Examensarbeit, 2021
81 Seiten, Note: 2.5
Einleitung
1 Begriffsklärung
1.1 Der Begriff der Partizipation – eine Annäherung
1.1.1 Formen der Partizipation
1.1.2 Grundvoraussetzungen der Partizipation
1.2.1 Die Modelle von HART, GERNERT und WRIGHT, BLOCK, UNGER im Vergleich
1.1.4 Die Modelle: Implikationen für die Schule
1.1.5 Aspekte des Demokratielernens in Schule
1.2 Die Begriffe der Inklusion und Integration – ein Vergleich
1.2.1 Unterschiedliche Sichtweise auf Inklusion und Integration
1.2.2 Aufkommende Problemstellen im Zuge der Inklusion
2 Demokratie und Mündigkeitserziehung
2.1 Demokratisierung
2.2 Asymmetrie von Macht im pädagogischen Kontext
2.3 Deutungsansatz zur Mündigkeit
2.4 Mündigkeit und Partizipation
3 Partizipation im Unterricht
3.1 Bildung und Partizipation
3.1.1 Interpretation Humboldts freiheitlicher Bildung
3.1.2 Partizipation, Inklusion und demokratische Bildung – eine Analyse
3.2.1 Rechtliche Grundlage der Partizipation und deren Deutung
3.2 Demokratieförderung in KiTa und Schule
3.2.1 Demokratieförderung in KiTa
3.2.2 Demokratieförderung in der Schule
3.3 Ansätze zur Demokratiebildung
3.3.1 Der Aushandlungsprozess
3.3.2 Unterrichtsmodell der subjektiven Didaktik
3.4 Demokratie in der Schule am Beispiel von Klassenregeln
3.4.1 Sachanalyse: Klassenregeln
3.4.2 Beschreibung der Lernergruppe und des Lernortes
3.4.3 Stundenplanung
3.4.4 Die didaktisch-methodische Analyse
4 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Partizipation und Teilhabe im Kontext eines freiheitlich-demokratischen Unterrichts didaktisch-methodisch realisiert werden können, um Kinder und Jugendliche zu mündigen Individuen zu erziehen.
3.3.1 Der Aushandlungsprozess
Wird von Demokratieentwicklung oder Demokratieförderung in Schulen gesprochen, ist damit die Erziehung zur Demokratie gemeint. In diesem Kontext vermitteln wenige bis einzelne pädagogische Fachkräfte einer Vielzahl von Kindern und Jugendlichen, wie Demokratie funktioniert. Zur Förderung des Demokratieverständnisses und des demokratischen Prozesses kann der Prozess der Aushandlung angewandt werden. Dieser kann in der Schule ebenso Anwendung finden wie in der KiTa. Im Gegensatz zu vorher angesprochen Vermittlung von Demokratie soll es jedoch im Aushandlungsprozess um einen tatsächlichen Prozess gehen. In diesem sind Kinder und Jugendliche gleichberechtigte Teilnehmer, welche durch die geführten Dialoge und kooperative Handlungen oder Projekte lernen, was Partizipation im pädagogischen und demokratischen Kontext bedeutet. In diesem Kontext müssen metakognitive Kompetenzen wie eine Selbstreflexion aller Beteiligten stattfinden. Sie müssen jedoch sich nicht nur selbstreflektieren, sondern auch ihre Rollen im Aushandlungsprozess, um aktiv teilnehmen zu können. (vgl. SCHÜTZE, HILDEBRANDT 2006) Der Prozess der Aushandlung schafft dabei Raum für Möglichkeiten, demokratische Prozesse durch alle Beteiligten zu erlernen. Ferner bietet er Raum, um ihnen Umgangsformen im partizipativen Kontext zu vermitteln.
1 Begriffsklärung: Dieses Kapitel nähert sich dem Partizipationsbegriff an, definiert Formen und Voraussetzungen und vergleicht inklusive sowie integrative Ansätze.
2 Demokratie und Mündigkeitserziehung: Hier wird der historische und theoretische Kontext der Demokratie sowie das Machtgefüge in der pädagogischen Beziehung reflektiert, um die Bedeutung der Mündigkeit für die Partizipation abzuleiten.
3 Partizipation im Unterricht: Dieses Kapitel analysiert Bildung als Konstrukt, diskutiert Demokratieförderung in KiTa und Schule und präsentiert konkrete Unterrichtsansätze wie den Aushandlungsprozess sowie das Modell der subjektiven Didaktik anhand einer Unterrichtseinheit.
4 Fazit: Das Fazit resümiert die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit und bekräftigt, dass demokratische Bildung nur durch aktive, kooperative Mitarbeit aller Beteiligten realisierbar ist.
Partizipation, Inklusion, Mündigkeit, Demokratiebildung, Schule, Pädagogik, Teilhabe, Aushandlungsprozess, Subjektive Didaktik, Klassenregeln, Demokratie, Erziehung, Empowerment, Selbstbestimmung, Inklusive Bildung
Die Arbeit verfolgt das Ziel, zu beantworten, wie Partizipation und Teilhabe im schulischen Unterricht didaktisch und methodisch umgesetzt werden können.
Inklusion wird als zentrales Element der heutigen Pädagogik betrachtet, wobei Partizipation als deren "Herzstück" gilt, das Barrieren abbauen und eine gleichberechtigte Teilhabe ermöglichen soll.
Es handelt sich um eine Methode, bei der Kinder und Jugendliche als gleichberechtigte Teilnehmer in Dialoge treten, um gemeinschaftliche Lösungen zu erarbeiten und so demokratische Prozesse praktisch zu erlernen.
Die Lehrkraft tritt hier als Unterstützer und Begleiter auf, der auf die individuellen Vorerfahrungen und Bedürfnisse der Lernenden eingeht, anstatt starr vorgegebene Ziele zu vermitteln.
Die gemeinsame Erarbeitung von Klassenregeln dient als Praxisbeispiel für demokratisches Aushandeln, fördert die Selbstreflexion, das Gemeinschaftsgefühl und die Verantwortungsübernahme der Schüler_Innen.
Die Arbeit bezieht sich exemplarisch auf den Förderbereich "emotionales Erleben und soziales Handeln" (EmSoz), insbesondere bei Schüler_Innen mit Verhaltensauffälligkeiten.
Während die attische Demokratie eine direkte Beteiligung vorsah, die jedoch exklusiv war, ist die moderne Demokratie indirekt (repräsentativ) und schließt als universellen Anspruch alle Staatsangehörigen ein.
Das Treppenmodell visualisiert Partizipation in verschiedenen Stufen (wie Information, Mitsprache, Mitentscheidung), um den Grad der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen differenziert zu betrachten.
Kritik äußert sich an der teilweise ungenauen oder entstellenden deutschen Übersetzung zentraler Begriffe, die den emanzipatorischen Gehalt der Konvention abschwächen könnte.
Macht ist im pädagogischen Kontext unvermeidlich, weshalb eine bewusste Reflexion über das Machtgefälle notwendig ist, um demokratische Rechte der Kinder nicht nur formal zu gewähren, sondern pädagogisch wirksam werden zu lassen.
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