Bachelorarbeit, 2018
25 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Inklusion
2.1 Inklusionsverständnis im schulischen Kontext
2.2 Inklusion durch Bewegungsbeziehungen
3 Tanz als Ausdrucksmittel von Ich und Wir
3.1 Tanz ist eine Sprache des Körpers
3.2 Ästhetische Erziehung
3.3 Tanz als kulturelles Bindeglied
4 Analyse eines Tanzprojektes mit einer heterogenen Gruppe
4.1 Portrait der Tanzstunde
4.1.1 1. Akt „Warm-up und tänzerische Einführung“
4.1.2 2. Akt „Mit Lebensfreude durch die Halle“
4.1.3 3. Akt „Papierflieger“
4.2 Rezension
5 Fazit und Ausblick
Diese Bachelorarbeit untersucht das Potenzial des kreativen Tanzes als Medium für die inklusive Arbeit im schulischen Kontext. Das zentrale Ziel ist es, zu legitimieren, wie durch ästhetische Bewegungslehre Teilhabe und Kommunikation in heterogenen Gruppen gefördert werden können, selbst wenn verbale Sprachbarrieren bestehen.
3.1 Tanz ist eine Sprache des Körpers
Mata Hari beschrieb bereits Anfang des 20. Jahrhunderts den Tanz als ein Gedicht, also eine Wortkunst und ein Ausdrucksmittel von Sprache. Dass sich durch Tanz etwas ausdrücken lässt und dem Publikum etwas vermittelt wird, ist keine neue Erkenntnis. Hier soll es jedoch nicht um die Beziehung von Tänzer zu Zuschauer gehen, sondern um die Bewegungsbeziehungen, die Tanzende miteinander und mit Material und Raum eingehen. Fritsch nennt dabei zwei Aspekte der Wechselwirkung im Tanz: sich den äußeren Bedingungen wie Musik und Raum hinzugeben und das Sich-Ausdrücken (vgl. Fritsch, 1987, S. 56). Also einerseits das Annehmen und Verarbeiten von äußeren Gegebenheiten und andererseits das Antworten und Reagieren auf diese.
Diese Ausdrucksbewegung beschreibt Fritsch dabei als Verleiblichung des Inneren, um dessen selbst getanzt wird. Denn anders als bei zielgerichteten Bewegungen, dem Ausführen von Handlungen, wird das Tanzen um seiner selbst willen ausgeübt (vgl. Fritsch, 1987, S, 58f.). Je nach Bezug lässt sich Tanzen als Monolog, also dem Tanzen für sich selbst oder als Dialog, dem Tanzen mit- oder füreinander beschreiben (vgl. Fritsch, 1987, S. 63). Letzteres beinhaltet neben dem Sich-Ausdrücken auch das Verstehen anderer im Tanz. „Wir lesen andere Körper und erschließen Inhalt oft mit Referenz zu unserer eigenen Körperlichkeit“ (Kuppers, 2003, S. 159). Somit entsteht ein Dialog zwischen Tanzenden, welcher durch das Vermitteln des Eigenen und das Verstehen dessen, was ein Tanzpartner auszudrücken versucht, charakterisiert ist.
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Problematik der Inklusion ein und stellt die These auf, dass Tanz als nonverbales Medium die Kommunikation in heterogenen Gruppen fördern kann.
2 Inklusion: Dieses Kapitel erläutert den Perspektivwechsel von der Integration zur Inklusion und definiert Bewegungsbeziehungen als grundlegendes Element für gemeinsamen Sportunterricht.
3 Tanz als Ausdrucksmittel von Ich und Wir: Hier wird der Tanz als "Sprache des Körpers" analysiert, wobei Konzepte wie ästhetische Erziehung und die identitätsstiftende Funktion des Tanzes beleuchtet werden.
4 Analyse eines Tanzprojektes mit einer heterogenen Gruppe: Dieser Teil enthält die praktische Untersuchung einer Tanzstunde mit beeinträchtigten und nicht-beeinträchtigten Teilnehmern sowie die methodische Rezension.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit bestätigt den pädagogischen Wert des Tanzes für die Inklusion, betont jedoch die Herausforderungen durch das bestehende leistungsorientierte Schulsystem.
Inklusion, Tanz, Bewegungsbeziehung, Schulpädagogik, Ästhetische Erziehung, Heterogenität, Körperausdruck, Kommunikation, Identitätsbildung, Inklusive Arbeit, Sonderpädagogik, Bewegungslehre, Teilhabe, Selbstwirksamkeit.
Die Arbeit untersucht den pädagogischen Nutzen von Tanz als Medium, um inklusive Bildungsprozesse in einer heterogenen Schülerschaft zu unterstützen.
Die zentralen Themen sind Inklusion im Schulsport, der kommunikative Charakter des Tanzes, ästhetische Erziehung und das Konzept der Bewegungsbeziehungen.
Ziel ist es, den kreativen Tanz als legitime Methode für den inklusiven Sportunterricht theoretisch und anhand eines Praxisbeispiels zu begründen.
Die Autorin nutzt die Methode der Rezension im Rahmen einer hermeneutischen Analyse, um die Beobachtungen aus dem praktischen Tanzprojekt zu interpretieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Inklusion und ästhetischer Erziehung sowie eine detaillierte Portraitierung und Analyse einer Tanzstunde.
Wichtige Begriffe sind Inklusion, Bewegungsbeziehungen, Ästhetische Erziehung, Heterogenität und der Tanz als nonverbale Sprache.
Die Papierflieger dienen als Material, um eine weitere Ebene der Selbstwirksamkeit zu schaffen, bei der die Tanzenden durch Rhythmus und Timing in einen nonverbalen Dialog treten.
In diesem speziellen Tanzkontext agieren Menschen mit Beeinträchtigungen als "Experten" für die Tanzabläufe, was die üblichen Rollenverteilungen des Alltags aufbricht.
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