Bachelorarbeit, 2021
69 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Rechnungslegung nach IFRS
2.1 Ziel und Aufbau des IFRS-Abschlusses
2.2 Die Rolle der Rechnungslegung im Zuge der Finanzkrise 2008
3 Grundlagen des Impairments nach IFRS 9
3.1 Notwendigkeit der Wertminderung
3.2 Definition von Finanzinstrumenten
3.2.1 Originäre Finanzinstrumente
3.2.2 Derivative Finanzinstrumente
3.3 Ansatz und Ausbuchung von Finanzinstrumenten
4 Wertminderungskonzept nach IFRS 9
4.1 Anwendungsbereich
4.2 Ausfalldefinition
4.3 Drei-Stufen Ansatz
4.4 Effektivzinsmethode
4.5 Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten
5 Das Expected Loss Model
5.1 Modellierung der Parameter
5.1.1 Probability of Default
5.1.2 Loss Given Default
5.1.3 Exposure at Default
5.2 Alternative Modelle
6. Kritische Würdigung des Expected Loss Modells
6.1 Einfluss des Expected Loss Models auf die Finanzstabilität
6.2 Einfluss der SARS-CoV-2 Pandemie
6.3 Prozyklizität und das 3-Stufen Ansatz
6.4 Rolle der Ausfallwahrscheinlichkeit
6.5 Verringerung der Komplexität und Intransparenz
7. Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit befasst sich mit der Fragestellung, wie die Wertminderung von Finanzinstrumenten unter IFRS 9 erfolgt, um das Expected Loss Model einer kritischen Würdigung zu unterziehen. Dabei wird insbesondere analysiert, inwieweit das Modell die mit der Finanzkrise 2008 identifizierten Schwächen des alten Incurred Loss Models behebt und welche Vor- und Nachteile sowie prozyklische Effekte mit der neuen Anwendungspraxis einhergehen.
3.2.2 Derivative Finanzinstrumente
Derivative Finanzinstrumente sind als schwebendes Geschäft zu betrachten. Diese werden in der Regel von Unternehmen als Geschäftsmodell zur Spekulation genutzt oder als Sicherungsgeschäft verwendet. Derivative Finanzinstrumente stellen keinen klassischen Vermögenswert oder Verbindlichkeit dar. Der Wert bemisst sich über die Entwicklung eines Basiswertes, der nicht von einer Vertragspartei abhängig ist. Des Weiteren zeichnen sich Derivate dadurch aus, dass nur eine geringe Anfangsinvestition notwendig ist und der Ausgleich oder die Erfüllung zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen kann. Außerdem weisen derivative Finanzinstrumente kein festes oder bestimmbares Zahlungsstromprofil auf. Beispielhaft werden hier Termingeschäfte, Zinstermingeschäfte oder bedingte Termingeschäfte (Optionen) genannt. Diese fallen in den Anwendungsbereich des IFRS 9.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Entstehung des Expected Loss Models als Reaktion auf die Kritik am IAS 39 nach der Finanzkrise 2008 und definiert den Untersuchungsrahmen der Arbeit.
2 Rechnungslegung nach IFRS: Dieses Kapitel erörtert die Bewertungs- und Koordinationsfunktion der Rechnungslegung sowie das Prinzip der IFRS-Standards als regelbasiertes System zur Verbesserung der Informationsqualität für Investoren.
3 Grundlagen des Impairments nach IFRS 9: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Wertminderung, die Definition von Finanzinstrumenten und die formalen Kriterien für Ansatz und Ausbuchung erarbeitet.
4 Wertminderungskonzept nach IFRS 9: Dieses Kapitel führt in den Anwendungsbereich, die Ausfalldefinition, den Drei-Stufen-Ansatz, die Effektivzinsmethode sowie die Klassifizierungslogik von Finanzinstrumenten ein.
5 Das Expected Loss Model: Anhand eines fiktiven Kreditbeispiels wird die praktische Modellierung der Parameter (Probability of Default, Loss Given Default, Exposure at Default) und deren Einfluss auf die Risikovorsorge dargestellt.
6. Kritische Würdigung des Expected Loss Modells: Dieser Hauptteil analysiert kritisch den Einfluss des Modells auf die Finanzstabilität, die Rolle in der SARS-CoV-2 Pandemie, die Prozyklizität sowie die damit verbundenen Herausforderungen hinsichtlich Komplexität und Transparenz.
7. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung, die das Expected Loss Model als Verbesserung zum Incurred Loss Model einordnet, aber dennoch bestehende Schwächen und Herausforderungen für die Zukunft aufzeigt.
IFRS 9, Expected Loss Model, Incurred Loss Model, Wertminderung, Risikovorsorge, Finanzinstrumente, Ausfallwahrscheinlichkeit, Fair-Value-Bewertung, Drei-Stufen-Ansatz, Finanzstabilität, Prozyklizität, Kreditrisiko, Bilanzierung, SARS-CoV-2, Kapitalmanagement
Die Arbeit untersucht das Wertminderungskonzept des IFRS 9 und dessen Herzstück, das Expected Loss Model, und stellt dieses einer kritischen Würdigung gegenüber.
Die zentralen Themen umfassen die Entstehungsgeschichte des Modells als Reaktion auf die Finanzkrise 2008, die mathematische Parameterbestimmung sowie die Auswirkungen des Modells auf Finanzstabilität und Bilanztransparenz.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Wertminderung von Finanzinstrumenten funktioniert, welche Vorteile das neue Modell gegenüber dem Incurred Loss Model bietet und welche Schwachstellen in der praktischen Anwendung verbleiben.
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus qualitativer Theorieanalyse der IFRS-Vorgaben und einer quantitativen Analyse mittels eines fiktiven Kreditbeispiels, um die Auswirkungen der Parameterwahl auf die Risikovorsorge zu verdeutlichen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Wertminderungskonzepts, die detaillierte Berechnung der Expected-Loss-Parameter sowie die kritische Reflektion der ökonomischen Konsequenzen, inklusive der prozyklischen Effekte.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch die Begriffe IFRS 9, Expected Loss Model, Risikovorsorge, Prozyklizität und Finanzstabilität beschreiben.
Während das Incurred Loss Model eine Wertminderung erst bei Eintritt eines objektiven Schadensereignisses zuließ, fordert das Expected Loss Model eine antizipative Erfassung erwarteter Verluste über die Laufzeit, was zu einer früheren Risikovorsorge führt.
Cliff-Effects treten auf, wenn Finanzinstrumente zwischen den Stufen des IFRS 9 wechseln, was zu sprunghaften Anstiegen der Risikovorsorge führt und somit die prozyklische Wirkung des Modells verstärken kann.
Die Pandemie stellte einen Stresstest für das Modell dar, da sie durch Ermessensspielräume und die Notwendigkeit zukunftsgerichteter Szenarien die Herausforderungen bei der konsistenten Schätzung der Ausfallwahrscheinlichkeit in volatilen Zeiten offenlegte.
Aus Sicht der Finanzstabilität wird der IRB-Ansatz bevorzugt, da er risikogerechter ist; allerdings wird auch auf die hohen Kosten und den Implementierungsaufwand für kleinere Institute hingewiesen.
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