Masterarbeit, 2021
65 Seiten, Note: 2,0
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
1. Einleitung
2. Die Leibeserziehung in der Weimarer Republik
3. Der Auftrag der politischen Leibeserziehung im Kontext der ideologischen und bildungstheoretischen Grundsätze der Nationalsozialisten
3.1 Die schulisch-nationalsozialistische Leibeserziehung in Beziehung zu Adolf Hitlers weltanschaulichem Konzept
3.2 Alfred Baeumlers erziehungstheoretische Auffassung einer politischen Leibeserziehung
3.3 Die Beurteilung der Funktion der völkischen Leibeserziehung der Mädchen und Frauen in weiteren nationalsozialistischen Publikationen
4. Die Rolle des Körpers in der nationalsozialistischen Leibeserziehung
4.1 Der ,arische‘ Körper als Leitbild
4.2 Das Rollenverständnis und der ,Auftrag‘ des weiblichen Körpers
5. Die Inhalte und Methoden der schulischen Leibeserziehung im Dritten Reich
5.1 Schulische Leibeserziehung an Jungenschulen
5.2 Schulische Leibeserziehung an Mädchenschulen
5.2.1 Die Leitlinien für die körperliche Erziehung der Mädchen
5.2.2 Die inhaltliche Strukturierung der Leibeserziehung
5.2.3 Die methodischen Empfehlungen
5.2.4 Die besondere Rolle der Gymnastik- und Tanzerziehung
6. Die Schwierigkeiten zur Umsetzung der nationalsozialistischen Leibeserziehung während der Kriegsvorbereitung und des Zweiten Weltkrieges
7. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht, inwiefern die völkische Leibeserziehung der Mädchen und Frauen im Dritten Reich als Instrument zur Durchsetzung der nationalsozialistischen Ideologie instrumentalisiert wurde. Im Zentrum steht die Analyse des Spannungsfeldes zwischen staatlicher Lenkung, rassistischen Zielvorgaben und dem zeitgenössischen, patriarchalischen Frauenbild.
3.1 Die schulisch-nationalsozialistische Leibeserziehung in Beziehung zu Adolf Hitlers weltanschaulichem Konzept
Die pädagogisch-politischen Bestimmungen Hitlers stützten sich auf die erste und bedeutendste Aufgabe seiner Erziehungsvorstellungen, nämlich „gerade den rassisch wertvollsten Kern des Volkes und gerade seine Fruchtbarkeit zu steigern“20. Die in diesem Leitsatz beinhaltete zweifelhafte Rassedoktrin Hitlers, gründete auf dem Verständnis eines rassischen Dualismus zwischen einer hochwertigen nordischen und einer minderwertigen ostischen Rasse. Diese Rivalität wurde an den Kontrasten des Ariers und der jüdischen Bevölkerung verdeutlicht. Er verbreitete die Überzeugung, dass das arische Volk das Recht besäße, andere Völker und Rassen zu kontrollieren und zu unterwerfen. Hierbei forderte er die ‚Reinhaltung des Blutes‘, beziehungsweise die ‚Rassenerhaltung‘ des arischen und überlegenden Volkes als Verpflichtung gegenüber der Volksgemeinschaft. Diese rassistische Notwendigkeit der Blutreinhaltung sah Hitler als Krönung der Erziehungsarbeit und forderte deshalb, dass „kein Knabe und kein Mädchen die Schule verlassen [soll], ohne zur letzten Erkenntnis über die Notwendigkeit und das Wesen der Blutreinheit geführt worden zu sein“21.
Das Ergebnis seiner menschenverachtenden Intention wurde nach der Machtübernahme sichtbar, indem Staats- und Erziehungsinstitutionen nach seiner Rassenideologie umfunktioniert wurden. Ziel der Bildungs- und Erziehungsarbeit im Dritten Reich war von nun an, die Durchführung eines ‚Züchtigungsprozesses‘, mit welchem gesunde und kräftige Soldaten für den Kampf um das Dasein herangezogen werden sollten. Der Gesundheitszustand und die körperliche Leistungsfähigkeit der Jungen als zukünftiges ‚Menschenmaterial‘ stand nun im Mittelpunkt der völkischen Erziehung.22
1. Einleitung: Beschreibt die Zäsur durch die Machtergreifung 1933 und die damit verbundene Umstellung des Erziehungsverständnisses von „Erziehung vom Kinde aus“ hin zum Dienst am „Volksleib“.
