Examensarbeit, 2018
61 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Der Autor Benito Pérez Galdós
2.1 Leben und Werk
2.2 Galdós’ literarische Epoche: Realismus, Naturalismus und Krausismus in Spanien
2.3 Der historische Konflikt der ,Dos Españas‘ in Spanien
3. Der Roman Doña Perfecta
3.1 Inhaltsüberblick
3.2 Historischer Kontext und erwähnte Ereignisse
3.3 Gegenüberstellung: das rurale Orbajosa vs. das moderne Madrid
4. Darstellung und Bewusstsein der Figuren durch den Erzähler und die Wirkung auf den Leser in Bezug auf den Konflikt zwischen Tradition und Fortschritt der ,Zwei Spanien‘
4.1 Die metaphorische und ironische Namensgebung
4.2 Doña Perfecta – die untadelige Dame?
4.3 Pepe Rey – der fortschrittliche König?
4.4 Don Inocencio – oberste Instanz Orbajosas?
4.5 Rosario – Zwischen Glaube und Liebe
4.6 María Remedios – Marionette oder Manipulateurin?
4.7 Die Symbolik der Nebenfiguren Tío Licurgo, Caballuco, Don Cayetano, Jacinto, Pinzón, Juan Tafetán und las Troyas
6. Resümee
Ziel dieser Arbeit ist es, die ideologische Opposition der sogenannten „Zwei Spanien“ anhand mehrerer literarischer Ebenen im Roman Doña Perfecta zu analysieren und herauszuarbeiten, wie der Autor diesen Konflikt auf die spanische Gesellschaft des 19. Jahrhunderts bezieht.
Die metaphorische und ironische Namensgebung
Der Titel des Romans Doña Perfecta ist der erste Hinweis für den Leser, dass sich das Geschehen der Handlung vor allem um diese eine Figur dreht. Somit wird dem Rezipienten unterschwellig angedeutet, dass das Augenmerk auf diese eine Protagonistin gelegt wird, was sich im Laufe des Romans teilweise bestätigt.
Des Weiteren ist die Namensgebung verschiedener Orte und der Figuren für den Leser ambivalent zu betrachten. Einerseits kann der Leser die Namen wörtlich nehmen und wird dazu angehalten, diese Namen, die jeweils positive Charaktereigenschaften bezeichnen, auch als die tatsächlichen Charakterzüge der Figuren anzusehen. Andererseits bemerkt der Rezipient im Verlauf der Lektüre, dass die Figuren und die Orte nicht ihrer positiven Beschreibung, sondern vielmehr ihrem Gegenteil entsprechen, sodass er schließlich die positive Benennung der Figuren und der Orte als ironisch wahrnimmt und ihre negativen Eigenschaften durch diesen Kontrast zur anfänglich positiven Bewertung noch stärker hervortreten.
1. Einleitung: Vorstellung des Autors, der Thematik des Zwei-Spanien-Konflikts und der methodischen Zielsetzung der Untersuchung.
2. Der Autor Benito Pérez Galdós: Biografie, Einordnung in den Realismus und Naturalismus sowie Bedeutung des Krausismus für den Autor und die Epoche.
2.1 Leben und Werk: Chronologischer Abriss der Lebensstationen und Klassifizierung des literarischen Gesamtwerks.
2.2 Galdós’ literarische Epoche: Realismus, Naturalismus und Krausismus in Spanien: Definition der literarischen Strömungen und deren Bedeutung für die Gesellschaftsanalyse des Autors.
2.3 Der historische Konflikt der ,Dos Españas‘ in Spanien: Historische Herleitung der gesellschaftlichen Spaltung in ein progressives und ein konservatives Lager.
3. Der Roman Doña Perfecta: Einführung in das Werk und dessen Einordnung in das literarische Schaffen Galdós’.
3.1 Inhaltsüberblick: Kurze Zusammenfassung der Handlung um den Ingenieur Pepe Rey und seine Tante Doña Perfecta.
3.2 Historischer Kontext und erwähnte Ereignisse: Verknüpfung der Romanhandlung mit den realen politischen Umbrüchen im 19. Jahrhundert.
3.3 Gegenüberstellung: das rurale Orbajosa vs. das moderne Madrid: Kontrastierung der fiktiven Kleinstadt als Symbol des Rückschritts gegenüber der Hauptstadt als Zentrum der Modernität.
