Bachelorarbeit, 2018
33 Seiten, Note: 1
Einleitung
1. Internationalismen
1.1. Forschungsübersicht zur Definition des Begriffes „Internationalismus“
1.2. Lehnwort und Fremdwort
1.3. Zur Geschichte der Internationalismenforschung
2. Assimilation der Internationalismen
2.1. Graphische und phonemische Ebene
2.2. Angeglichene Aussprache
3. „Falsche Freunde des Übersetzers“
3.1. Terminologie
3.2. Tautonyme
3.3. Internationalismen als „Wahre Freunde“
4. Analyse der Internationalismen am Beispiel von Lebensmitteln
Zusammenfassung
Korpus
Die vorliegende Arbeit untersucht das Vorkommen, die Art und die Herkunft von Internationalismen innerhalb des kulinarischen Wortschatzes in der deutschen Sprache. Ziel ist es, auf Basis einer Analyse von Kochrezepten die semantischen, phonetischen und graphischen Übereinstimmungen sowie Unterschiede im Vergleich zu anderen europäischen Sprachen aufzuzeigen und das Phänomen in den theoretischen Kontext der Interlexikologie einzuordnen.
1.1. Forschungsübersicht zur Definition des Begriffes „Internationalismus“
Wenn man heutzutage die Sprache näher betrachtet, nicht nur die polnische, sondern auch andere europäischen Sprachen, kann man schnell merken, dass immer mehr Vokabular vorkommt, das international verwendet wird. Da dieser Prozess schon seit mehreren Jahren dauert, werden die gemeinsamen lexikalischen Ressourcen immer mehr erweitert. In der sprachwissenschaftlichen Terminologie bezeichnet man sie als Internationalismen. Linguistische Wörterbücher definieren Internationalismen als Wörter gleicher Herkunft, die in der Regel in vielen Sprachen verwendet werden (da sie meist genetisch verwandt sind) und die gleiche Bedeutung haben z.B dt. Kultur, engl. culture, russ. kultura, die ursprünglich aus dem lateinischen cultura kommen. In einer anderen Auffassung werden Internationalismen als Wörter erklärt, die, die gleiche oder sehr ähnliche Form haben und in verschiedenen Sprachen die gleiche Erscheinung bezeichnen z. B im Englischen theatre, im Deutschen Theater und im polnischen teatr (vgl. Szafraniec, 2011:229).
Im Wörterbuch „Sprachwissenschaftliche Grundbegriffe“ wird Internationalismus definiert als ein „Wort, das in vielen Nationalsprachen, international gebräuchlich ohne Übersetzung verständlich ist, bei der engen Verflechtung der modernen Staaten in Wissenschaft, Technik, Wirtschaft und Politik werden die entsprechenden Termini technici (Fachausdrücke) übernommen z. B Atom, Radio, Taxi, Oekonomie, Republik“ (vgl. Filz Kania 2010:10). Polenz (1972:147 in Jablonski 1990:16) bezeichnet Internationalismen als Wörter, „deren Üblichkeit sich aber erst durch das englische Vorbild durchgesetzt hat z. B.: Lokomotive, Demonstration, Imperialismus, Distribution, institutionalisieren“.
Laut Decsy (1973:220 in Jablonski 1990:16) sind Internationalismen Wörter, die aus der lateinischen, griechischen, französischen, englischen, deutschen, russischen, spanischen und italienischen Sprache stammen und die in mehreren Sprachen verbreitet sind. Die Internationalismen, die nur in Europa vorkommen bezeichnet er als „Intereuropäismen“ oder „lexikalische Europeme“. Jabłoński (1990:17) bezieht sich dagegen in seiner Definition der Internationalismen auf die phonetische Ebene.
1. Internationalismen: Dieses Kapitel erläutert den theoretischen Hintergrund des Begriffs Internationalismus, grenzt diesen von Lehn- und Fremdwörtern ab und gibt einen Überblick über die geschichtliche Forschung in diesem Bereich.
2. Assimilation der Internationalismen: Hier werden die Schreibung und Lautung internationaler Wörter untersucht und phonologische Regeln wie Lautsubstitution und Epenthese erklärt, die bei der Übernahme in andere Sprachen wirken.
3. „Falsche Freunde des Übersetzers“: Das Kapitel befasst sich mit Wörtern, die trotz ähnlicher Form unterschiedliche Bedeutungen aufweisen, und unterscheidet dabei zwischen Tautonymen, falschen sowie wahren Freunden.
4. Analyse der Internationalismen am Beispiel von Lebensmitteln: Im praktischen Teil wird ein Korpus von kulinarischen Begriffen in vier Sprachen analysiert, um die Herkunft und die semantische Übereinstimmung der Wörter zu prüfen.
Internationalismen, Fremdwörter, Lehnwörter, falsche Freunde, Tautonyme, wahre Freunde, Interlexikologie, kulinarischer Wortschatz, Assimilation, Phonetik, Graphemik, Sprachvergleich, Gastronomie, Semantik, Sprachintegration.
Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen der Internationalismen, also Wörtern, die in verschiedenen Sprachen mit gleicher oder ähnlicher Form und Bedeutung vorkommen, und deren Rolle in der modernen Kommunikation.
Die zentralen Themen sind die theoretische Abgrenzung von verwandten Begriffen (Fremd- und Lehnwörter), die Analyse von Bedeutungsunterschieden (falsche Freunde, Tautonyme) und die Untersuchung der sprachlichen Assimilation.
Das primäre Ziel ist es, das Vorkommen und die Struktur von Internationalismen innerhalb der kulinarischen Fachsprache zu analysieren und deren Einordnung in den theoretischen Kontext zu erarbeiten.
Die Arbeit stützt sich auf eine linguistische Literaturrecherche für den theoretischen Teil sowie eine deskriptive Korpusanalyse von 196 kulinarischen Benennungseinheiten im Vergleich zwischen vier Sprachen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Definition von Internationalismen, eine Untersuchung phonetischer und graphischer Angleichungsprozesse sowie eine detaillierte Analyse der Interferenzerscheinungen wie falsche Freunde.
Wichtige Schlagworte sind Internationalismen, Tautonyme, falsche Freunde, kulinarischer Wortschatz sowie die semantische Äquivalenz in mehrsprachigen Vergleichen.
Während der Begriff „falsche Freunde“ sehr breit gefächert ist und diverse Ähnlichkeiten umfasst, bezieht sich der Begriff Tautonym in der Linguistik spezifisch auf Wörter, die bei ähnlicher Form eine teilweise oder gänzlich abweichende Bedeutung in verschiedenen Sprachen besitzen.
Die Privativität beschreibt eine Relation, bei der ein Wort in einer Sprache über ein semantisches Merkmal weniger verfügt als in einer anderen Sprache; dies führt häufig zu Übersetzungsfehlern bei kulinarischen Fachbegriffen.
Das Kochbuch dient als Datenbasis für die Auswahl eines repräsentativen Korpus an kulinarischen Begriffen, um die Internationalismen in einem klar definierten Fachbereich untersuchen zu können.
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