Bachelorarbeit, 2018
74 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Kulturtransmission
2.1.1 Zur Definition von Kultur
2.1.2 Das Kulturtransmissionsmotiv
2.2 Interviewauswertung
2.2.1 Phasen der Auswertung qualitativer Daten
2.2.2 Auswertungsmethoden
2.3 Methoden der Auswertung durch externe Beurteiler
2.4 Die Intuitive-Beurteiler-Methode zur Auswertung von Interviews
2.5 Fragestellung und Hypothesen
2.5.1 Forschungshypothese 1
2.5.2 Forschungshypothese 2
3 Methode
3.1 Operationalisierung
3.1.1 Operationalisierung des Aspektes der Kulturtransmission
3.1.2 Auswertung des Interviews: Eine Adaptation der Intuitiven-Beurteiler-Methode
3.2 Stichprobe
3.3 Ablauf
3.4 Ethische Aspekte
4 Ergebnisse
4.1 Soziodemographische Variablen
4.2 Vorbereitende Datenanalyse
4.3 Ergebnisse zur Hypothese 1
4.3.1 Übereinstimmung der Beurteilerinnen auf Profilebene
4.3.2 Übereinstimmung der Beurteilerinnen auf Variablenebene
4.3.3 Übereinstimmung zwischen Selbst- und Fremdauskunft auf Profilebene
4.3.4 Übereinstimmung zwischen Selbst- und Fremdratings auf der Variablenebene
4.3.5 Übereinstimmung zwischen Selbst- und Fremdbeurteilung auf Skalenebene
4.4 Ergebnisse zur Hypothese 2
5 Diskussion; Implikation und Fazit
5.1 Interpretation und Diskussion der Forschungshypothese H1
5.1.1 Übereinstimmungen der Beurteilerinnen
5.1.2 Übereinstimmung zwischen Selbst- und Fremdratings
5.2 Limitationen der vorliegenden Studie und Verbesserungsmöglichkeiten
5.2.1 Fazit zur Auswertungsmethode
5.3 Interpretation und Diskussion der Forschungshypothese H2
5.4 Implikation für die weitere Forschung
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, ob die "Intuitive-Beurteiler-Methode" als kostengünstiges und valides Verfahren zur Auswertung von qualitativen Interviews geeignet ist, um das "Kulturtransmissionsmotiv" bei gut integrierten Immigranten der ersten und zweiten Generation in Deutschland zu erfassen und mit standardisierten Fragebogendaten vergleichbar zu machen.
Die Intuitive-Beurteiler-Methode zur Auswertung von Interviews
Für die Auswertung der Daten der vorliegenden Untersuchung wurden verschiedene mögliche Auswertungsmethoden diskutiert. Die entscheidende Frage war letztlich, durch welche Auswertungsmethode die mittels Beurteiler erhobenen Daten am besten den Daten des von den interviewten Personen selbst ausgefüllten Fragebogens (zum Kulturtransmissionsmotiv) vergleichbar gemacht werden können. Beispielsweise wurde in Betracht gezogen, die Daten mittels eines Kategoriensystems nach Mayring (2016) auszuwerten. Dazu hätte man anhand der zentralen Themenkomplexe des Fragebogens Kategorien gebildet, z.B. eine Kategorie für das Kulturtransmissionsmotiv. Ein Nachteil dieser Auswertungsmethode ist es jedoch, dass die Intensität der interessierenden Variablen (z. B. des Kulturtransmissionsmotivs) durch solche Kategorien nicht erfasst worden wäre, sondern lediglich, ob die Kategorie vorhanden bzw. nicht vorhanden ist.
Demgegenüber bietet die Intuitive-Beurteiler-Methode, die bisher unter anderem in der Ausdrucksforschung angewandt wurde, durch die Verwendung einer gradierten Skala die Möglichkeit, nicht nur das Vorhandensein, sondern auch die Intensität der interessierenden Variablen zu erfassen. Die Gradausprägung der einzelnen Items ist für bestimmte der Hypothesen der Kulturtransmissionstheorie wichtig.
