Diplomarbeit, 2012
110 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Theoretischer und empirischer Forschungsstand zum Thema
2. 1. Bindungstheorie
2. 1. 1. Grundsätze der Bindungstheorie von John Bowlby
2. 1. 2. Messung der Bindungsqualität
2. 1. 3. Bindungsmuster im kulturellen und sozialen Vergleich
2. 1. 4. Verhalten der Bindungsperson als Faktor der Bindungsqualität
2. 1. 5. Auswirkungen der sicheren und unsicheren Bindung
2. 2. Das Verfahren: Stand und Entwicklung
2. 3. Hintergrund der Verfahrensentwicklung
2. 3. 1. Charakteristische Muster der sicheren Bindung
2. 3. 2. Charakteristisch Muster der unsicheren Bindung
2. 3. 3. Übertragung der Bindungsmuster/eigenständige Bindung
2. 3. 4. Bedeutung der Bindung in/für Leistungssituationen
2. 4. Beziehung in Leistungssituationen: Fragestellungen
3. Methode
3. 1. Design und Stichprobe
3. 2. Instrumente
3. 2. 1. Auswertungsbogen: Beziehung in Leistungssituationen
3. 3. Auswertung der Daten und eingesetzte statistische Verfahren
3. 3. 1. Übereinstimmung zwischen 2 Beurteilergruppen Beziehungsklassifikation
3. 3. 2. Übereinstimmung zwischen 2 Beurteilergruppen – Verhaltenskategorien
3. 3. 3. Bestimmung der internen Konsistenz
3. 3. 4. Berechnung der Skores für jede Verhaltenskategorie
3. 3. 5. Diskriminanzanalyse
3. 3. 6. Bestimmung der Kriteriumvalidität des Verfahrens
4. Ergebnisse
4. 1. Übereinstimmung zwischen 2 Beurteilergruppen – Beziehungsklassifikation
4. 2. Übereinstimmung zwischen zwei Beurteilergruppen –Verhaltenskategorien
4. 3. Bestimmung der internen Konsistenz
4. 4. Berechnung der Skores für jede Verhaltenskategorie
4. 5. Diskriminanzanalyse
4. 6. Bestimmung der Kriteriumvalidität des Verfahrens
5. Diskussion
6. Literatur
Die Arbeit untersucht die Bedeutung der Bindungssicherheit für Kinder in kognitiven Anforderungssituationen im Kontext von Familie und Schule. Das primäre Ziel ist die Weiterentwicklung eines diagnostischen Einschätzungsverfahrens, um die Beziehungsqualität in solchen Situationen reliabel zu erfassen und Zusammenhänge zwischen Bindung, Leistungsfähigkeit und persönlichen Kompetenzen nachzuweisen.
2. 1. 1. Grundsätze der Bindungstheorie von John Bowlby
J. Bowlby, Psychiater und Psychoanalytiker wurde in den ersten Jahren seiner Karriere von Freuds Arbeiten beeinflusst. Die Grundbausteine der Bindungstheorie baute Bowlby auf den Erkenntnissen von Soziobiologie, Kognitionsforschung, Entwicklungspsychologie und Psychoanalyse auf. Am weitesten entfernte er sich in seinen Ansichten von der klassischen Psychoanalyse. Er warf z. B. der Psychoanalyse vor, sie sei zu mechanistisch und konzentriere sich nur auf die intrapsychischen Prozesse und die psychosexuelle Entwicklung des Kindes und vergesse dabei die Dynamik der kindlichen Entwicklung, die durch eine reziproke Wechselwirkung von der Seele des Kindes und der Umwelt gekennzeichnet ist. Er vertrat nicht die Ansicht - die Nähe beruhe auf dem sexuellen Triebbedürfnis des Kindes, sondern betrachtete die Bindung als ein primäres Bedürfnis nach Nähe zu einer Bindungsfigur.
