Masterarbeit, 2021
182 Seiten, Note: 1,0
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1. Einleitung
2. Der Kulturbegriff
2.1 Eine Begriffsannäherung
2.2 Modelle von Kultur
2.2.1 Kulturdimensionen von Hofstede
2.2.2 Kulturstandards
2.2.3 Kugelmodell der Kulturen
2.3 Multikulturalität, Interkulturalität und Transkulturalität
3. Interkulturelle Kompetenz
3.1 Einführung
3.2 Modelle interkultureller Kompetenz
3.2.1 Das interkulturelle Modell von Thomas
3.2.2 Developmental Model of Intercultural Sensitivity
3.2.3 Das Prozessmodell Interkultureller Kompetenz von Deardorff
3.2.4 Das interkulturelle Modell von M. Byram
3.3 Die Relevanz Interkultureller Kompetenz für die Schule
4. Der Zusammenhang zwischen Sprache und Interkultureller Kompetenz
4.1 Einführung
4.2 Begriffsbestimmung Sprachförderung und Sprachbildung
4.3. Sprachbildungskonzepte
4.3.1 Fächerübergreifende Konzepte der Sprachbildung
4.3.1.1 Durchgängige Sprachbildung
4.3.1.2 Das Konzept der Bildungssprache
4.3.1.3 Sprachsensibler Fachunterricht
4.3.2 Modelle zum Umgang mit Mehrsprachigkeit
4.3.2.1 Immersion
4.3.2.2 Submersion
4.3.2.3 Language-Maintenance-Modelle
4.3.2.4 Two-Way-Immersion
4.4 Deutsch als Zweitsprache und Deutsch als Fremdsprache
5. Die Förderung der Interkulturellen Kompetenz
5.1 Schulentwicklung
5.1.1 Das Programm für Qualität in multikulturellen Schulen (QUIMS)
5.1.2 Das Programm Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund (FörMig)
5.2 Die Lehrperson im Fokus
5.3 Methoden zur Förderung der Interkulturellen Kompetenz
5.3.1 Methoden und Beispiele im Bereich des Wissens und der Kognitionen
5.3.2 Methoden und Beispiele im Bereich der Einstellungen und Empathie
5.3.3 Methoden und Beispiele im Bereich des Verhaltens und der Handlungen
5.4 Beispiel einer Unterrichtsplanung zur Interkulturellen Kompetenz anhand eines Wochenplans für die Klasse 7
6. Schluss
Die Masterarbeit untersucht, wie interkulturelle Kompetenz im schulischen Kontext, insbesondere im Deutschunterricht, effektiv gefördert werden kann. Angesichts einer zunehmend heterogenen und durch Globalisierung geprägten Gesellschaft ist das primäre Ziel, schulpraktische Methoden zu identifizieren, die Schülern und Lehrkräften helfen, interkulturelle Begegnungen erfolgreich zu gestalten.
1. Einleitung
Deutschland, Europa und die Welt stehen vor globalen Herausforderungen im 21. Jahrhundert. Abseits der aktuellen Corona-Pandemie werden Lösungen für die Klimaerwärmung, die Überbevölkerung der Erde und die steigende soziale Ungerechtigkeit benötigt, um ein friedliches und nachhaltiges Leben auf diesem Planeten sicherzustellen. Spätestens seit den dramatischen Bildern aus dem Jahr 2015 im Zuge der „Europäischen Flüchtlingskrise“ kann die Bewältigung der weltweit stattfindenden Flüchtlingsbewegungen vor dem Hintergrund von Krieg, Hunger und Perspektivlosigkeit zu den zentralen Aufgaben der heutigen Zeit gezählt werden. Lösungen für Flüchtlingsbewegungen sind in Anbetracht aktueller Bilder aus Flüchtlingslagern, wie zum Beispiel Moria, noch immer nicht überall gefunden, sodass sich die Europäische Union und Deutschland im Speziellen mit der Aufnahme und dem gesellschaftlichen Umgang mit Menschen aus fremden Kulturen beschäftigen müssen. Anders als noch zu Zeiten der „Gastarbeiter“ in den 1950er- und 1960er-Jahren, als noch von einem vorübergehenden Aufenthalt der Migranten ausgegangen wurde, wird im heutigen „Einwanderungsland Deutschland“ (Youssefi 2018) der Umgang mit Personen aus anderen Kulturen mit dem Ziel einer Integration angestrebt.