2. Die Leibeserziehung in der Weimarer Republik: Erläutert die reformpädagogischen Ansätze und das „Natürliche Turnen“, die den Ausgangspunkt der sportpädagogischen Diskussion bildeten.
3. Der Auftrag der politischen Leibeserziehung im Kontext der ideologischen und bildungstheoretischen Grundsätze der Nationalsozialisten: Analysiert die theoretischen Grundlagen durch Hitler und Baeumler sowie die Instrumentalisierung des Leibes für rassistische Ziele.
4. Die Rolle des Körpers in der nationalsozialistischen Leibeserziehung: Untersucht das „arische“ Körperideal und die patriarchalen Rollenbilder, die den weiblichen Körper auf die Gebärfähigkeit reduzierten.
5. Die Inhalte und Methoden der schulischen Leibeserziehung im Dritten Reich: Detaillierte Betrachtung der strukturellen und inhaltlichen Maßnahmen für Jungen- und Mädchenschulen sowie die spezifische Rolle der Gymnastik- und Tanzerziehung.
6. Die Schwierigkeiten zur Umsetzung der nationalsozialistischen Leibeserziehung während der Kriegsvorbereitung und des Zweiten Weltkrieges: Dokumentiert die praktischen Auswirkungen der Beschlagnahmung von Turnhallen und des Lehrermangels auf den Schulsport.
7. Schlussbetrachtung: Führt die Analyseergebnisse zusammen und bestätigt die Instrumentalisierung des Schulsports als antihumanistisches Mittel zur Durchsetzung totalitärer Ideologie.
Nationalsozialismus, Leibeserziehung, Schulsport, Volksgemeinschaft, Rassenpolitik, Frauenbild, Körpererziehung, Reformpädagogik, Instrumentalisierung, Mädchenschulen, Drittes Reich, Gymnastik, Tanz, Wehrhaftigkeit, Biologismus.
Die Arbeit untersucht, wie das NS-Regime den Schulsport und die Leibeserziehung instrumentalisierte, um seine rassistischen und militärischen Ideologien bei Jugendlichen zu verbreiten.
Die zentralen Felder sind die theoretische Fundierung durch NS-Ideologen, der Körper als politisches Konstrukt sowie die geschlechtsspezifische Ausgestaltung der Leibeserziehung.
Das Ziel ist aufzuzeigen, inwiefern die völkische Leibeserziehung der Mädchen und Frauen gezielt dazu genutzt wurde, sie in das nationalsozialistische System einzuordnen und auf ihre Rolle als Mutter vorzubereiten.
Es handelt sich um eine sportgeschichtliche und politikgeschichtliche Analyse, die historische Quellen wie Richtlinien, Aufsätze und fachliche Publikationen der Zeit kritisch auswertet.
Der Hauptteil befasst sich mit den theoretischen Grundsätzen Hitlers und Baeumlers, den Körperidealen, den spezifischen Lehrplänen für Jungen und Mädchen sowie den Schwierigkeiten der Umsetzung während des Krieges.
Wesentliche Begriffe sind Volksgemeinschaft, Instrumentalisierung, Rassenpolitik, Frauenbild, Schulsport und Totalitarismus.
Sie galt als Mittel, das über die bloße körperliche Übung hinausging, um Gemeinschaftsgefühl und eine Bindung an völkische Traditionen zu erzeugen, während individualistische Tanzformen abgelehnt wurden.
Durch die Beschlagnahmung von Turnhallen für Getreideeinlagerungen, den Mangel an Lehrkräften und Luftangriffe war ein regulärer Sportunterricht zunehmend unmöglich, was oft zu Stundenkürzungen führte.
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