4. Darstellung und Bewusstsein der Figuren durch den Erzähler und die Wirkung auf den Leser in Bezug auf den Konflikt zwischen Tradition und Fortschritt der ,Zwei Spanien‘: Analytische Untersuchung der Figurenkonstellation als Repräsentanten des historischen Konflikts.
4.1 Die metaphorische und ironische Namensgebung: Analyse der Bedeutung von Eigennamen als Instrument der Entlarvung moralischer Scheinheiligkeiten.
4.2 Doña Perfecta – die untadelige Dame?: Untersuchung der Hauptfigur auf ihre Rolle als treibende Kraft hinter den Intrigen.
4.3 Pepe Rey – der fortschrittliche König?: Auseinandersetzung mit der Rolle des Protagonisten als Lichtgestalt und dessen eigener Ambivalenz.
4.4 Don Inocencio – oberste Instanz Orbajosas?: Analyse der Rolle des Klerus durch die Figur des Beichtvaters.
4.5 Rosario – Zwischen Glaube und Liebe: Charakterstudie der Tochter als leidendes Objekt der gesellschaftlichen und mütterlichen Autorität.
4.6 María Remedios – Marionette oder Manipulateurin?: Beleuchtung der Rolle der Haushälterin als Auslöserin der Tragödie.
4.7 Die Symbolik der Nebenfiguren Tío Licurgo, Caballuco, Don Cayetano, Jacinto, Pinzón, Juan Tafetán und las Troyas: Analyse der Nebenfiguren als Symbole gesellschaftlicher Gruppierungen.
6. Resümee: Zusammenfassende Erkenntnisse über die ironische Erzählstruktur und die Darstellung des Zerfalls traditioneller Werte.
Benito Pérez Galdós, Doña Perfecta, Zwei Spanien, Realismus, Naturalismus, Krausismus, Pepe Rey, Gesellschaftskritik, Spanien im 19. Jahrhundert, Ironie, Literaturanalyse, Fortschritt, Tradition, Klerikalismus, Identität
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse des Romans „Doña Perfecta“ von Benito Pérez Galdós unter dem Aspekt des „Zwei Spanien“-Konflikts, der die Spaltung zwischen progressiven und konservativen Kräften im 19. Jahrhundert widerspiegelt.
Im Zentrum stehen die ideologische Opposition zwischen Tradition und Fortschritt, die Rolle der Religion, soziale Stagnation in der Provinz sowie die manipulative Macht von Autoritäten.
Das Ziel ist es, die literarischen Ebenen des Romans zu untersuchen, um aufzuzeigen, wie Galdós durch Figurenzeichnung, Erzählerverhalten und ironische Namensgebung ein kritisches Abbild der spanischen Gesellschaft erstellt.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text anhand von Figuren- und Erzähleranalysen im Kontext der literarischen Epochen Realismus und Naturalismus sowie des Krausismus interpretiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des Autors und Epochenkontextes, eine Inhaltsangabe sowie eine tiefgehende Analyse der Haupt- und Nebenfiguren in Bezug auf ihre Funktion als Repräsentanten der „Zwei Spanien“.
Zentrale Begriffe sind Benito Pérez Galdós, „Doña Perfecta“, Zwei-Spanien-Konflikt, Realismus, Gesellschaftskritik, Ironie und politische Polarisation.
Der Klerus wird, insbesondere durch die Figur des Don Inocencio, als eine kraft, die sich hinter religiöser Maske verbirgt, um den Status quo zu sichern und Modernisierungsbestrebungen aktiv zu bekämpfen.
Orbajosa fungiert als fiktiver, jedoch typischer Ort, der als Sinnbild für das „alte“, konservative und rückständige Spanien steht und eine fast „mumifizierte“ Gesellschaftsstruktur verkörpert.
Der tragische Ausgang verdeutlicht die Unvereinbarkeit der zwei Welten. Die Liebe zwischen Rosario und Pepe Rey scheitert an der fanatischen Intoleranz der traditionellen Umgebung, was in Pepe Reys Tod und Rosarios Wahnsinn mündet.
Galdós nutzt Namen wie „Perfecta“ oder „Inocencio“ (unschuldig), um durch den Kontrast zum tatsächlichen Verhalten der Figuren – die sich als intrigant und heuchlerisch erweisen – deren moralische Verkommenheit zu entlarven.
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