Bachelorarbeit, 2021
89 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Ausgangslage
1.2 Ziel und Impact der Studie
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Stereotype
2.2 Linguistischer Relativismus
2.3 Grammatikalisches Geschlecht
2.4 Framing-Effekt
3. Forschungsstand
3.1 Analyse der Literatur
3.2 Forschungsfrage und Hypothesen
4. Methodik
4.1 Forschungsdesign
4.2 Stichprobe
4.3 Messinstrumente, Datenerhebung und Vorgehensweise
5. Ergebnisse
5.1 Deskriptive Statistik
5.2 Inferenzstatistik
5.3 Explorative Statistik
6. Interpretation
6.1 Rückbezug Theorie und Ergebnisse
6.2 Zukünftige Forschungen und weiterer Ausblick
6.3 Fazit
Die Studie untersucht, ob das grammatikalische Geschlecht in Unternehmensbeschreibungen die Wahrnehmung von Unternehmenscharakteristika und den wahrgenommenen Unternehmenserfolg beeinflusst, um den Zusammenhang zwischen dem Genus-System einer Sprache und der Benachteiligung von Frauen in der Wirtschaft zu beleuchten.
Automatische Aktivierung und Einfluss von Stereotypen
Wie es zur Aktivierung solcher Denkmuster kommt, hat die Wissenschaftlerin Patrica G. Devine mit ihrer Forschung zur Informationsverarbeitung analysiert. Demnach handelt es sich dabei um zwei verschiedene Prozesse. Ihr Modell ist vergleichbar mit der Theorie von Kahneman und Tversky, die diese beiden Prozesse als System 1 (schnelles Denken) und System 2 (langsames Denken) bezeichnen (Kahneman, 2012). Zum einen gibt es den automatischen Prozess, welcher unbewusst und unkontrolliert stattfindet (Devine, 1989).
Dieser automatisch ablaufende Prozess greift auf individuelle Erfahrungen sowie auf soziales und kulturelles Wissen zurück, um die Informationsverarbeitung zu vereinfachen. Das Zurückgreifen auf bereits vorhandenes Wissen und bestehende Denkmuster kann eine Aktivierung von Stereotypen zur Folge haben, welche die Wahrnehmung beeinflussen (Devine, 1989). Dieser Prozess (schnelles Denken) ermöglicht es dem Menschen, ohne großen kognitiven Aufwand Situationen einzuschätzen, sich Meinungen zu bilden und Entscheidungen zu treffen (Kahneman, 2012). Allerdings haben Correll, Park, Judd und Wittenbrink (2002) mit ihrer Studie „Das Dilemma des Polizeibeamten“ nicht nur einen Einfluss auf die Wahrnehmung, sondern auch Auswirkungen auf das Verhalten feststellen können (Correll, Park, Judd &Wittenbrink, 2002). Zum anderen gibt es einen bewussten und kontrollierbaren Prozess, der dem unbewussten nachgeschaltet ist, wodurch laut Devine die Möglichkeit der Veränderung von vorgefertigtem Denkmuster, wie beispielsweise Stereotype besteht. Dieser bewusste Prozess ist mit mehr kognitiven Aufwand verbunden (Devine, 1989).
1. Einleitung: Stellt die Relevanz der Untersuchung von Geschlechterrollen und dem Einfluss des grammatikalischen Geschlechts auf die Wahrnehmung im Wirtschaftskontext dar.
2. Theoretischer Hintergrund: Definiert die zentralen Konstrukte Stereotype, Linguistischer Relativismus, Genus-System und Framing-Effekt als Basis der Arbeit.
3. Forschungsstand: Analysiert existierende Literatur zum Einfluss von Sprache auf Kognition und leitet daraus die Forschungsfrage und Hypothesen ab.
4. Methodik: Beschreibt das experimentelle Design, die Stichprobenauswahl und die eingesetzten Messinstrumente zur Durchführung der Studie.
5. Ergebnisse: Präsentiert die deskriptiven, inferenzstatistischen und explorativen Analysen der erhobenen Daten.
6. Interpretation: Setzt die Ergebnisse in Bezug zur Theorie, diskutiert Implikationen und gibt Ausblicke auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
Geschlechterstereotype, grammatikalisches Geschlecht, Genus-System, Framing-Effekt, Linguistischer Relativismus, Unternehmenscharakteristika, Unternehmenserfolg, Wahrnehmungsveränderung, Geschlechtergleichstellung, kognitive Prozesse, soziale Rollentheorie, Wirtschaftspsychologie, Diskriminierung, Denkmuster, Attributionen.
Die Bachelor-Thesis untersucht den Einfluss des grammatikalischen Geschlechts in Unternehmensbeschreibungen auf die Wahrnehmung von Unternehmen hinsichtlich ihrer Charakteristika und ihres Erfolgs.
Die zentralen Themenfelder sind die Psychologie der Sprache, der Framing-Effekt, die Aktivierung von Geschlechterstereotypen und deren Auswirkungen auf die Wahrnehmung von Frauen und Männern in der Wirtschaft.
Ziel ist es, den Beginn einer durch das grammatikalische Geschlecht induzierten Wahrnehmungsveränderung im Unternehmenskontext aufzuzeigen, um die Korrelation zwischen Sprachstrukturen und der Benachteiligung des weiblichen Geschlechts besser zu verstehen.
Es wurde eine deduktive, quantitative Querschnittstudie mittels eines Online-Experiments im Between-Subject-Design durchgeführt, die statistisch in R ausgewertet wurde.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung, die Aufarbeitung des Forschungsstands, die detaillierte Beschreibung der experimentellen Methodik sowie die ausführliche Darstellung der deskriptiven und inferenzstatistischen Ergebnisse.
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Geschlechterstereotype, Genus-System, Framing-Effekt und Linguistischer Relativismus charakterisieren.
Da die Pronomen des Genus Neutrum im Deutschen oft mit dem Maskulinum verschmelzen, wurde aus methodischen Gründen auf eine separate neutrale Kontrollgruppe verzichtet.
Die Analyse zeigte, dass Teilnehmer dieser Altersgruppe signifikante Unterschiede in der Wahrnehmung zeigten, indem sie Unternehmen mit männlichem Genus in bestimmten Dimensionen wie "strapazierfähig" signifikant höher bewerteten.
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