterschiedlichen Ergebnissen geführt haben.
Die zentralen Felder sind die Transformationsforschung, der Einfluss von Akteuren (Elitenverhalten) sowie die kulturtheoretische Rolle von Religion im Kontext politischer Wandlungsprozesse.
Die zentrale Frage ist, warum es trotz ähnlicher Ausgangssituationen in Tunesien und Ägypten zu einem unterschiedlichen Resultat des Transformationsprozesses gekommen ist.
Es wird das "Most Similar Case Design" (MSCD) der vergleichenden Politikwissenschaft angewandt, um die Unterschiede in den Transformationsverläufen systematisch zu untersuchen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die empirische Analyse der Transformationsprozesse in Tunesien und Ägypten sowie einen vergleichenden Teil, der die Einflussfaktoren gegenüberstellt.
Wichtige Begriffe sind Transformation, Demokratisierung, Akteurstheorie, Kulturtheorie, Systemtransformation und die Spezifika der Länder Tunesien und Ägypten.
Während das Militär in Tunesien eine neutrale, apolitische Rolle einnahm und den Wandel nicht blockierte, fungierte es in Ägypten als machtpolitischer Akteur, der durch eigene Interessen und mehrfache Abspaltungen von der Führung den Transformationsprozess maßgeblich beeinflusste.
Der Elitenpakt in Tunesien ermöglichte eine stabile Phase der Institutionalisierung, da zivile Akteure die Macht hielten und Hardliner in den Hintergrund drängten, was in Ägypten aufgrund der dauerhaften Elitenkonkurrenz ausblieb.
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