Diskutiert wurde auch das mögliche Problem, dass es für die Beobachter eine Überforderung darstellen könnte, die Intensität der Items auf einer gradierten Skala angeben zu müssen, da durch das verbale Material der Interviews möglichweise selten eindeutig ist, wie extrem die zu beurteilende Variable für die interviewte Person von Relevanz ist (z B. wie intensiv ihr Kulturtransmissionsmotiv ist). Die von Reisenzein et al. (2013) zusammengefassten Befunde zur Intuitiven-Beurteiler-Methode im Bereich der Emotionsforschung darauf hin, dass die Auswertungsmethode mittels gradierter Skala funktioniert, auch wenn nicht ganz klar ist, wie genau sie funktioniert (wie genau Personen vorgehen, um z. B. die Intensität von Ärger zu erschließen). Deshalb ist dieses Bedenken kein Einwand gegen die Intuitive-Beurteiler-Methode. Wenn eine Information über die Intensitätsausprägung eines Merkmals vorhanden ist, kann sie durch die Intuitive-Beurteiler-Methode genutzt werden; aus den Interviews wird also ein Maximum an Informationen gezogen.
1 Einleitung: Einführung in die Relevanz der Kulturtransmission bei Immigranten und Vorstellung der Intuitiven-Beurteiler-Methode als innovatives Auswertungsverfahren.
2 Theoretischer Hintergrund: Darstellung der Definition von Kultur, des Kulturtransmissionsmotivs sowie verschiedener Methoden zur qualitativen Interviewauswertung inklusive der Intuitiven-Beurteiler-Methode.
3 Methode: Beschreibung der Operationalisierung der Untersuchungsvariablen, des Ablaufs der Interviews und der Adaption der Auswertungsmethode für das vorliegende Material.
4 Ergebnisse: Ausführliche Analyse der soziodemographischen Daten sowie statistische Überprüfung der Reliabilität und Validität der Intuitiven-Beurteiler-Methode anhand von ICC-Werten.
5 Diskussion; Implikation und Fazit: Interpretation der Ergebnisse, kritische Würdigung der Limitationen der Studie sowie Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
6 Literatur: Auflistung der im Rahmen der Arbeit zitierten wissenschaftlichen Quellen.
Kulturtransmission, Kulturtransmissionsmotiv, Intuitive-Beurteiler-Methode, Interviewauswertung, Migrationshintergrund, Akkulturation, Validität, Reliabilität, Intra-Klassen-Korrelation, ICC, Selbstauskunft, Fremdbeurteilung, qualitative Forschung, psychologische Diagnostik, Integration.
Die Arbeit untersucht, ob die Intuitive-Beurteiler-Methode, bei der nicht geschulte Personen Interviews auswerten, eine reliable und valide Alternative zu klassischen Fragebögen darstellt, um psychologische Konstrukte bei Menschen mit Migrationshintergrund zu erfassen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Theorie der Kulturtransmission, der Untersuchung des Kulturtransmissionsmotivs (Wunsch nach Erhalt der Herkunftskultur) und der methodischen Entwicklung zur Auswertung von Interviewdaten mittels externer Beobachter.
Das Ziel ist zu prüfen, ob Ergebnisse aus einer Interviewauswertung durch Beurteiler mit den Ergebnissen aus einer Selbstauskunft (Fragebogen) übereinstimmen und ob sich das Kulturtransmissionsmotiv auch bei gut integrierten Immigranten nachweisen lässt.
Die Arbeit nutzt die "Intuitive-Beurteiler-Methode", bei der Beobachter ohne formales Codierungstraining auf Basis ihres alltagspsychologischen Wissens Einschätzungen zu verschiedenen Variablen auf einer gradierten Skala abgeben.
Im Hauptteil erfolgt die methodische Beschreibung der Datenerhebung, die Operationalisierung der Theorie in Fragebogenitems sowie eine detaillierte statistische Auswertung der Übereinstimmung (Reliabilität und Validität) zwischen den Beobachter-Ratings und den Teilnehmer-Selbsteinschätzungen.
Die wichtigsten Schlagworte sind Kulturtransmission, Intuitive-Beurteiler-Methode, Migrationshintergrund, Validität und Interviewauswertung.
Die Reliabilität ist zentral, um sicherzustellen, dass die Intuitive-Beurteiler-Methode konsistente Ergebnisse liefert. Dies wurde durch die Intra-Klassen-Korrelation (ICC) zwischen verschiedenen Beurteilern überprüft.
Die Autorin kommt zu dem Fazit, dass die Intuitive-Beurteiler-Methode ein verlässliches Mittel zur Auswertung ist, jedoch bei komplexeren Items durch genauere Vorbereitung und Schulung der Beurteiler verbessert werden könnte.
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