Masterarbeit, 2020
64 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Theoretischer und empirischer Hintergrund
2.1 Motive bestimmen das menschliche Handeln
2.2 Das Bedürfnis nach Zugehörigkeit
2.3 Kulturtransmission
2.4 Die Teilprozesse Sozialisation, Enkulturation und Akkulturation
2.5 Horizontale, vertikale und schiefe Kulturtransmission
2.6 Das Kulturtransmissionsmotiv
2.7 Die Aktivierung des Kulturtransmissionsmotivs
2.8 Die Messung des Kulturtransmissionsmotives
2.9 Überblick über die vorliegende Studie
2.10 Fragestellung und Hypothesen
2.10.1 Forschungshypothese H1
2.10.2 Forschungshypothese H2
2.10.3 Forschungshypothese H3
3 Methode
3.1 Stichprobe
3.2 Versuchsdesign und Versuchsplanung
3.3 Versuchsmaterialien
3.4 Versuchsablauf
3.5 Datenanalyse
4 Ergebnisse
4.1 Effekte einzelner Faktoren
4.2 Kumulativer Effekt ungünstiger Faktoren
4.3 Das Kulturtransmissionsmotiv
5 Diskussion und Ausblick
5.1 Interpretation und Diskussion der Forschungshypothesen
5.1.1 Die Bedrohung der Kulturtransmission
5.1.2 Jobangebot versus Rückkehrwunsch des Partners*der Partnerin
5.1.3 Die theorierelevanten Faktoren
5.1.4 Effekte des Kulturtransmissionsmotives
5.2 Limitationen der Studie
5.3 Implikationen für die weitere Forschung
Das primäre Ziel der Arbeit ist es zu untersuchen, wie verschiedene Faktoren die Wahrnehmung einer Bedrohung der Herkunftskultur in Migrationssituationen beeinflussen und wie dies zur Aktivierung des Kulturtransmissionsmotivs führt, welches sich in einem verstärkten Wunsch nach Kulturerhalt und entsprechenden Handlungstendenzen äußert.
Die Aktivierung des Kulturtransmissionsmotivs
Sowohl Mitglieder der kulturellen Mehrheit als auch der Minderheit haben ein Kulturtransmissionsmotiv (Maddox, 2019). Dieses ist jedoch – ebenso wie andere Motive – nicht permanent aktiv und deshalb den Personen nicht ständig bewusst. Insbesondere bei Mehrheitsmitgliedern ist es in der Regel deaktiviert, da die Transmission der Kultur dort meist als gesichert betrachtet wird (Mchitarjan & Reisenzein, 2014). Zur Aktivierung des Kulturtransmissionsmotives kommt es vor allem dann, wenn eine Bedrohung für die eigene Kultur bzw. für die erfolgreiche Weitergabe der Herkunftskultur wahrgenommen wird. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Bedrohung lediglich wahrgenommen wird oder tatsächlich vorhanden ist (Mchitarjan & Reisenzein, 2014): In beiden Fällen kommt es zur Aktivierung des Kulturtransmissionsmotives. In vielen Fällen ist eine Bedrohung der Kulturtransmission jedoch tatsächlich gegeben, nämlich in Situationen, in denen die gebräuchlichen Arten der Kulturweitergabe nicht (mehr) verfügbar sind oder nur noch in abgeschwächter Form vorhanden sind, wie es für Migrationssituationen typisch ist. Dort sind meist die Sozialisierungs- und Enkulturationsprozesse durch Mitglieder der eigenen Herkunftskultur nicht mehr im selben Maße wie im Herkunftsland verfügbar, ebenso fehlen öffentliche Einrichtungen zur Transmission der Herkunftskultur wie die Schule (Maddox, 2019). Gleichzeitig können externale Einflüsse, wie kulturelle Elemente der Einwanderungsgesellschaft, die Weitergabe der eigenen Kultur erschweren oder verhindern. Es gibt also verschiedene Faktoren, deren Vorhandensein sich günstig bzw. ungünstig auf die Kulturtransmission auswirken können (Mchitarjan & Reisenzein, 2013).
