Masterarbeit, 2020
96 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Charakteristika des Sportlehrer*innenberufs
2.1 Professionseinordnung der Lehrtätigkeit
2.1.1 Strukturtheoretischer Bestimmungsansatz nach Oevermann (2006, 2008)
2.1.2 Kompetenztheoretischer Bestimmungsansatz
2.1.3 Berufsbiografischer Bestimmungsansatz
2.2 Bestimmende Faktoren professioneller Kompetenz
2.3 Zur Bedeutung fachdidaktischen Wissens für die Sportlehrkraft
2.4 Biografische Einflussfaktoren auf die (angehende) Sportlehrerpersönlichkeit
2.5 Genderbezogene Differenzen im Sportunterricht
3 Institutionelle Rahmenbedingungen des Sportunterrichts
3.1 Relevante sportpädagogische und -didaktische Entwicklungen
3.2 Erziehender Sportunterricht als grundlegendes bildungstheoretisches Konzept in hessischen Kerncurricula
3.2.1 Der Doppelauftrag des erziehenden Sportunterrichts
3.2.2 Didaktische Prinzipien und Vermittlungsformen
3.2.3 Verankerung des Konzepts in hessischen Lehrplänen
4 Bestehende Forschungsansätze zur Messung fachdidaktischen Wissens
4.1 Basler Ansatz
4.2 Kölner Ansatz
4.3 Hamburger Ansatz
5 Fachdidaktisches Wissen Sportstudierender der Universität Kassel im Bewegungsfeld Laufen, Springen, Werfen unter den Perspektiven Leistung und Gesundheit
5.1 Zentrale Forschungsfrage und leitende Hypothesen
5.2 Das Untersuchungsdesign
5.3 Vorstellung des Forschungsinstruments
5.4 Untersuchungsdurchführung
5.5 Stichprobenbeschreibung
5.6 Methodische Reflexion anhand untersuchungsspezifischer Gütekriterien
6 Ergebnisdarstellung mittels quantitativer Auswertungsverfahren
7 Diskussion und Ausblick
Die vorliegende Masterthesis untersucht den Einfluss biografischer und genderbezogener Merkmale auf das fachdidaktische Wissen angehender Sportlehrkräfte im Bewegungsfeld "Laufen, Springen, Werfen" unter den pädagogischen Perspektiven Leistung und Gesundheit. Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen individuellen Voraussetzungen und professioneller Kompetenzentwicklung in der ersten Phase der Lehrkräfteausbildung an der Universität Kassel zu identifizieren.
2.4 Biografische Einflussfaktoren auf die (angehende) Sportlehrerpersönlichkeit
Ausgehend von einem berufsbiografischen Professionsansatz gilt es nachfolgend, die Zusammenhänge etwaiger Erlebnisse auf die Herausbildung professioneller Kompetenz im Lehrberuf zu verdeutlichen. Dabei verfolgt die pädagogische Biografieforschung qualitative Ansätze, die individuelle Lebens-, Bildungs- und Lernprozesse fokussieren und somit lebensgeschichtliche Dokumente auswerten und erheben (Krüger & Marotzki, 2006, S. 8). Auszuwertende Dokumente bestehen häufig in Form von Aufsätzen oder Tagebüchern, wohingegen die Generierung neuer Daten beispielsweise durch das Führen narrativer Interviews oder Gruppendiskussionen gelingen kann (vgl. ebd.). Die Erfassung der Individualität der Lehrenden erfolgte bereits seit den 1940er Jahren und wurde kurz darauf durch die Professionalisierungsdebatte der Lehrkräfte (siehe Kapitel 2.1) intensiviert (vgl. Reh & Schelle, 2006, S. 394). Daraufhin folgten eine Reihe an Untersuchungen mit dem Ziel der Verdeutlichung berufsbiografischer Differenzen anhand verschiedenster Einflussfaktoren (vgl. ebd., S. 394ff.). Im Zentrum steht dabei jedoch häufig die Frage nach der Herausbildung einzelner Aspekte pädagogischer Professionalität (vgl. ebd.). Demnach kann Biografieforschung unter verschiedensten Perspektiven oder Leitkategorien betrieben werden (vgl. Marotzki, 2006, S. 60). Aufgrund des für die nachfolgende Studie handlungsleitenden Bezugspunktes des berufsbiografischen Professionsbestimmungsansatzes (siehe Kapitel 2.1.3) scheint eine Orientierung an der professionalitätsorientierten Biografieforschung im Fach Sport sinnvoll (vgl. Volkmann, 2008, S. 24).
