Bachelorarbeit, 2021
53 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Diskurs um Weiblichkeit(en)
3 Zeitschriften als „Medium der Aufklärung“
3.1 Moralische Wochenschriften
3.2 Frauenzeitschriften
4 Weiblichkeitsbilder der Periodika
4.1 Gottscheds Vernünftige Tadlerinnen: Stillehre für Frauen
4.1.1 Weiblichkeit in den Tadlerinnen
4.2 La Roches Pomona für Teutschlands Töchter: Vorbild einer Frauengeneration
4.2.1 Weiblichkeit in der Pomona
5 Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht die Konstruktion von Geschlechterkonzepten und Weiblichkeitsentwürfen im 18. Jahrhundert durch die Analyse periodischer Frauenzeitschriften. Dabei liegt der Fokus darauf, wie diese Medien als pädagogische Leitlinien fungierten und inwiefern sie sich in ihrer Vermittlung von Weiblichkeit im Laufe des Jahrhunderts entwickelten.
4.1 Gottscheds Vernünftige Tadlerinnen: Stillehre für Frauen
Johann Christoph Gottscheds (1700-1766) Leben war geprägt von der steten pädagogischen Vermittlung von Wissen: ob durch seine Hauslehrerstelle, die Herausgabe der Tadlerinnen und des Biedermeiers, durch sein sprachkritisches Wirken in Sprachgesellschaften oder eine Professur für Poesie, Logik und Metaphysik. Erstmalig in der Geschichte des Zeitungswesens wandten sich in den Tadlerinnen drei Herausgeberinnen – wenn auch fingiert – jede Woche mit einem bestimmten Thema explizit an ein weibliches Lesepublikum. Gottsched orientierte sich mit seiner Moralischen Wochenschrift inhaltlich und strukturell an den englischen Vorbildern, so ist der Titel beispielsweise angelehnt an den Tatler. Aber auch die Installation fiktiver Figuren, die anonyme Herausgabe, das hohe Ziel der Moral- und Vernunftausbildung sowie der Anspruch der Verknüpfung von Nutzen und Vergnügen, übernahm er aus den englischen Moralischen Wochenschriften. Das Novum der Tadlerinnen belief sich einerseits und am offensichtlichsten darauf, dass erstmals explizit die Leserin als primäre Rezipientin angesprochen wurde, andererseits auf Gottscheds eigenwillige Konzeption der Sprach- und Stilkritik, die er gekonnt mit seinen Moralvorstellungen und der Frauenerziehung verband.
1 Einleitung: Die Arbeit definiert das Ziel, Geschlechterkonzepte des 18. Jahrhunderts anhand von Periodika zu untersuchen, und führt die gewählten Quellen sowie die methodische Herangehensweise ein.
2 Diskurs um Weiblichkeit(en): Dieses Kapitel beleuchtet den historischen Wandel von Geschlechtermodellen im 18. Jahrhundert und die theoretischen Grundlagen zur Analyse von Weiblichkeitsbildern.
3 Zeitschriften als „Medium der Aufklärung“: Hier wird die Entwicklung des Zeitschriftenwesens sowie die spezifische Rolle der Moralischen Wochenschriften und Frauenzeitschriften als Bildungsinstrumente dargelegt.
3.1 Moralische Wochenschriften: Der Abschnitt erläutert die gattungsspezifischen Merkmale, die Bedeutung der fiktiven Autorschaft und die pädagogische Funktion der frühen Wochenschriften.
3.2 Frauenzeitschriften: Dieser Teil beschreibt die Entstehung und Zielsetzung von Publikationen für ein weibliches Publikum im späten 18. Jahrhundert.
4 Weiblichkeitsbilder der Periodika: Das Kapitel analysiert die konkreten Entwürfe von Weiblichkeit in den untersuchten Medien anhand der Kategorien Zielsetzung, Konzeption und Stil.
4.1 Gottscheds Vernünftige Tadlerinnen: Stillehre für Frauen: Die Analyse konzentriert sich auf die sprachdidaktische Ausrichtung und das moralische Frauenbild der "Tadlerinnen".
4.1.1 Weiblichkeit in den Tadlerinnen: Hier wird untersucht, wie Gottsched die Figur der gelehrten Frau und das Ideal der häuslichen Tugendhaftigkeit in Einklang zu bringen suchte.
4.2 La Roches Pomona für Teutschlands Töchter: Vorbild einer Frauengeneration: Dieses Kapitel widmet sich Sophie von La Roche als erste Berufsschriftstellerin und der Rolle der "Pomona" als öffentliches Forum.
4.2.1 Weiblichkeit in der Pomona: Der Abschnitt analysiert das empfindsame Bildungsideal und die Strategien von La Roche zur Mobilisierung ihrer Leserinnen.
5 Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Zeitschriften trotz Ambivalenzen und teils restriktiver Geschlechterideale maßgeblich zur Entwicklung einer weiblichen Öffentlichkeit beitrugen.
18. Jahrhundert, Frauenzeitschriften, Moralische Wochenschriften, Weiblichkeitsbilder, Aufklärung, Empfindsamkeit, Johann Christoph Gottsched, Sophie von La Roche, Geschlechtscharakter, Frauenbildung, Gelehrsamkeit, Publizistik, Lesesucht, Autorschaft, bürgerliche Öffentlichkeit.
Die Arbeit analysiert, wie in Frauenzeitschriften des 18. Jahrhunderts Weiblichkeitsentwürfe konstruiert, vermittelt und durch das Lesepublikum adaptiert wurden.
Zentrale Themen sind die Entwicklung der bürgerlichen Frauenbildung, der Einfluss der Aufklärung und Empfindsamkeit auf Geschlechterkonzepte sowie die Rolle von Medien als Foren für den Meinungsaustausch.
Das Ziel ist es, den Diskurs um Weiblichkeit anhand der "Vernünftigen Tadlerinnen" und der "Pomona" zu verifizieren und Widersprüche in der damaligen Vermittlung von Frauenrollen aufzuzeigen.
Die Arbeit nutzt die Analyse historischer Primärtexte in Verbindung mit einer theoretischen Einbettung durch die Frauengeschichtsforschung, um das Wechselspiel zwischen Medium und Diskurs zu untersuchen.
Im Hauptteil werden Gottscheds "Tadlerinnen" und La Roches "Pomona" getrennt analysiert, wobei besonders die Konzeption der Zeitschriften, die Rolle fiktiver Verfasserinnen und das jeweilige Verständnis von weiblicher Gelehrsamkeit gegenüber häuslicher Pflicht im Fokus stehen.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Weiblichkeitsentwürfe, Geschlechtscharakter, Aufklärung, pädagogische Zeitschriften und weibliche Öffentlichkeit.
Die "Tadlerinnen" nutzen als erste Moralische Wochenschrift fiktive weibliche Herausgeberinnen, um explizit ein weibliches Lesepublikum anzusprechen und moralische Bildung zu vermitteln.
La Roche distanziert sich aktiv von einer "männlichen Gelehrsamkeit", die sie als hinderlich für das weibliche Glück ansieht, und propagiert stattdessen eine zweckgebundene, empfindsame Allgemeinbildung.
Die Briefe ermöglichten einen "Gesprächscharakter" und eine direkte Interaktion zwischen La Roche und ihren Leserinnen, was wesentlich zur Mobilisierung weiblicher Produktivität und dem Aufbau einer weiblichen Öffentlichkeit beitrug.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

