Masterarbeit, 2016
112 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Hintergrund und Motivation der Arbeit
1.2 Ziele und methodisches Vorgehen
2. Stand der Wissenschaft
2.1 Projekte und Projektmanagement
2.1.1 Klassifizierung von Projekten
2.1.2 Was ist Projektmanagement?
2.2 Der Projektmanagement – Prozess
2.2.1 Projektinitialisierungsprozess
2.2.2 Projektplanungsprozess
2.2.3 Projektcontrollingprozess
2.2.4 Projektabschlussprozess
2.3 Methoden des Projektmanagements
2.3.1 Projektziele
2.3.2 Projektstrukturplan
2.3.3 Arbeitspaketspezifikationen
2.3.4 Projektterminierung
2.3.5 Projektressourcen
2.3.6 Projektkosten
2.3.7 Projektrisiken
2.4 Ein Projekt als komplexes Problem
2.5 Komplexität von Problemen
2.5.1 Varietät
2.5.2 Konnektivität
2.5.3 Dynamik
2.5.4 Intransparenz
2.5.5 Polytelie
3. Aufbau und Ziele der Lehrveranstaltung „Projektarbeit im Team“
4. Untersuchung des retrospektiven Projektanspruchsmodells
4.1 Kritische Betrachtung
4.2 Ableitung des Modells hinsichtlich der prospektiven Nutzung
5. Entwicklung des prospektiven Projektanspruchsmodells
5.1 Varietät
5.2 Konnektivität
5.3 Dynamik
5.4 Intransparenz
5.5 Polytelie
5.6 Zusammenfassung des Modellaufbaus
6. Validierung des prospektiven Projektkomplexitätsmodells
6.1 Instrumente der Datenerhebung
6.1.1 Interviewleitfaden
6.1.2 Onlinefragebogen
6.2 Grundlagen für die statistische Auswertung
6.3 Berechnungen mit dem Projektkomplexitätsmodell
6.4 Betrachtung der Untersuchungsergebnisse
6.4.1 Vergleich und Untersuchung der Evaluationsvariablen
6.4.2 Korrelationen der Modellparameter
7. Diskussion der Untersuchungsergebnisse
7.1 Validierung des Modells
7.2 Evaluierung der Interview-und Fragebogenmethodik
7.3 Handlungsempfehlungen für das Untersuchungsbeispiel
8. Zusammenfassung und Ausblick
Das Hauptziel dieser Masterarbeit ist die Entwicklung eines prospektiven Planungstools, das es ermöglicht, potenzielle Schwierigkeiten bei der Umsetzung technischer Innovationsprojekte bereits vor deren Durchführung zu erkennen und präventiv zu adressieren. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwieweit der Aufwand und die Komplexität eines Projektes durch ein theoretisches Modell im Vorfeld abgeschätzt werden können, um so die Projektplanung zu optimieren.
2.5 Komplexität von Problemen
Zu Beginn der Erläuterung von Merkmalen komplexer Problemen, stellt sich die Frage, warum die Aufgabenstellungen in Projekten bzw. die Projekte selbst als komplexe Probleme betrachtet werden können und wie auf einem darauf beruhenden Modell der Projektanspruch ermittelt werden kann.
Die inzwischen typischen Aufgabenstellungen, mit denen moderne Unternehmen in jüngster Vergangenheit und heute konfrontiert werden, sind geprägt von einer unübersichtlichen Anzahl verschiedenster Einflussfaktoren. Dazu gehören, wie bereits im Kapitel 1. Hintergrund und Motivation beschrieben, vor allem die individualisierten Kundenwünsche, ökonomische und ökologische Restriktionen/ Rahmenbedingungen und die enorme Beschleunigung aller Prozesse in der Industrie. Diese Faktoren beeinflussen bereits in der Planungsphase das gesamte Vorgehen. Dabei befindet sich jedes angestrebte Ziel allein durch das Zieldreieck (Qualität, Zeit, Kosten) in einem Spannungsfeld, da keiner dieser Punkte geändert werden kann ohne Einfluss auf die übrigen zu hinterlassen. Zusätzlich müssen die internen Rahmenbedingungen des Unternehmens, die Zulieferbeziehungen, das soziale Netz des Projektteams und die Projektorganisation berücksichtigt werden. Demnach gelangt ein linearer Planungs- und Denkprozess bei einem zeitlich aufwändigen Projekt schnell an die Grenzen der erfolgreichen Projektbearbeitung und wird intuitiv als komplexe Situation bezeichnet. [19]
Im gewöhnlichen Sprachgebrauch werden unüberschaubare bzw. undurchsichtige Situationen mit dem Begriff „komplex“ bezeichnet, wobei weder genauer definiert wird (z.B. Unterteilungen), noch Anleitungen zum Lösen solcher Sachverhalte vorgeschlagen werden.
