Bachelorarbeit, 2021
50 Seiten, Note: 1,0
1. Einführung in die Thematik
2. Zur Bedeutung der Gender Studies in der mediävistischen Literaturwissenschaft
2.1 Das theologische Geschlechts- und Weiblichkeitsverständnis des Mittelalters
2.2 Die Bedeutung Marias für die christliche Frömmigkeit
3. Die Marienlyrik als Gattung
3.1 Das Melker Marienlied
3.2 Walthers Leich Gôt dîner trinitâte
4. Die Sinnbilder Marias in den ausgewählten Texten
4.1 Heilsgeschichtliche Bilder
4.2 Bilder mit Naturbezug
4.3 Bilder der Verschlossenheit
4.4 Marias Körper als gotes hus
5. Daz ander wib - Die Darstellung des Eva-Maria-Dualismus
6. Zusammenführung der Ergebnisse
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand einer Analyse mariologischer Sinnbilder und Typologien, wie und durch welche Strategien das Konstrukt der ‚Weiblichkeit‘ innerhalb der mittelalterlichen Gattung der Mariendichtung konstruiert wird. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie diese Konstruktionen das mittelalterliche Geschlechterverständnis prägen.
4.2 Bilder mit Naturbezug
Über die Typologien hinaus finden sich zahlreiche andere biblische sowie teils außerbiblische Bilder, mit deren Hilfe Maria in den Liedern dargestellt wird und welche zudem alle einen Naturbezug aufweisen. Sie demonstrieren nicht nur ihre Jungfrauenmutterschaft, sondern preisen ihre Schönheit, Reinheit und Kostbarkeit, tragen jedoch noch in größerem Maße zu der erotisierten Marienverehrung bei, als die bisher besprochenen Typologien. Dies wird vor allem durch die Sinnbilder deutlich, die dem Hohelied entlehnt sind. Der größte Bildkomplex der Texte, bestehend aus der Morgenröte (MM 4,22 und LW II b1,2), dem ungepflügten Acker (MM 4,23), der Lilie unter Dornen (MM 4,28), der Honigwabe (MM 9,59), der Rose (MM 11,73 und LW II*b 5,7), der Sonne (MM 13,87 und LW II*b 5,8), der Taube (MM 9,61f.), dem Zimt (MM 10,67), der Zeder (MM 10,68; 11,71 und LW) und der Myrrhe (MM 11,73), entstammt diesem vollständig.
1. Einführung in die Thematik: Vorstellung der Forschungsfrage zur Konstruktion von ‚Weiblichkeit‘ durch die Analyse mariologischer Sinnbilder in zwei ausgewählten mittelalterlichen Texten.
2. Zur Bedeutung der Gender Studies in der mediävistischen Literaturwissenschaft: Darlegung der theoretischen Ansätze der Gender Studies und des mittelalterlichen Geschlechtsverständnisses.
3. Die Marienlyrik als Gattung: Kurzer Abriss der Gattungsgeschichte und Vorstellung des Melker Marienlieds sowie Walthers Leich.
4. Die Sinnbilder Marias in den ausgewählten Texten: Detaillierte Untersuchung verschiedener Bildgruppen wie heilsgeschichtliche Präfigurationen und Naturbilder.
5. Daz ander wib - Die Darstellung des Eva-Maria-Dualismus: Analyse der kontrastiven Gegenüberstellung von Maria und Eva als fundamentales Weiblichkeitsmodell.
6. Zusammenführung der Ergebnisse: Synthese der Erkenntnisse zur komplexen Konstruktion von ‚Weiblichkeit‘ zwischen Sakralisierung und Erotisierung.
Gender Studies, Marienlyrik, Weiblichkeit, Mittelalter, Melker Marienlied, Walther von der Vogelweide, Eva-Maria-Antithese, Sinnbilder, Körperlichkeit, Jungfräulichkeit, Mariologie, Diskursanalyse, Mittelalterliche Theologie, Geschlechterkonstruktion, Symbolik.
Die Arbeit untersucht, wie in mittelalterlicher Mariendichtung – speziell im Melker Marienlied und in Walthers Leich – ein Bild von ‚Weiblichkeit‘ durch verschiedene Sinnbilder und Typologien konstruiert wird.
Zentrale Themen sind die Rolle der Gender Studies in der Mediävistik, das mittelalterliche Geschlechterverständnis, die Gattung der Marienlyrik sowie die spezifische Symbolik Marias.
Ziel ist es, herauszuarbeiten, durch welche Strategien ‚Weiblichkeit‘ innerhalb der Mariendichtung konstruiert wird und wie diese Darstellung sowohl idealisiert als auch erotisiert wird.
Die Arbeit nutzt Ansätze der Gender Studies und der kulturwissenschaftlichen Literaturwissenschaft, um literarische Texte in ihrem diskursiven und theologischen Kontext zu analysieren.
Der Hauptteil analysiert verschiedene Gruppen von Marienbildern (heilsgeschichtlich, naturbezogen, verschlossenheits-symbolisch) und das Spannungsfeld zwischen Evas Sündhaftigkeit und Marias Reinheit.
Wichtige Schlüsselwörter sind Gender Studies, Marienlyrik, Weiblichkeit, Eva-Maria-Antithese, Sinnbilder, Körperlichkeit und Jungfräulichkeit.
Er dient als strukturelles Gegenmodell: Marias Vorbildfunktion wird maßgeblich durch die Abgrenzung von der als sündhaft dargestellten Eva definiert.
Die Arbeit zeigt auf, dass viele der verwendeten Sinnbilder aus dem Hohelied stammen, das ursprünglich erotische Liebe thematisiert, was auch in den mariologischen Kontext hineinwirkt.
Beide unterscheiden sich formal und durch ihre Überlieferungskontexte, bieten jedoch unterschiedliche Zugänge zur Marienverehrung, die im Vergleich analysiert werden.
Das Fazit betont, dass die Konstruktion von ‚Weiblichkeit‘ weitaus komplexer ist als bloße Idealisierung, da sie in den Texten ständig zwischen Enthaltsamkeit und Erotisierung oszilliert.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

