Masterarbeit, 2021
74 Seiten, Note: 6.0
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Zielsetzung & Forschungsfrage
1.3. Abgrenzung
2. Wissenschaftliche Grundlagen
2.1. Verhandlung: Begriffsdefinition
2.2. Verhandlungsforschung: Verhandlungstheorie und -techniken
2.3. Das integrative Phasenmodell der Verhandlungsführung (IPV)
2.4. Das Setzen von Ankern und deren Begründung
2.4.1. Zeitpunkt der Begründung des Ankers
2.5. Hypothesenbildung
3. Experiment 1 (Text-Vignette)
3.1. Methodik
3.1.1. Forschungsdesign
3.1.2. Datenauswertung & -aufbereitung
3.2. Ergebnisse
3.2.1. Konservative Testung
3.2.2. Progressive Testung
3.3. Diskussion
4. Experiment 2 (Video-Vignette)
4.1. Methodik
4.1.1. Forschungsdesign
4.1.2. Datenauswertung & -aufbereitung
4.2. Ergebnisse
4.2.1. Konservative Testung
4.2.2. Progressive Testung
4.3. Diskussion
5. Hypothesenüberprüfung & Beantwortung der Forschungsfrage
6. Aktualisierung des IPV
6.1. Literaturrecherche
6.1.1. Vorbereitungsphase
6.1.2. Forderung in der Verhandlung: claiming value
6.2. Aktualisierte Darstellung
6.3. Diskussion
7. Schlussbetrachtung
7.1. Wissenschaftlicher Beitrag
7.2. Kritische Würdigung und Ausblick
Diese Arbeit untersucht, ob der Zeitpunkt der Begründung eines ersten Angebots – vor oder nach dem Setzen eines Ankers – das Verhandlungsergebnis beeinflusst. Ziel ist es, Handlungsempfehlungen für ein optimiertes Verhandlungsverhalten abzuleiten und das integrative Phasenmodell der Verhandlungsführung (IPV) um aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zu ergänzen.
2.4. Das Setzen von Ankern und deren Begründung
Wie unter 2.2. beschrieben, stellen Ankereffekte Heuristiken oder kognitive Barrieren dar und beschreiben, dass sich Menschen bei Schätzungen und Entscheidungen unbewusst durch numerische Informationen aus der Umgebung beeinflussen lassen (Tversky & Kahneman, 1974). Dies äussert sich bei Verhandlungen dahingehend, dass sich das zuerst gemachte eigene Angebot (Anker) auf das Angebot des Gegenübers auswirkt, indem eine Verzerrung in Richtung des Ankers stattfindet – ohne, dass dies der betroffenen Person bewusst ist (Jung & Krebs, 2016). Erklären lässt sich dieses Phänomen mit dem Prinzip der selektiven Verfügbarkeit von Informationen (Strack & Mussweiler, 1997): Das gewählte Gebot wirkt sich auf die Informationen aus, welche der Verhandlungspartner aus dem Gehirn abruft. Ist es hoch, so sucht er Gründe, die dieses hohe Gebot rechtfertigen. Ist es tief, ist Gegenteiliges der Fall.
Dieser Ankereffekt kann in Verhandlungen ganz gezielt eingesetzt werden, da durch das Wissen um diesen Effekt mit dem richtigen Setzen eines Ankers ein für sich vorteilhafter Referenzpunkt für die Verhandlung geschaffen werden kann, indem die ursprüngliche Vorstellung des Verhandlungspartners in Richtung des Ankers verzerrt wird. Dies ist insbesondere wegen der «Midpoint-rule» wichtig. Diese beschreibt, dass sich zwei Verhandlungspartner häufig etwa in der Mitte ihrer Ausgangspositionen treffen werden, da sie dies als fair empfinden (Jung & Krebs, 2016). Grundsätzlich ist es deshalb von Vorteil, den ersten Anker zu setzen und so einen ersten Referenzpunkt zu gestalten.
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die zunehmende Bedeutung von Verhandlungen in einer globalisierten Welt und definiert die Problemstellung sowie die Forschungsfrage der Arbeit.
2. Wissenschaftliche Grundlagen: Hier werden zentrale Konzepte wie Verhandlungsdefinitionen, Theorien, das integrative Phasenmodell (IPV) sowie die psychologischen Aspekte des Ankereffekts und deren Begründung dargelegt.
3. Experiment 1 (Text-Vignette): Das Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen und die Ergebnisse der ersten empirischen Untersuchung, bei der die Auswirkungen von Begründungszeitpunkten mittels Text-Vignetten analysiert wurden.
4. Experiment 2 (Video-Vignette): Hier wird das zweite Experiment vorgestellt, welches die Hypothesen mithilfe von Video-Vignetten prüft, um die Übertragbarkeit der Ergebnisse zu testen.
5. Hypothesenüberprüfung & Beantwortung der Forschungsfrage: Dieses Kapitel fasst die empirischen Befunde zusammen und beantwortet die zentrale Forschungsfrage durch die Auswertung der Experimente.
6. Aktualisierung des IPV: Basierend auf einer Literaturrecherche und den eigenen empirischen Ergebnissen wird das integrative Phasenmodell um neue Erkenntnisse erweitert und grafisch aktualisiert.
7. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Würdigung des wissenschaftlichen Beitrags, einer kritischen Reflexion der Limitationen und einem Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf.
Verhandlungsführung, Ankereffekt, integratives Phasenmodell, IPV, Verhandlungsergebnis, Begründungszeitpunkt, Vignettenexperiment, Verhandlungstechnik, kognitive Barrieren, BATNA, Kompetenzwahrnehmung, Verhandlungsforschung, Entscheidungsfindung,Claiming Value, Creating Value.
Die Arbeit untersucht den Einfluss des Zeitpunkts, an dem ein erstes Angebot begründet wird, auf den Erfolg einer Verhandlung.
Die Arbeit verknüpft sozial- und organisationspsychologische Verhandlungsforschung mit praktischen Verhandlungstechniken, insbesondere dem Anker-Prinzip.
Die Forschungsfrage lautet: Hat der Zeitpunkt der Begründung des ersten Angebots einen Einfluss auf das Verhandlungsergebnis? Ziel ist die Optimierung dieses Zeitpunkts und die Aktualisierung des integrativen Phasenmodells (IPV).
Es wurden zwei empirische Vignettenexperimente durchgeführt, eines textbasiert und eines videobasiert, um die Hypothesen quantitativ zu überprüfen.
Der Hauptteil widmet sich der theoretischen Fundierung des Ankereffekts und des IPV, der detaillierten methodischen Beschreibung und Auswertung der zwei Experimente sowie der daraus abgeleiteten Aktualisierung des Modells.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Verhandlungsführung, Ankereffekt, IPV, Vignettenexperiment und Verhandlungsergebnis.
Die progressive Testung beinhaltet strengere Ausschlusskriterien hinsichtlich der Sorgfalt beim Ausfüllen der Fragebögen, um die Datenqualität zu erhöhen, was besonders bei Experiment 1 zu präziseren Ergebnissen führte.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass es vorteilhaft ist, den Anker bereits vor dessen Äußerung zu begründen, da dies zu einem besseren Verhandlungsergebnis führen kann.
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