Ein Beispiel für die Definition von Komplexität liefert Klabunde in seinem Werk „Wissensmanagement in der integrierten Produkt- und Prozessgestaltung“, in dem er Komplexität als Oberbegriff für die Merkmale Varietät, Konnektivität und Dynamik verwendet. Dabei bestimmt die Varietät die Art und Anzahl der Elemente in einem System. Konnektivität beschreibt die Anzahl und Art der Abhängigkeiten zwischen den einzelnen Systemelementen und die Dynamik erläutert die Unbestimmbarkeit und Unvorhersehbarkeit des gesamten Systems über den Verlauf der Zeit. [20]
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert den Hintergrund der Arbeit, die Motivation der Untersuchung von Projektkomplexität sowie die grundlegende Zieldefinition und das methodische Vorgehen.
2. Stand der Wissenschaft: Hier werden theoretische Grundlagen des Projektmanagements, die Klassifizierung von Projekten und die Definition komplexer Problemstellungen (Varietät, Konnektivität, Dynamik, Intransparenz, Polytelie) dargelegt.
3. Aufbau und Ziele der Lehrveranstaltung „Projektarbeit im Team“: Dieses Kapitel beschreibt den Rahmen, die Struktur und die pädagogischen Ziele der betrachteten Lehrveranstaltung (PaTe).
4. Untersuchung des retrospektiven Projektanspruchsmodells: Es erfolgt eine kritische Analyse des bestehenden Modells von Mewes sowie die Ableitung von Anforderungen für ein prospektiv nutzbares Modell.
5. Entwicklung des prospektiven Projektanspruchsmodells: Dieses Kapitel stellt die konkrete Entwicklung des neuen Modells dar, wobei die fünf Hauptparameter auf ihre prospektive Anwendbarkeit für PaTe-Projekte angepasst werden.
6. Validierung des prospektiven Projektkomplexitätsmodells: Es wird die empirische Datenerhebung mittels Interviews und Online-Umfragen beschrieben und die Ergebnisse werden statistisch ausgewertet.
7. Diskussion der Untersuchungsergebnisse: In diesem Kapitel werden die Validität des Modells, die Methodik der Datenerhebung sowie Handlungsempfehlungen für die Lehrpraxis diskutiert.
8. Zusammenfassung und Ausblick: Dieses Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, reflektiert die Limitationen der Studie und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsmöglichkeiten.
Projektmanagement, Projektkomplexität, Prospektive Ermittlung, Projektanspruch, Varietät, Konnektivität, Dynamik, Intransparenz, Polytelie, Innovationsmorphologie, Lehrveranstaltung, Projektplanung, Datenerhebung, Statistik, Modellentwicklung
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung eines Modells zur prospektiven Bewertung der Projektkomplexität und des Projektanspruchs, um Schwierigkeiten in Projekten bereits vor der Umsetzung zu identifizieren.
Die zentralen Felder sind das klassische Projektmanagement, die Komplexitätstheorie nach Dietrich Dörner sowie die Anwendung dieser Theorien auf studentische Lehrprojekte (PaTe).
Das primäre Ziel ist die Erstellung eines Planungstools, mit dem der Schwierigkeitsgrad von Projekten vorab quantifizierbar ist, um präventive Maßnahmen für einen erfolgreichen Projektverlauf zu ermöglichen.
Es wird ein quantitativer Ansatz verfolgt, der auf der Adaption eines retrospektiven Modells basiert. Die Validierung erfolgt empirisch durch Experteninterviews mit Fachbetreuern und die statistische Auswertung der Daten via SPSS (Pearson-Korrelation).
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die kritische Analyse eines Vorgängermodells, die Entwicklung des prospektiven Modells, die empirische Datenerhebung sowie die Diskussion der Ergebnisse und Handlungsempfehlungen.
Wesentliche Begriffe sind Projektkomplexität, Varietät, Konnektivität, Dynamik, Intransparenz, Polytelie und Projektmanagement.
Das retrospektive Modell bewertet Projekte nach ihrem Abschluss durch die Studierenden, während das neue prospektive Modell die Bewertung durch die Fachbetreuer vor Projektstart fokussiert, um eine proaktive Steuerung zu ermöglichen.
Die empirische Analyse ergab, dass die Polytelie (Vielzieligkeit) in den untersuchten studentischen Projekten eine geringe Korrelation zum berechneten Projektanspruch aufweist, da die Zieldefinitionen im universitären Rahmen oft andere Dynamiken aufweisen als in komplexen Industrieprojekten.
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