Eine gute primäre Bindungsbeziehung beruht nach Bowlby auf der Erfahrung des Kindes, dass die Bindungsfigur anwesend ist, optimal auf die Bedürfnisse des Kindes eingeht und eine Basis der emotionalen Sicherheit dem Kind bietet, aus der das Kind die Welt erkunden kann. Ist die Erfahrung des Kindes mit der Bindungsfigur positiv, baut es ein positives inneres Arbeitsmodell der Selbst-Andere Beziehung auf, das sich auch auf die Einstellungen, bzw. Erwartungen im Bezug auf die Umwelt überträgt. Das Kind weißt zum Beispiel, dass es manches auch alleine schafft (Exploration) und dass es Hilfe bekommen kann, wenn es nötig ist (Nähe). Das innere Arbeitsmodell beinhaltet eine Vorstellung vom eigenen Selbst, als fähig ist zu handeln und als Wert, Hilfe zu bekommen.
1. Einleitung: Einführung in die Relevanz von Bindungsbeziehungen im Kontext von Familie und Schule sowie Zielsetzung der Arbeit.
2. Theoretischer und empirischer Forschungsstand zum Thema: Detaillierte Darstellung der Bindungstheorie nach Bowlby, der Entwicklung von Bindungsmustern, deren Bedeutung für Leistungssituationen und der wissenschaftlichen Grundlagen des eingesetzten Verfahrens.
3. Methode: Beschreibung des Studiendesigns, der Stichprobe sowie der Instrumente und statistischen Verfahren zur empirischen Analyse.
4. Ergebnisse: Präsentation der statistischen Auswertungen zur Reliabilität und Validität des entwickelten Verfahrens sowie Ergebnisse der Diskriminanzanalyse.
5. Diskussion: Interpretation der Ergebnisse im Hinblick auf die Eignung des Verfahrens, die Bedeutung für die pädagogische Praxis und Grenzen der Untersuchung.
6. Literatur: Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen.
Bindungstheorie, Bindungssicherheit, pädagogische Beziehung, Leistungssituationen, Vorschulkinder, Bindungsmuster, mütterliche Sensitivität, Explorationsverhalten, psychische Gesundheit, Diagnostik, Reliabilität, Validität, Diskriminanzanalyse, Resilienz, soziale Kompetenz.
Die Arbeit befasst sich mit der Bindungstheorie und der Frage, wie Beziehungssicherheit die kindliche Entwicklung und Leistungsfähigkeit in Anforderungssituationen beeinflusst.
Die zentralen Themen sind die Bindungstheorie nach Bowlby, die Erfassung von Beziehungsqualität in professionell-pädagogischen Kontexten und der Zusammenhang zwischen Bindung, Kognition und sozialer Kompetenz.
Das Ziel ist die Weiterentwicklung eines Videobasierten Auswertungsverfahrens, um die Beziehungssicherheit von Vorschulkindern in pädagogischen Anforderungssituationen objektiv und reliabel zu messen.
Es wird eine empirische Längsschnittstudie (bzw. Weiterentwicklung eines bestehenden Instruments) durchgeführt, die auf Videodaten basiert und statistische Verfahren wie Diskriminanzanalysen sowie Korrelationsrechnungen (Spearman) nutzt.
Der Hauptteil umfasst den theoretischen Forschungsstand, die detaillierte Beschreibung der Beobachtungsmethode, die methodische Vorgehensweise bei der Datenauswertung und die Darstellung der empirischen Ergebnisse.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Bindungstheorie, Bindungssicherheit, Pädagogische Beziehung, Leistungssituationen und psychometrische Verfahren.
Während die familiäre Bindung eher affektiver Natur zur Befriedigung emotionaler Grundbedürfnisse ist, sind pädagogische Beziehungen eher affektneutral, professionell orientiert und auf Aspekte wie Unterstützung, Helfen sowie die Balance von Nähe und Distanz ausgerichtet.
Coy behavior wird als ambivalentes, manipulatives Verhalten von Kindern identifiziert, um das Verhalten von Bezugspersonen besser vorhersagbar zu machen, und gilt als Indikator für Beziehungsunsicherheit.
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