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der Kulturtransmission in modernen, multikulturellen Gesellschaften und führt in das Konzept des Kulturtransmissionsmotivs ein, dessen Stärke durch wahrgenommene Bedrohung der Herkunftskultur beeinflusst wird.
2 Theoretischer und empirischer Hintergrund: Dieses Kapitel fundiert die Arbeit in der Motivationspsychologie, definiert zentrale Begriffe wie Kulturtransmission, Akkulturation und das Kulturtransmissionsmotiv und leitet daraus die drei Haupthypothesen ab.
3 Methode: Der Methodenteil beschreibt das faktorielles Surveydesign des Webexperiments mit 96 Teilnehmern, bei dem in hypothetischen Migrationsszenarien verschiedene Einflussfaktoren systematisch variiert wurden.
4 Ergebnisse: In diesem Kapitel werden die statistischen Ergebnisse mittels Varianzanalysen präsentiert, die zeigen, dass die untersuchten Faktoren die wahrgenommene Bedrohung und damit das Kulturtransmissionsmotiv signifikant beeinflussen.
5 Diskussion und Ausblick: Das abschließende Kapitel interpretiert die Ergebnisse im Kontext der aufgestellten Hypothesen, diskutiert Limitationen der Studie wie die Komplexität der Szenarien und gibt Empfehlungen für zukünftige Forschungsansätze.
Kulturtransmission, Kulturtransmissionsmotiv, Migration, Bedrohungswahrnehmung, Webexperiment, Faktorenanalyse, Handlungsbereitschaft, Sozialisation, Akkulturation, Kulturerhalt, Migrationsszenarien, Motivationspsychologie.
Die Arbeit untersucht das Kulturtransmissionsmotiv, also den Wunsch von Menschen, ihre Herkunftskultur an nachfolgende Generationen weiterzugeben, und wie dieses Motiv durch Migrationsbedingungen aktiviert oder beeinflusst wird.
Zentrale Themen sind die psychologischen Grundlagen der Kulturtransmission, die Auswirkungen wahrgenommener kultureller Bedrohung und die verschiedenen Faktoren, die den Kulturerhalt in einem fremden Land erschweren oder erleichtern.
Die Arbeit erforscht, ob eine wahrgenommene Bedrohung der eigenen Kultur in Migrationssituationen das Kulturtransmissionsmotiv verstärkt und ob die Ausprägung dieses Motivs vom spezifischen Grund des Standortswechsels abhängt.
Es wurde ein faktorielles Surveydesign in Form eines deutschsprachigen Webexperiments angewandt, bei dem Probanden sich in verschiedene hypothetische Migrationsszenarien hineinversetzen und auf diese basierend Items zu Gefühlen und Handlungsbereitschaften bewerteten.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Hypothesen, die detaillierte Beschreibung des methodischen Versuchsaufbaus, die statistische Ergebnisauswertung mittels Varianzanalysen sowie die anschließende Diskussion der Befunde im Lichte der Kulturtransmissionstheorie.
Wichtige Begriffe sind Kulturtransmission, Kulturtransmissionsmotiv, Migration, Bedrohungswahrnehmung, Kulturerhalt sowie Handlungsbereitschaft.
Die Ergebnisse zeigen, dass eine Zunahme der Bedrohung – verursacht durch ungünstige Faktoren wie etwa fehlenden Sprachunterricht oder fehlende soziale Netzwerke – direkt zu einer Erhöhung der gemessenen negativen Gefühle und einer stärkeren Handlungsbereitschaft führt.
Die Daten ergaben kaum Unterschiede zwischen den Szenarien (Jobangebot vs. Rückkehrwunsch des Partners), was darauf hindeutet, dass für die Probanden primär der Umzug an sich und die damit einhergehenden Faktoren relevant waren, nicht jedoch die spezifische Begründung.
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