Bachelorarbeit, 2010
20 Seiten, Note: Sehr gut
1 Wilhelm von Humboldts Theorie der Bildung des Menschen
2 Kontrollgesellschaften
3 Die Wissensgesellschaft
4 Die Gültigkeit der „Theorie der Bildung des Menschen“ in der Kontroll- und Wissensgesellschaft
Diese Arbeit untersucht die heutige Relevanz von Wilhelm von Humboldts bildungstheoretischem Fragment „Theorie der Bildung des Menschen“ unter den Bedingungen der modernen Kontroll- und Wissensgesellschaft. Dabei wird analysiert, inwieweit die humboldtschen Ideale der allgemeinen Menschenbildung durch ökonomische Verwertungsinteressen und gesellschaftliche Transformationsprozesse verdrängt oder in ihrer Bestimmung grundlegend transformiert werden.
2.1. Von der Disziplinar- zur Kontrollgesellschaft
„Die Einschließungen sind unterschiedliche Formen (Hervorh. im Original), Gußformen (sic!), die Kontrollen jedoch sind eine Modulation (Hervorh. im Original), sie gleichen einer sich selbst verformenden Gußform (sic!), die sich von einem Moment zum anderen verändert, oder einem Sieb, dessen Maschen von einem Punkt zum anderen variieren.“ (Deleuze 1993, S. 256)
Gilles Deleuze beschreibt Kontrollgesellschaften in Abgrenzung zu Michel Foucaults aufgezeigten Disziplinargesellschaften, welcher dieser dem 18. und 19. Jahrhundert zuschreibt und ihren Höhepunkt im 20. Jahrhundert ausmacht. Disziplinargesellschaften funktionieren im Wesentlichen über so genannte Einschließungsmilieus, welche die Funktion haben, das Individuum zu disziplinieren und unterzuordnen. So kommt ein Mensch in der Disziplinargesellschaft von der Familie in die Schule, vielleicht in die Kaserne, in die Fabrik, wenn nötig in die Klinik und manchmal sogar ins Gefängnis (vgl. Deleuze, 1993, S 254), d.h. die Disziplinarmacht ist eng mit Institutionen und Orten verbunden.
1 Wilhelm von Humboldts Theorie der Bildung des Menschen: Dieses Kapitel führt in Humboldts Bildungsideal ein, erläutert den Kontext des Neuhumanismus und legt die Bedeutung der „Theorie der Bildung des Menschen“ als Grundpfeiler der Arbeit dar.
2 Kontrollgesellschaften: Hier wird der Übergang von der Disziplinargesellschaft hin zur Kontrollgesellschaft nach Gilles Deleuze analysiert, wobei der Fokus auf veränderten Machtmechanismen und der Selbststeuerung des Individuums liegt.
3 Die Wissensgesellschaft: Das Kapitel beleuchtet die Merkmale der modernen Wissensgesellschaft, den Wandel vom Begriff der Bildung hin zu Kompetenzen sowie die Rolle des Subjekts im Netzwerk der ökonomischen Verwertung.
4 Die Gültigkeit der „Theorie der Bildung des Menschen“ in der Kontroll- und Wissensgesellschaft: Den Abschluss bildet eine kritische Reflexion, ob und wie Humboldts Ideen in einer ökonomisierten Welt, in der Bildung zunehmend als Humankapital verstanden wird, noch Bestand haben können.
Wilhelm von Humboldt, Theorie der Bildung des Menschen, Kontrollgesellschaft, Wissensgesellschaft, Neuhumanismus, Bildung, Selbstbildung, Kompetenz, Ökonomisierung, Humankapital, Disziplinargesellschaft, Macht, Subjekt, Identitätsbildung, Wissen.
Die Arbeit untersucht die theoretische und praktische Anwendbarkeit von Humboldts „Theorie der Bildung des Menschen“ innerhalb der heutigen, von Ökonomisierung geprägten Kontroll- und Wissensgesellschaft.
Die zentralen Felder umfassen die Bildungsphilosophie Humboldts, die Machttheorien der Kontrollgesellschaft nach Deleuze und Foucault sowie die gesellschaftlichen Anforderungen der modernen Wissensökonomie.
Das Hauptziel ist zu klären, ob Humboldts Bildungsideale unter den Bedingungen heutiger ökonomischer Zwänge noch gültig sind oder ob sie durch eine bloße Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt ersetzt wurden.
Die Arbeit nutzt eine bildungstheoretische und gesellschaftskritische Analyse, basierend auf Literaturstudien und der komparativen Gegenüberstellung klassischer Bildungstheorien mit modernen soziologischen Gesellschaftsanalysen.
Im Hauptteil werden die historischen Grundlagen der humboldtschen Bildungstheorie, die Funktionsweisen der Kontrollgesellschaft und die Strukturen der Wissensgesellschaft sowie deren Einfluss auf Bildungsprozesse detailliert analysiert.
Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Selbstbildung, Kontrollgesellschaft, Humankapital, Wissensgesellschaft, Macht und die Dialektik von Entfremdung und Rückkehr bestimmt.
Während Humboldt Bildung als Selbstzweck und freien Entwicklungsprozess der menschlichen Kräfte begreift, wird Bildung in der Wissensgesellschaft primär als funktionale Qualifizierung für den Markt instrumentalisiert.
Das Konzept der „Ich-AG“ wird als Ausdruck der unternehmerischen Selbststeuerung des Individuums in der Kontrollgesellschaft angeführt, bei der das Subjekt gezwungen ist, sich zur Verbesserung der eigenen Marktchancen permanent selbst zu optimieren.
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