Das Ziel und die Notwendigkeit der Integration von Personen aus anderen Kulturen nur auf die Flüchtlingskrise zurückzuführen, greift allerdings zu kurz. Vielmehr leben wir seit der Globalisierung und Digitalisierung in einer Welt, die vernetzter denn je ist. In Folge dessen sind Kontaktmöglichkeiten entstanden, über die vorherige Generationen nicht verfügten. Transnationale Unternehmen beschäftigen Arbeitnehmer in zahlreichen Ländern, die gemeinsam an einem Projekt arbeiten, über das Internet lernen sich Personen aus fernen Ländern innerhalb von Sekunden kennen und Reiseziele, die früher nur schwierig zu erreichen waren, haben sich durch den technologischen Fortschritt zu Orten des Massentourismus entwickelt. Die Veränderungen durch Globalisierung und Digitalisierung führen allerdings nicht nur bei Erwachsenen zu neuen Möglichkeiten, sondern auch Kinder und Jugendliche haben diese in ihren Alltag integriert.
1. Einleitung: Stellt das Thema in den Kontext der Globalisierung und Migration und definiert die Notwendigkeit interkultureller Kompetenz als Schulentwicklungsaufgabe.
2. Der Kulturbegriff: Analysiert verschiedene Definitionen von Kultur, von engen bis zu erweiterten und transkulturellen Modellen.
3. Interkulturelle Kompetenz: Diskutiert theoretische Modelle (Thomas, Bennett, Deardorff, Byram) und deren Relevanz für den schulischen Alltag.
4. Der Zusammenhang zwischen Sprache und Interkultureller Kompetenz: Untersucht die untrennbare Verbindung von Sprache, Sprachbildung und interkultureller Verständigung.
5. Die Förderung der Interkulturellen Kompetenz: Präsentiert schulpraktische Ansätze, Methoden zur Vermittlung in den verschiedenen Kompetenzdimensionen sowie ein fiktives Unterrichtsbeispiel.
6. Schluss: Fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bewertet die Möglichkeiten der Förderung interkultureller Kompetenz im heutigen Bildungssystem.
Interkulturelle Kompetenz, Sprachbildung, Deutschunterricht, Schulentwicklung, Migration, Globalisierung, Interkulturelle Pädagogik, Sprachförderung, Bildungssprache, DaZ, Mehrsprachigkeit, Kulturelle Vielfalt, Rollenspiele, Unterrichtsplanung, Heterogenität.
Die Arbeit analysiert die Möglichkeiten, interkulturelle Kompetenz als Querschnittsaufgabe in Schule und Deutschunterricht systematisch zu fördern, um Schüler auf ein Leben in einer pluralistischen Gesellschaft vorzubereiten.
Die Schwerpunkte liegen auf theoretischen Modellen zur Kultur, interkultureller Kompetenz, dem engen Zusammenhang zwischen Sprache und kultureller Interaktion sowie konkreten pädagogischen Methoden.
Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen theoretischen Modellen der interkulturellen Kompetenz und der oft fehlenden methodischen Umsetzung im schulischen Alltag durch praxisnahe Ansätze zu schließen.
Die Autorin stützt sich auf eine umfassende Literaturanalyse bestehender Modelle und Programme und überträgt diese auf schulpraktische Anforderungen, illustriert durch eine beispielhafte Unterrichtsplanung.
Der Hauptteil behandelt die theoretische Einbettung von Kultur- und Kompetenzmodellen, die Bedeutung von Sprachbildungskonzepten sowie konkrete Methoden der Förderung (z.B. Simulationsübungen, Lektüren, Unterrichtsplanung).
Zu den wichtigsten Begriffen gehören interkulturelle Kompetenz, Sprachbildung, Migration, DaZ, Mehrsprachigkeit und die Förderung in den Dimensionen Wissen, Einstellung und Handeln.
Sprache wird als fundamentales Bindeglied und zentrales Medium für interkulturelle Interaktionen angesehen, ohne das ein tiefergehendes interkulturelles Verständnis in einer Bildungsinstitution kaum möglich ist.
Die Realschule Plus wird als besonders herausfordernd und relevant eingestuft, da sie eine sehr heterogene Schülerschaft aus verschiedenen Nationen und sozialen Milieus aufweist, was den Bedarf an gezielter interkultureller Förderung massiv erhöht.
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