Bachelorarbeit, 2020
50 Seiten, Note: 2.0
1 Einleitung
2 Die Mikrosoziologie der Gewalt: Handlungstheoretische Grundlagen
2.1 Emotionale Energie
2.2 Der Tunnel der Gewalt
2.3 Die Vorwärtspanik in Gruppen
3 Die Theorie der sozialen Identität
3.1 Das Minimalgruppen-Paradigma
3.2 Identitätstheoretische Grundlagen
3.3 Die (Wieder-)Herstellung eines positiven Gruppenbildes
3.4 Enthumanisierung
4 Der Genozid
4.1 Hintergründe
4.2 Gewalt- und Tötungsformen
5 Analyse
6 Fazit
Das Hauptziel dieser Bachelorarbeit ist die soziologische und sozialpsychologische Untersuchung des Genozids in Ruanda in den 1990er Jahren, um zu analysieren, inwiefern mikrosoziologische Dynamiken der Gewalt sowie Theorien zur sozialen Identität als Erklärungsmodelle für die stattgefundenen Massengewaltakte dienen können.
2.2 Der Tunnel der Gewalt
„Vorwärtspanik ist Gewalt, die nicht zu stoppen ist. Sie ist ein Overkill ein Kraftaufwand, der weit über das Maß hinaus geht das für einen Sieg notwendig gewesen wäre. Wer aus einer Anspannung in eine Vorwärtspanik abrutscht ist in einen Tunnel gefallen und kann nicht anhalten. Die Menschen töten dann nicht nur sondern zerstören alles was ihnen in die Augen kommt. Sie schlagen und treten im Übermaß und greifen sogar leblose Körper an. […] Manche Menschen nutzen ihre Fähigkeit, sich selbst in hohe Konfrontationsanspannung zu versetzen, als Mittel, um andere beherrschen. Sobald sie aber in einen hohen Erregungszustand geraten, können sie sich nicht mehr kontrollieren.“ (Collins 2011: 141-145)
Wenn eine Vorwärtspanik allem Anschein nach eine solch extreme und grausame Art der Gewalt verkörpert, ist es unerlässlich, nach den Gründen für die Entstehung einer solchen zu fragen. Wenn Täter_innen, die sich im metaphorischen Tunnel befinden, somit nicht aufhören können zu schießen, zu treten oder zu schlagen, obwohl ein Kampf bereits lange gewonnen wurde, bleibt außerdem die Frage nach den situationsspezifischen Bedingungen, die Collins hierfür anführt.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik ethnisch motivierter Konflikte ein und formuliert die Forschungsfrage, inwiefern soziologische und sozialpsychologische Ansätze den Völkermord in Ruanda erklären können.
2 Die Mikrosoziologie der Gewalt: Handlungstheoretische Grundlagen: In diesem Kapitel werden zentrale Begriffe wie emotionale Energie, der Tunnel der Gewalt und Vorwärtspaniken definiert, um das theoretische Gerüst für die spätere Analyse zu bilden.
3 Die Theorie der sozialen Identität: Hier wird die Theorie der sozialen Identität erläutert, wobei insbesondere das Minimalgruppen-Paradigma und die Prozesse der Kategorisierung und Enthumanisierung im Zentrum stehen.
4 Der Genozid: Dieses Kapitel liefert den historischen Kontext des ruandischen Völkermords und beschreibt die sozio-politischen Hintergründe sowie die praktizierten Gewalt- und Tötungsformen.
5 Analyse: Die Analyse führt die vorangegangenen Theorien mit den historischen Erkenntnissen zusammen, um zu prüfen, ob mikrosoziologische und identitätstheoretische Erklärungsansätze auf den Genozid in Ruanda übertragbar sind.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bewertet die Eignung der gewählten theoretischen Ansätze für die Erklärung von Massengewalt und Völkermorden.
Genozid in Ruanda, Mikrosoziologie der Gewalt, Randall Collins, Soziale Identitätstheorie, Henri Tajfel, Vorwärtspanik, Massentötungen, Enthumanisierung, Ingroup-favoritism, Gruppendynamik, Intergruppenkonflikt, Ethnische Gewalt, Sozialpsychologie, Konfrontationsanspannung, Emotionale Energie.
Die Arbeit untersucht den Genozid in Ruanda aus einer soziologischen und sozialpsychologischen Perspektive, um zu verstehen, wie und warum es zu solch extremer Massengewalt kommen konnte.
Zentrale Themenfelder sind die Mikrosoziologie der Gewalt, Theorien zur sozialen Identität, die historische Entwicklung in Ruanda sowie die Dynamik von Gruppenein- und -ausgrenzungen.
Das Ziel ist es zu untersuchen, inwiefern die Gewalt- und Identitätstheorien von Randall Collins, Henri Tajfel und John C. Turner als Erklärungsversuche für die im Ruanda-Völkermord stattgefundenen Ereignisse dienen können.
Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die existierende wissenschaftliche Werke und Studien zum ruandischen Genozid sekundäranalytisch auf der Basis soziologischer Theorien untersucht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Kapitel 2 und 3) und eine empirische Betrachtung des ruandischen Genozids (Kapitel 4), die in einer Analyse (Kapitel 5) zusammengeführt werden.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Genozid, Mikrosoziologie, Vorwärtspanik, soziale Identität, Enthumanisierung und Intergruppenkonflikt charakterisiert.
Collins fokussiert sich primär auf situative, interaktive Dynamiken und emotionale Zustände im Moment der Gewalt, während die Identitätstheorie die langfristige Wirkung von Gruppenkategorisierung und Identitätsstiftung betont.
Enthumanisierung ist ein zentraler Mechanismus, der es Tätern ermöglicht, Opfer nicht als Individuen, sondern als anonyme Masse wahrzunehmen, was die Hemmschwelle für Gewalt massiv senkt.
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