Angehende Sportlehrkräfte entwickeln oftmals bereits Jahre vor dem Studienbeginn durch erfolgreichen Vereinssport oder gute Schulsportnoten eine überdurchschnittliche Affinität zum Sport (vgl. Baur, 1995, S. 26). Diese hohe Identifikation mit dem eigenen Fach aufgrund der subjektiv bedeutsamen Rolle des Sports innerhalb des persönlichen Werdegangs konnte auch Jahre später bestätigt werden (vgl. Ernst, 2018, S. 213). Balz und Kurz (1995, S. 7) verweisen jedoch auf die bestehende Diskrepanz zwischen Sport treiben und Sport studieren und geben zu bedenken, dass sportliche Erfahrungen lediglich bis zu dem Punkt einen Nutzen generieren, an dem eine Neuordnung aufgrund des Studienfaches notwendig ist. Demnach ist das Motiv des eigenen Sporttreibens bei Studienanfängern vorrangig, wohingegen bei fortgeschrittenen Studierenden das Bewusstwerden über die Lehrerrolle allmählich einsetzt (vgl. Ernst, 2018, S. 216). Somit dienen in den ersten Semestern zahlreiche bis dahin gemachte Erfahrungen als „eine Art Hintergrundfolie für die (sport)pädagogischen Reflexionen“ (Volkmann, 2008, S. 14).
1 Einleitung: Die Einleitung begründet das Forschungsinteresse an biografischen Einflüssen auf das fachdidaktische Wissen von Sportlehrkräften im Kontext der Professionalisierung.
2 Charakteristika des Sportlehrer*innenberufs: Dieses Kapitel erläutert theoretische Bestimmungsansätze professioneller Kompetenz unter Berücksichtigung von Biografie- und Genderaspekten.
3 Institutionelle Rahmenbedingungen des Sportunterrichts: Hier werden die sportpädagogischen Entwicklungen und das Konzept des erziehenden Sportunterrichts als Basis für hessische Kerncurricula dargestellt.
4 Bestehende Forschungsansätze zur Messung fachdidaktischen Wissens: Dieser Abschnitt gibt einen Überblick über etablierte Messmethoden fachdidaktischen Wissens und deren Eignung für den Sport.
5 Fachdidaktisches Wissen Sportstudierender der Universität Kassel im Bewegungsfeld Laufen, Springen, Werfen unter den Perspektiven Leistung und Gesundheit: Das Kapitel führt die Forschungsfrage sowie das spezifische Untersuchungsdesign der quantitativen Studie ein.
6 Ergebnisdarstellung mittels quantitativer Auswertungsverfahren: Hier werden die statistischen Ergebnisse der Hypothesenprüfungen detailliert präsentiert.
7 Diskussion und Ausblick: Das Fazit reflektiert die Ergebnisse kritisch, diskutiert die Grenzen der Untersuchung und gibt Empfehlungen für zukünftige Forschungsansätze.
Sportpädagogik, Fachdidaktik, Sportlehrkräftebildung, Laufen Springen Werfen, Biografieforschung, Genderkompetenz, Erziehender Sportunterricht, Professionelle Kompetenz, Leistungsperspektive, Gesundheitsperspektive, Quantitative Untersuchung, Lehrerprofessionalität, Sportstudierende, Unterrichtsqualität, Kompetenzentwicklung
Die Arbeit untersucht, inwieweit biografische Hintergründe und das Geschlecht die Entwicklung fachdidaktischen Wissens von angehenden Sportlehrkräften beeinflussen, wenn diese das Bewegungsfeld "Laufen, Springen, Werfen" unter den Perspektiven Leistung und Gesundheit unterrichten.
Die Arbeit verknüpft Ansätze aus der Professionsforschung, der pädagogischen Biografieforschung und der Genderforschung mit sportdidaktischen Konzepten wie dem erziehenden Sportunterricht.
Das Ziel ist es, Wissensunterschiede bei Sportstudierenden zu identifizieren, die auf ihre individuelle Sportbiografie oder ihr Geschlecht zurückzuführen sind, um die Lehrkräfteausbildung weiter zu professionalisieren.
Es wurde ein quantitatives Untersuchungsdesign in Form einer querschnittlichen Fragebogenerhebung unter Sportstudierenden der Universität Kassel angewandt, deren Daten mittels statistischer Analyseverfahren ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu den Anforderungen an Sportlehrkräfte, eine Analyse der institutionellen Rahmenbedingungen (Kerncurricula) und die detaillierte Vorstellung sowie Auswertung der eigenen empirischen Untersuchung.
Die wichtigsten Begriffe sind Sportpädagogik, Fachdidaktik, Sportlehrkräftebildung, Genderkompetenz, Erziehender Sportunterricht und Kompetenzentwicklung.
Es wurde als Untersuchungsgegenstand gewählt, da es eine hohe Relevanz im Sportstudium besitzt, leichtathletische Grundlagen bildet und die Messung fachdidaktischer Wissensbestände unter den spezifischen pädagogischen Perspektiven der hessischen Lehrpläne ermöglicht.
Die Studie konnte keine signifikanten Unterschiede im fachdidaktischen Wissen basierend auf dem Geschlecht oder der Sportbiografie nachweisen, was auf eine eher gleichförmige Wissensbasis durch die universitäre Ausbildung hindeutet, aber auch die methodische Herausforderung einer solch spezifischen Messung verdeutlicht.
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